Warum Objektschutz hier oft mit Leerstand beginnt
Wer in Wittstock ein Gebäude besitzt oder verwaltet, kennt die Lage nach 1990: Der VEB Obertrikotagenbetrieb „Ernst Lück“, 1989 mit 2.800 Beschäftigten der größte Arbeitgeber, wurde abgewickelt, und auch die Alte Tuchfabrik, zuletzt Möbelwerk, verlor ihre Produktion. Der neue Besitzer stellte sie Ende der 1990er Jahre ein und hinterließ leere Hallen. Erst ab 2025/2026 zeichnet sich dort eine neue Nutzung ab.
Gebäude, die jahrelang ohne Betrieb waren, haben typische Schwachstellen: gelöste Bretter vor Fenstern, Trampelpfade über das Gelände, Kabel und Metall, die Sammler anziehen, und Dächer, durch die Wasser eindringt. Objektschutz bedeutet in diesem Fall vor allem, regelmäßig hinzusehen und jeden Befund so festzuhalten, dass Eigentümer und Versicherer damit arbeiten können.
Alte Tuchfabrik und Klinik: Schutz im Umbruch
Am Walter-Schulz-Platz soll im Produktionsgebäude von 1905 eine Poliklinik entstehen, betrieben von einer Tochter des Universitätsklinikums Ruppin-Brandenburg; fertig sein soll sie 2030. Zugleich schließt das KMG Klinikum Wittstock zum 1. Januar 2027, die Innere Medizin wechselt vorher nach Pritzwalk. Die Rettungswache bleibt rund um die Uhr besetzt.
Damit gibt es in der Stadt auf Jahre Gebäude, die teils genutzt, teils geräumt sind. Gerade in diesem Zustand gehen Schlüssel verloren, Türen bleiben nach Umzügen offen, und Technik, die noch nicht abgebaut ist, steht unbeaufsichtigt. Für Eigentümer und Träger übernehmen wir in solchen Phasen:
- Rundgänge durch geräumte Flure, Stationen und Hallen nach festem Plan
- Verschlusskontrolle an Haupt- und Nebeneingängen, Kellern und Lieferzonen
- Begleitung von Umzugsfirmen, Gutachtern und Handwerkern außerhalb der Bürozeiten
- Meldung von Wasser- und Sturmschäden mit Foto an die benannte Stelle
- Ansprechen von Personen, die sich ohne Berechtigung auf dem Gelände aufhalten
Rathaus, Museen und Bischofsburg nach Schließzeit
Das Rathaus wurde 1905 unter Einbeziehung der mittelalterlichen Gerichtslaube umgebaut, innen finden sich Jugendstilelemente und Gemälde. In der Alten Bischofsburg, bis 1548 Sitz der Havelberger Bischöfe, zeigt der Amtsturm eine Dauerausstellung zum Dreißigjährigen Krieg, das Ostprignitzmuseum liegt im Bürgermeisterhaus, und in Freyenstein gibt es den Archäologischen Park mit kleinem Museum. All diese Häuser bewahren Stücke, die sich nicht ersetzen lassen.
Für Kultureinrichtungen bieten sich abendliche Schließgänge an, dazu Kontrollen an Wochenenden und Feiertagen, an denen die Häuser früher schließen. Bei Sonderausstellungen mit Leihgaben ist oft eine Kraft während der Öffnungszeit gefragt, die Besucher im Blick hat und den Aufbau begleitet.
Wohnhäuser, Vereinsheime und Anlagen in den Ortsteilen
Auf über 420 Quadratkilometern verteilen sich neben der Kernstadt Orte wie Freyenstein mit Altem und Neuem Schloss, Goldbeck mit seiner Burg, Berlinchen, Zempow oder Schweinrich. Dort stehen Gemeindehäuser, Gaststätten und Ferienwohnungen, die im Winter wenig genutzt werden. Bei Alt Daber liegt der Solarpark mit 67,8 Megawatt Spitzenleistung, den 2014 ein Batteriespeicher ergänzt hat.
Für solche verstreuten Objekte schlagen wir Kontrollen in festen oder wechselnden Abständen vor, gern als gemeinsame Runde mit anderen Adressen in der Nähe. Bei Hausverwaltungen in der Kernstadt geht es eher um Keller, Müllplätze und Treppenhäuser, an denen sich wiederholt etwas abspielt. Hier setzen wir Präsenz zu genau den Uhrzeiten ein, zu denen Schäden entstehen.
So planen wir den Einsatz in Wittstock
Brandenburg gehört zu unserer Kernregion Nord, doch ein Büro in Wittstock oder im Landkreis Ostprignitz-Ruppin haben wir nicht. Deshalb gehen wir vorhabenbezogen vor: Wir prüfen Anfahrt und verfügbares Personal für Ihr Objekt, planen aus unserer Zweigniederlassung in Berlin, Aroser Allee 81, und sagen nur zu, was wir verlässlich besetzen können. Vor dem Start gehen wir das Gebäude mit Ihnen ab und legen Kontrollpunkte, Schlüsselübergabe und Meldekette schriftlich fest.
Eingesetzt werden Kräfte mit Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO; wir arbeiten nach ISO 9001 und DIN 77200. Den Überblick zur Leistung finden Sie unter Objektschutz, das Land unter Objektschutz in Brandenburg, alle Aufgaben in der Stadt unter Sicherheitsdienst Wittstock/Dosse.
Kosten für Objektschutz in Wittstock/Dosse
Wir rechnen mit einem Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Beim Leerstand ist meist keine Dauerbesetzung nötig: Zwei oder drei Kontrollen pro Nacht genügen oft, und die Anfahrt verteilt sich, wenn mehrere Gebäude in einer Runde liegen. Teurer wird es, wenn eine Kraft dauerhaft im Haus bleibt, Feiertage oder Nächte überwiegen oder besondere Qualifikation verlangt ist. Nach der Begehung erhalten Sie ein Angebot, das jeden Posten einzeln ausweist.


