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Sicherheit in Parkhaus und Tiefgarage:ein Leitfaden für Betreiber

Sie wissen danach, welche Risiken in Parkbauten typisch sind, welche Pflichten Sie als Betreiber tragen und mit welchen Maßnahmen Sie das Sicherheitsgefühl Ihrer Kunden spürbar verbessern.

Ratgeber · 6 Min. LesezeitVon Manuel Rutsch · Stand 6. Oktober 2026

Warum Parkbauten ein Sicherheitsthema sind

Parkhäuser und Tiefgaragen gehören zu den Orten, an denen sich viele Menschen unwohl fühlen. Niedrige Decken, Säulen, schlecht einsehbare Treppenhäuser und wenig Publikum am Abend erzeugen Unsicherheit. Das Sicherheitsgefühl der Kunden ist für Betreiber deshalb fast so wichtig wie die tatsächliche Lage. Wer sich in einer Garage fürchtet, parkt beim nächsten Mal woanders.

Dazu kommen handfeste Probleme: Aufbrüche und Diebstahl aus Fahrzeugen, Vandalismus an Kassenautomaten, Graffiti, Übernachtungen in Treppenhäusern, Drogenkonsum, illegale Treffen von Autoposern und vereinzelt Übergriffe auf Personen. Betroffen sind Innenstadtparkhäuser in Hamburg ebenso wie Tiefgaragen unter Wohnanlagen in Berlin, Klinikparkhäuser oder Parkdecks an Einkaufszentren in Schleswig-Holstein.

Pflichten des Betreibers

Wer einen Parkbau betreibt, trägt die Verkehrssicherungspflicht. Er muss Gefahren, die von der Anlage ausgehen, in zumutbarem Umfang beseitigen oder absichern. Dazu zählen eine funktionierende Beleuchtung, freie Flucht- und Rettungswege, sichere Fahrbahnen und Treppen sowie gut erkennbare Hinweise.

Bau und Betrieb von Garagen regeln die Garagenverordnungen der Länder. Sie enthalten unter anderem Vorgaben zu Rettungswegen, Beleuchtung, Lüftung und Brandschutz. Die Details unterscheiden sich zwischen Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin, deshalb lohnt ein Blick in die jeweils geltende Fassung oder die Abstimmung mit dem Brandschutzplaner.

Wer Videotechnik einsetzt, muss außerdem den Datenschutz beachten. Für private Betreiber ist Grundlage in der Regel das berechtigte Interesse nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO. Erforderlich sind ein klarer Zweck, eine Abwägung mit den Interessen der Kunden, gut sichtbare Hinweisschilder und kurze Speicherfristen. Mehr dazu im Ratgeber zur Videoüberwachung nach DSGVO.

Bauliche und technische Maßnahmen

Viele Verbesserungen kosten wenig und wirken sofort. Helle Wände und Decken reflektieren Licht und machen Ecken einsehbar. Glasflächen in Treppenhäusern und Aufzugsvorräumen nehmen das Gefühl, in einer Falle zu stehen. Sauberkeit signalisiert, dass sich jemand kümmert, und verhindert, dass sich Vermüllung und Vandalismus gegenseitig verstärken.

  • Gleichmäßige, helle Beleuchtung ohne dunkle Zonen, defekte Leuchten schnell ersetzen
  • Notrufsäulen oder Sprechstellen gut sichtbar an Ein- und Ausgängen und auf jeder Ebene
  • Kameras an Zufahrten, Kassenautomaten, Treppenhäusern und Aufzügen
  • Schranken und Türen, die nachts nur mit Parkticket oder Berechtigung öffnen
  • Klare Beschilderung zu Ausgängen, Kassen und Notrufen
  • Kundenparkplätze für Frauen und Familien nahe am Ausgang und gut einsehbar

Personal: Präsenz macht den Unterschied

Technik meldet, Menschen handeln. Ein Parkhaus, in dem regelmäßig eine Sicherheitskraft zu sehen ist, wird von Störern deutlich weniger genutzt. Gleichzeitig ist sie Ansprechpartner für Kunden, die ihr Auto nicht finden, ein Ticket verloren haben oder Starthilfe brauchen. Service und Sicherheit gehen hier Hand in Hand.

Welches Modell passt, hängt von Größe, Lage und Öffnungszeiten ab:

ModellGeeignet fürTypische Aufgaben
Fester Posten in der ZentraleGroße Innenstadtparkhäuser mit KassenbetriebNotrufe annehmen, Kameras sichten, Kunden helfen
Streife zu festen ZeitenMittlere Parkhäuser, Abendstunden und WochenendeRundgänge durch alle Ebenen, Treppenhäuser prüfen
RevierkontrollenKleinere Tiefgaragen, WohnanlagenMehrere Kontrollen pro Nacht, Tore und Türen prüfen
InterventionsdienstAnlagen mit Notruf- und VideoaufschaltungAusrücken bei Alarm, Lage klären, Polizei verständigen
Schließ- und ÖffnungsdienstParkhäuser mit NachtschließungKontrolle auf Personen, Schließen, Öffnen am Morgen

Umgang mit typischen Störungen

Die Sicherheitskraft übt das Hausrecht des Betreibers aus. Sie darf Personen ansprechen, auf die Hausordnung hinweisen und des Hauses verweisen. Wer trotz Aufforderung bleibt, begeht Hausfriedensbruch, dann wird die Polizei hinzugezogen. Ein dokumentiertes Hausverbot hilft, wiederkehrende Störer fernzuhalten.

Bei Menschen, die im Treppenhaus übernachten, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Ein ruhiges Gespräch, der Hinweis auf Hilfsangebote der Stadt und ein klares, aber respektvolles Auftreten führen meist weiter als Härte. Bei medizinischen Notfällen hat Erste Hilfe immer Vorrang vor dem Hausrecht.

Bei Treffen von Autoposern oder Rennen auf den Parkdecks sollte die Sicherheitskraft nicht selbst eingreifen, sondern beobachten, Kennzeichen notieren und die Polizei rufen. Bauliche Mittel wie Schwellen oder eine nächtliche Schließung oberer Decks sind oft wirksamer als jede Ansprache.

Dokumentation und Zusammenarbeit

Jeder Rundgang und jedes Ereignis sollte mit Uhrzeit, Ort und Fotos festgehalten werden. Digitale Kontrollberichte machen sichtbar, wann und wo es Probleme gibt. Häufen sich Aufbrüche auf einer bestimmten Ebene, lassen sich Kontrollzeiten, Beleuchtung oder Kameras gezielt anpassen. Wie ein brauchbarer Bericht aussieht, zeigt der Ratgeber zu digitalen Kontrollberichten.

Hilfreich ist auch der direkte Draht zur örtlichen Polizei. Wer Auffälligkeiten regelmäßig meldet, wird bei Lagebesprechungen eher berücksichtigt. Bei Parkbauten an Kliniken, Bahnhöfen oder Einkaufszentren sollten außerdem die Sicherheitsverantwortlichen der Nachbarnutzung eingebunden werden.

Schritt für Schritt zu mehr Sicherheit

Sicherheit im Parkbau entsteht selten durch eine einzelne große Maßnahme, sondern durch viele kleine, die zusammenpassen. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:

  • Begehung zu verschiedenen Tageszeiten, auch spät abends und am Wochenende
  • Vorfälle der letzten Monate auswerten: Wo, wann, welche Art?
  • Sofortmaßnahmen umsetzen: Licht, Sauberkeit, Beschilderung
  • Technik prüfen: Funktionieren Notrufe, Kameras und Schranken zuverlässig?
  • Personalmodell festlegen und eine klare Dienstanweisung schreiben
  • Nach drei Monaten Wirkung messen und nachsteuern

Unterstützung durch einen Sicherheitsdienst

Ein erfahrener Dienstleister kann die Begehung begleiten, ein passendes Modell aus Streife, Revierkontrollen und Intervention vorschlagen und die Berichte so aufbereiten, dass Sie Entscheidungen auf Daten stützen können.

Staffsec unterstützt Betreiber von Parkhäusern und Tiefgaragen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin mit Objektschutz, Revierdienst und digitalen Kontrollberichten. Fragen Sie gern ein Angebot an.

Häufige Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet

Darf ich meine Tiefgarage mit Kameras überwachen?+

Ja, wenn ein berechtigtes Interesse besteht, etwa der Schutz vor Diebstahl und Vandalismus, und die Interessen der Nutzer nicht überwiegen. Sie brauchen gut sichtbare Hinweisschilder, einen festgelegten Zweck und kurze Speicherfristen. In Wohnanlagen sind zusätzlich die Rechte der Mieter oder Eigentümer zu beachten.

Wer haftet, wenn ein Auto im Parkhaus aufgebrochen wird?+

Das hängt vom Vertrag und den Umständen ab. Grundsätzlich muss der Betreiber seine Verkehrssicherungspflicht erfüllen, haftet aber nicht automatisch für jede Straftat Dritter. Im Einzelfall klärt das ein Anwalt oder die Versicherung.

Lohnt sich eine Streife oder reicht Videotechnik?+

Videotechnik ist ohne Reaktion nur ein Aufzeichnungsgerät. Präsenz von Personal schreckt ab und stärkt das Sicherheitsgefühl der Kunden. Häufig ist eine Kombination aus Kameras mit Aufschaltung und Streifen zu bestimmten Zeiten die wirtschaftlichste Lösung.

Darf die Sicherheitskraft Personen aus dem Parkhaus verweisen?+

Ja, sie übt das Hausrecht des Betreibers aus und kann Personen auffordern, das Gelände zu verlassen. Wer sich weigert, begeht Hausfriedensbruch. Dann sollte die Polizei gerufen werden, statt die Person mit Gewalt hinauszubringen.

Wie oft sollte eine Tiefgarage nachts kontrolliert werden?+

Das richtet sich nach den bisherigen Vorfällen, der Nutzung und der vorhandenen Technik. Bei Problemen in den späten Abendstunden helfen Kontrollen genau in diesem Zeitfenster mehr als gleichmäßig verteilte Runden. Unregelmäßige Zeiten erschweren es Störern, sich darauf einzustellen.

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