Vom Textilzentrum zum Maschinenbaustandort
Bocholts Industrie hat ihre Wurzeln in Baumwolle und Weberei. Die Industrialisierung begann 1852 mit der ersten Dampfmaschine für eine Spinnerei, über ein Jahrhundert lang bestimmten Textilbetriebe das Bild. Aus der Gießerei und dem Riemenscheibenbau entstand ab den 1920er Jahren der Getriebebau, der Bocholt heute prägt.
Der größte Arbeitgeber der Stadt ist der Getriebehersteller Flender, der 1910 durch eine Fusion nach Bocholt kam und seit 2021 zur Carlyle Group gehört. Daneben sitzen hier Gigaset als Hersteller von Schnurlostelefonen, Autoneum, die frühere Firma Borgers, die Logistikgruppe Duvenbeck, Rose Bikes mit Fahrradversand und eigener Montage sowie Betriebe wie Spaleck, Benning, Pergan und der Backwarenhersteller Sinnack.
Der Industriepark in Mussum
Den Kern bildet der Industriepark im Südwesten der Stadt, im Ortsteil Mussum. Er wird im Norden von der Bahnlinie, im Süden von der B 67 begrenzt und reicht inzwischen auch südlich über die Bundesstraße hinaus. Die Stadt nennt rund 380 Unternehmen mit etwa 7.000 Beschäftigten und beschreibt ihn als größten zusammenhängenden, voll erschlossenen Industriepark in Nordrhein-Westfalen. Für die Sicherheit an Toren und Rampen sind vor allem diese Merkmale wichtig:
- Teile des Geländes haben einen Gleisanschluss, ein Industriestammgleis führt zum Bocholter Bahnhof
- Die Anschlussstelle Hamminkeln/Bocholt der A 3 liegt rund zehn Kilometer entfernt, die B 473 und die B 67 sind direkt angebunden
- Die Stadt richtet den Park auf Maschinenbau, Ernährungsgewerbe und Ressourceneffizienz aus
- Eine Erweiterung um 40 Hektar nach Süden in vier Bauabschnitten ist im Gang
- Ein zweites, kleineres Gewerbegebiet liegt an der Robert-Bosch-Straße zwischen Bocholt und Rhede
Viele Betriebe teilen sich Zufahrten und Straßen. Was an einem Tor geschieht, etwa ein Rückstau wartender Lkw, betrifft schnell auch die Nachbarn.
Pforte, Rampe und Fremdfirmen
An der Pforte gleichen unsere Kräfte Kennzeichen, Frachtpapiere und gebuchte Zeitfenster ab, melden Fahrer an der zuständigen Rampe an und weisen ihnen Warteflächen zu. Besucher erhalten Ausweise und werden abgeholt, Fremdfirmen werden mit Namen, Firma und Auftrag erfasst und in Ihre Hausordnung eingewiesen. Beim Verlassen wird ausgetragen, sodass nach Schichtende feststeht, wer noch auf dem Gelände ist.
In Betrieben mit wertvollen Bauteilen oder Endgeräten kann eine Ausgangskontrolle für Taschen und Fahrzeuge dazukommen, immer im Rahmen dessen, was Betriebsvereinbarung und Hausrecht erlauben. Bei Versand- und Logistikbetrieben liegt der Schwerpunkt auf Trailern, die über Nacht auf dem Hof stehen, und auf Siegeln, die vor der Abfahrt geprüft werden.
Nacht, Wochenende und Revision
Viele Unternehmen im Industriepark arbeiten im Ein- oder Zweischichtbetrieb und suchen Unterstützung für die Stunden, in denen die eigene Belegschaft fehlt. Dann gehen unsere Kräfte feste Runden über Außenlager, Leergutflächen, Parkplätze und Zaunlinien, prüfen Rolltore und Notausgänge und nehmen Störmeldungen von Brandmelde- oder Kälteanlagen auf, um vor Ort nachzusehen und Ihre Bereitschaft zu verständigen.
In Revisionswochen und über Weihnachten sind oft mehr Fremdfirmen im Werk als eigene Mitarbeiter. Wir führen dann die Liste der zugelassenen Firmen, geben Schlüssel nur gegen Unterschrift aus und gehen nach Arbeitsende die betroffenen Bereiche ab. Was zum Werkschutz allgemein gehört, lesen Sie auf der Seite Werkschutz.
Vorhabenbezogen aus dem Norden geplant
Bocholt liegt außerhalb unserer Kernregion Nord, in Nordrhein-Westfalen unterhalten wir kein Büro. Einen Werkschutzauftrag hier übernehmen wir deshalb nur nach einer Vorprüfung: Wie viele Kräfte braucht das Schichtmodell, wie werden Anreise, Unterkunft und Ablösung über Monate gesichert, wer vertritt bei Krankheit? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, sagen wir zu.
Danach arbeitet ein festes Team mit benanntem Ansprechpartner, eingewiesen in Ihre Betriebsordnung und Ihre Notfallpläne. Die Kräfte haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO, für Aufgaben mit mehr Verantwortung die Sachkundeprüfung. Wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Alle weiteren Leistungen in der Stadt finden Sie unter Sicherheitsdienst Bocholt.
Kosten für Werkschutz in Bocholt
Werkschutz ist meist ein Dauerauftrag über viele Monate, und das prägt den Preis. Als Richtwert nennen wir 23 bis 50 € netto je Stunde. Eine Pforte rund um die Uhr mit Lkw-Abfertigung liegt anders als eine reine Nacht- und Wochenendbesetzung mit Rundgängen. Einfluss haben außerdem Feiertage im Schichtplan, die Zahl der Tore und Aufgaben wie Ausgangskontrollen oder Fremdfirmenverwaltung. Den genauen Umfang legen wir nach einer Begehung fest. Wie wir im übrigen Land arbeiten, beschreibt die Seite Werkschutz in Nordrhein-Westfalen.


