Industrie nach dem letzten Bergwerk
Über anderthalb Jahrhunderte bestimmte die Steinkohle das Arbeitsleben in Bottrop. Mit der Abteufung von Prosper I begann 1856 der Bergbau, mit der Abschlussfeier auf Prosper-Haniel endete er im Dezember 2018 für ganz Deutschland. Die Stadt hat sich seither stärker auf Gewerbe, Logistik und Freizeitwirtschaft ausgerichtet, ohne dass die Schwerindustrie ganz verschwunden wäre.
Geblieben ist die Kokerei Prosper im Süden. Sie entstand 1928 als Zentralkokerei, wird seit 2011 von ArcelorMittal betrieben und gehört zu den letzten drei Kokereien im Ruhrgebiet. Drei Batterien mit zusammen 146 Kammern erzeugen dort täglich mehrere tausend Tonnen Koks, rund 480 Menschen arbeiten in der Anlage.
Werke und Lager mit Bedarf an Werkschutz
Neben der Kokerei prägen mittelständische Hersteller und große Lager das Bild. Für die folgenden Betriebsarten fallen in Bottrop typischerweise Werkschutzaufgaben an:
- Kokerei Prosper mit Dauerbetrieb und großem Gasbehälter
- Fahrzeugveredelung von Brabus an der Brabus-Allee in Bottrop-Eigen
- Pumpenbau bei Seepex mit Fertigung für den Weltmarkt
- Zentrale von MC-Bauchemie, Anbieter von Spezialchemie für das Bauwesen
- Wellpappenfabrik mit großen Papier- und Fertigwarenlagern
- Logistikzentren von Netto Marken-Discount und Deichmann
- Industriegebiet nordöstlich von Kirchhellen-Mitte mit Allweiler und KWE
- Sand- und Kiesgewinnung von Stremmer in Kirchhellen
Die Spannweite reicht vom Chemiestandort mit Gefahrstoffen bis zur Halle mit Fahrzeugen, deren Wert einzelne Teile zur Beute macht. Entsprechend unterschiedlich fallen Zugangsregeln und Rundgänge aus.
Pforte, Lkw und Fremdfirmen
An der Pforte prüfen unsere Kräfte Ausweise, Kennzeichen und Lieferscheine, melden Fahrer an der richtigen Rampe an und lenken wartende Fahrzeuge auf die vorgesehenen Flächen. Bei den großen Lagern im Stadtgebiet entscheidet die Abfertigung darüber, ob sich Lkw auf öffentlichen Straßen stauen oder geordnet aufs Gelände kommen.
Wer als Fremdfirma ins Werk kommt, wird mit Namen, Arbeitgeber und Auftrag registriert, in die Sicherheitsregeln eingewiesen und beim Verlassen ausgetragen. In Anlagen mit Gefahrstoffen oder Heißbereichen achten wir zusätzlich darauf, dass Freigabescheine vorliegen, bevor jemand einen Bereich betritt. Mehr zu den allgemeinen Aufgaben lesen Sie auf der Seite Werkschutz.
Nachtschicht, Wochenende und Stillstand
Nicht jedes Werk läuft durch. Viele Hersteller arbeiten in einer oder zwei Schichten und brauchen Unterstützung in der Zeit, in der die eigene Belegschaft fehlt. Dann gehen unsere Kräfte Zaunlinien, Außenlager, Leergutflächen und Parkplätze ab, prüfen Rolltore und Notausgänge und nehmen Störmeldungen technischer Anlagen auf, um vor Ort nachzusehen und Ihre Bereitschaft zu verständigen.
Bei geplanten Stillständen und Revisionen kehrt sich das Verhältnis um: Dann sind oft mehr Monteure fremder Firmen im Werk als eigenes Personal. Wir führen die Liste der zugelassenen Unternehmen, geben Schlüssel nur gegen Unterschrift aus und kontrollieren nach Arbeitsende, ob Bereiche verschlossen und Geräte abgeschaltet sind.
Wie wir einen Werkschutz in Bottrop aufbauen
Bottrop liegt nicht in unserer Kernregion Nord, ein eigenes Büro in Nordrhein-Westfalen haben wir nicht. Ein Werkschutzauftrag beginnt deshalb mit einer Vorprüfung: Welche Besetzung verlangt das Schichtmodell, wie werden Anreise und Unterkunft über Monate gesichert, wie wird bei Krankheit oder Urlaub vertreten? Nur wenn das tragfähig ist, sagen wir zu.
Danach arbeitet ein festes Team mit benanntem Ansprechpartner, eingewiesen in Werksordnung, Alarmpläne und Ihre Kontaktketten. Die Kräfte haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO, für Aufgaben mit Kontrollbefugnissen die Sachkundeprüfung. Unsere Abläufe sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Einen Überblick über alle Leistungen in der Stadt gibt die Seite Sicherheitsdienst Bottrop.
Kosten für Werkschutz in Bottrop
Werkschutz läuft meist über viele Monate und wird nach Stunden abgerechnet. Der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Den Ausschlag geben die Zahl der Tore, der Anteil an Nacht-, Sonn- und Feiertagsstunden und zusätzliche Aufgaben wie Fahrzeugkontrollen oder Fremdfirmenverwaltung. Eine reine Nachtbesetzung mit Rundgängen kalkuliert sich anders als eine durchgehende Pforte mit Lkw-Abfertigung. Wie wir im übrigen Land arbeiten, zeigt die Seite Werkschutz in Nordrhein-Westfalen.


