Eine Stadt, die auf Stahl und Umschlag gebaut ist
Alle sieben Hochöfen, die im Ruhrgebiet noch feuern, stehen in Duisburg. Die Stadt liefert etwa die Hälfte des deutschen Roheisens und rund ein Drittel des Rohstahls, auch wenn die Zahl der Stahlarbeiter über die Jahrzehnte von etwa 70.000 auf rund 16.000 gesunken ist. Zugleich ist Duisburg ein Umschlagplatz: Die öffentlichen Häfen umfassen 21 Becken und rund 40 Kilometer Ufer, davon etwa 15 Kilometer mit Gleisanschluss.
Für den Werkschutz entsteht daraus ein besonderes Bild. Auf engem Raum liegen Betriebe mit Tausenden Beschäftigten, mit Gleisen, Kaikanten und Freilagern, mit Lieferverkehr rund um die Uhr. Wer hier ein Tor besetzt, kontrolliert nicht nur Personen, sondern Ladungen, Container, Waggons und Fremdfirmen, die für einen Tag oder für eine ganze Revision anrücken.
Wo Werkschutz in Duisburg gebraucht wird
Die großen Standorte verteilen sich über beide Rheinseiten und reichen von Walsum im Norden bis Hüttenheim im Süden:
- Integriertes Hüttenwerk von thyssenkrupp Steel im Duisburger Norden mit rund 13.500 Beschäftigten
- Kokerei Schwelgern mit zwei Batterien zu je 70 Öfen, Lieferant des benachbarten Werks Schwelgern
- Hüttenwerke Krupp Mannesmann in Huckingen und Hüttenheim mit zwei Hochöfen, Stahlwerk und Werkshafen
- Grillo-Werke mit Schwefelchemie wie Schwefeldioxid und Schwefelsäure
- logport I in Rheinhausen: 265 Hektar auf dem früheren Krupp-Gelände, rund 50 Unternehmen
- Duisburg Gateway Terminal auf der Kohleninsel im Ruhrorter Hafen, in Betrieb seit September 2024
Die Anforderungen unterscheiden sich deutlich. In einem Hüttenwerk gelten eigene Werksregeln, und Unterstützung wird oft dort gebraucht, wo zusätzliche Tore, Revisionen oder Sonderlagen das vorhandene Personal übersteigen. Ein Logistikbetrieb auf logport I braucht dagegen jemanden, der Trailer, Plomben und Frachtpapiere prüft. Und ein Chemiebetrieb verlangt, dass jede Person vor dem Betreten die Sicherheitsunterweisung nachweisen kann.
Umbau im Hüttenwerk: mehr Fremdfirmen am Tor
Die Stahlindustrie in Duisburg verändert sich gerade sichtbar. thyssenkrupp hat im Oktober 2025 den Hochofen 9 stillgelegt, der Standort Hamborn soll bis 2027 schließen. Parallel entsteht im Werk eine Direktreduktionsanlage mit zwei Einschmelzern, die bis zu 2,5 Millionen Tonnen direkt reduziertes Eisen im Jahr erzeugen soll; der Produktionsstart ist für Ende 2027 angesetzt. Bei HKM gilt die Zukunft der Hochöfen als offen, ein Elektrolichtbogenofen ist im Gespräch.
Für den Werkschutz heißt das: Neben dem Stammpersonal arbeiten über lange Zeit Montagefirmen, Anlagenbauer und Subunternehmer auf dem Gelände. Ausweise müssen ausgegeben, Arbeitsbereiche abgegrenzt und Werkzeugcontainer gegen Diebstahl gesichert werden. Gleichzeitig verlieren stillgelegte Anlagenteile ihre ständige Besetzung – und damit die Augen, die bisher nebenbei auf Kabel, Kupfer und Ersatzteile geachtet haben.
Container, Waggons und Papiere an den Hafentoren
Am Hafen geht es weniger um Werkstore als um Abfertigung. Lkw-Fahrer wechseln täglich, die Gesichter kennt niemand, entscheidend sind Auftrag, Kennzeichen und Frachtbrief. Unsere Kräfte gleichen diese Angaben vor der Einfahrt ab, notieren Ein- und Ausfahrt mit Uhrzeit und prüfen bei Bedarf Plomben an Containern und Aufliegern. Fahrzeuge ohne passenden Auftrag bleiben draußen, bis der Disponent sie freigibt.
Nachts verlagert sich die Aufgabe auf Rundgänge: entlang der Zäune zur Wasserseite, an abgestellten Wechselbrücken vorbei, über Freilager mit Coils oder Stahlprofilen. Wo Gleise in das Gelände führen, gehören die Gleiseinfahrten in jeden Gang. Was auffällt, steht mit Uhrzeit und Foto im Bericht, den Sie am Morgen erhalten. Mehr zu den allgemeinen Aufgaben finden Sie auf der Seite Werkschutz.
Vorhabenbezogen: was wir vor der Zusage klären
Duisburg liegt außerhalb unserer Kernregion Nord. Eine Niederlassung in Nordrhein-Westfalen haben wir nicht, unsere Häuser stehen in Neumünster, Berlin und Bremen. Deshalb sagen wir einen Werkschutz in Duisburg erst zu, wenn die Rechnung aufgeht: Wie viele Kräfte bindet Ihr Schichtplan? Wo wohnen sie während der Laufzeit? Wer springt ein, wenn jemand krank wird? Lässt sich das nicht verlässlich beantworten, sagen wir ab, statt mit wechselnden Aushilfen zu arbeiten.
Kommt der Auftrag zustande, besetzt ein gleichbleibendes Team die Tore, und Sie haben eine feste Ansprechperson. Vor dem ersten Dienst lernen die Kräfte Werksordnung, Alarmpläne, Sperrbereiche und Ihre Telefonliste kennen. Alle sind mindestens nach § 34a GewO unterrichtet, für Kontrollaufgaben mit Befugnissen setzen wir Kräfte mit Sachkundeprüfung ein. Zertifiziert sind wir nach ISO 9001 und DIN 77200. Weitere Standorte, etwa in Oberhausen oder Moers, nehmen Sie einfach in dieselbe Anfrage auf.
Kosten: Dauerbetrieb rechnet sich anders
Als Richtwert gilt für Werkschutz in Duisburg eine Spanne von 23 bis 50 € netto je Stunde. Wo ein Werk oder Terminal rund um die Uhr läuft, ist nicht die einzelne Stunde entscheidend, sondern die Besetzung über das ganze Jahr: drei Schichten, Wochenenden, Feiertage und Urlaubsvertretung. Teurer machen den Einsatz vor allem ein hoher Nacht- und Feiertagsanteil, mehrere gleichzeitig offene Zufahrten und zusätzliche Aufgaben wie Ausweisverwaltung oder Plombenkontrolle. Einen Überblick über das Land gibt die Seite Werkschutz in Nordrhein-Westfalen, die Stadt im Ganzen beschreibt Sicherheitsdienst Duisburg.


