Vom Chemiewerk zur Papiermaschine
Industrie hat in Eilenburg eine lange Geschichte. 1887 wurde hier die Deutsche Celluloid-Fabrik gegründet, aus der das Eilenburger Chemiewerk wurde; zu DDR-Zeiten arbeiteten dort rund 2.500 Menschen. Nach der Wende brachen viele dieser Arbeitsplätze weg, neue Betriebe siedelten sich auf Flächen am Stadtrand an. Heute verfügt die Stadt über rund 240 Hektar Gewerbefläche, verteilt auf drei größere Gebiete.
Größter Arbeitgeber ist die Papierfabrik der Model-Gruppe im Gewerbegebiet Am Schanzberg mit rund 230 Beschäftigten. Das Werk, das bis 2021 zu Stora Enso gehörte, wird auf die Herstellung von Wellpappenrohpapier umgestellt; angestrebt sind mehr als 600.000 Tonnen im Jahr. Für den Werkschutz heißt das: Rohstoffanlieferung rund um die Uhr, Fertigware in großen Rollen und während des Umbaus zusätzlich Montagefirmen auf dem Gelände.
Die Werksstandorte im Überblick
Je nach Gebiet stellen sich andere Aufgaben:
- Gewerbegebiet Am Schanzberg im Westen bei Kospa, rund 92 Hektar: Papierfabrik mit Holz- und Altpapierverkehr, Rollenlager und Werkstätten
- Kunststoffcenter am ECW-Wasserturm zwischen Mitte und Ost, rund 33 Hektar: Flächen für Kunststoffverarbeitung auf dem früheren Chemiegelände
- Chemie- und Kunststoffunternehmen wie Arkema, Stockmeier Chemie, Cetelon und das Polyplast Compound Werk, in deren Lagern und Produktion Gefahrstoffe vorkommen
- Gewerbegebiet Nord-Ost, rund 27 Hektar: kleinere Produktions- und Handwerksbetriebe
- Franken Brunnen an der B 107 mit der Abfüllung des Mineralwassers Ileburger
- die frühere Süßwarenfabrik, in der heute der Versandhändler SportSpar arbeitet, sowie Anlagenbau und Agrarhandel
Aufgaben an Pforte und Rampe
An der Pforte melden wir Besucher, Lieferanten und Fremdfirmen an, geben Ausweise und Sicherheitsunterweisungen aus und sammeln Ausweise beim Verlassen wieder ein. Lkw werden mit Kennzeichen, Frachtpapieren und Zeitfenster abgeglichen, bevor wir sie zur Waage oder Rampe schicken. Bei Chemiebetrieben achten wir auf Gefahrgutkennzeichnung und darauf, dass Fahrer die vorgeschriebenen Wege einhalten.
Auf dem Gelände gehen unsere Kräfte zu wechselnden Zeiten Tanklager, Freilager, Zaunlinien und Parkplätze ab. Sie kontrollieren Rolltore, achten auf ungewöhnliche Gerüche, tropfende Leitungen und abgestellte Fahrzeuge, die nicht angemeldet sind. Wo Papierrollen im Freien lagern, prüfen sie, ob Abstände zu Gebäuden eingehalten und Zufahrten für die Feuerwehr frei sind.
Stillstand, Umbau und Betriebsruhe
In der Papier- und Chemieindustrie gibt es Wochen, in denen das Werk ein anderes ist: Revisionen, Umbauten, Inbetriebnahmen. Dann arbeiten Dutzende Fremdfirmen gleichzeitig, Kräne und Schwerlasttransporte kommen hinzu, und die eigene Belegschaft ist oft kleiner als sonst. Für diese Zeit stocken wir die Besetzung auf, führen Listen, welche Firma mit wie vielen Personen in welchem Bereich arbeitet, und stimmen die Freigaben mit Ihrer Arbeitssicherheit ab.
Umgekehrt braucht nicht jeder Betrieb eine Pforte rund um die Uhr. Bei Einschichtbetrieben im Gewerbegebiet Nord-Ost reicht oft ein Werkschutz von Feierabend bis Schichtbeginn und am Wochenende. In durchlaufenden Werken planen wir drei Schichten mit schriftlicher Übergabe, sodass der Wechsel nicht an der Pforte zu Lücken führt.
Grundlage ist eine Dienstanweisung, die wir vor dem ersten Dienst mit Ihnen erstellen: Torzeiten, Besucherregeln, Sperrbereiche, Meldewege bei Störungen. Neue Kräfte lernen das Werk bei einem gemeinsamen Rundgang kennen, bevor sie allein im Dienst sind.
Vorhabenbezogen, mit klarer Zusage
In Sachsen haben wir kein eigenes Büro. Ein Werkschutzauftrag in Eilenburg beginnt deshalb mit einer Vorprüfung: Begehung, Postenbeschreibung, Schichtplan, Ablösung und Anreise. Zugesagt wird erst, wenn die Besetzung über die gesamte Laufzeit steht. Die Nachweise nach § 34a GewO legen wir vor dem Start vor, das Unternehmen ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Mehr zur Leistung finden Sie unter Werkschutz, den Überblick für das Land unter Werkschutz in Sachsen. Alle Leistungen in der Stadt zeigt die Seite Sicherheitsdienst Eilenburg, Werke an der Mulde weiter südlich finden Sie unter Wurzen.
Kosten für Werkschutz in Eilenburg
Werkschutz ist in aller Regel ein Dauerauftrag, und darin liegt sein Vorteil bei der Kalkulation: Feste Posten lassen sich genau planen. Der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Höher fällt er aus, wenn viele Nacht- und Feiertagsstunden anfallen, wenn mehrere Posten gleichzeitig besetzt sind oder wenn an der Pforte Zutrittsentscheidungen mit Gefahrstoffbezug getroffen werden. Zusätzliche Kräfte für einen Stillstand rechnen wir getrennt ab.


