Hundert Jahre Waschmittel – und was daraus geworden ist
Zwischen 1921 und 1923 baute Henkel in Genthin sein Waschmittelwerk; Persil und Spee machten den Namen der Stadt über Jahrzehnte bekannt. Nach dem Rückzug des Konzerns 2009 ging das Werk an die Hansa Group, die 2014 Insolvenz anmeldete. Auf dem Gelände ist seitdem der Industriepark Genthin entstanden. Elf Unternehmen mit mehr als 400 Fachkräften arbeiten dort, darunter Solvay mit Spezialtensiden für Wasch-, Reinigungs- und Pflegemittel, Sinarmas Cepsa mit einer Sulfonierungsanlage und Inprotec mit Granulaten und Pulvern.
Für den Werkschutz bedeutet das: Auf einem Gelände teilen sich mehrere Firmen Straßen, Leitungen und Tore. Wer dort am Eingang steht, muss wissen, welcher Lkw zu welchem Betrieb gehört, wer Gefahrgut bringt und wer nur Paletten abholt. Ein Tor, das für alle gilt, braucht klare Listen und eine Abstimmung zwischen den Nutzern.
Weitere Werke: Kunststoff, Metall und Schiffbau
In der früheren Zuckerfabrik verarbeitet die Cabka Group gemischte Kunststoffabfälle zu neuen Produkten, etwa Füßen für Bauzäune. Die Feuerverzinkung Genthin gehört zur Seppeler Gruppe und behandelt Stahlteile im Tauchbad. Am Elbe-Havel-Kanal unterhält die SET Schiffbau- und Entwicklungsgesellschaft Tangermünde einen Standort, und mit der Secanim GmbH ist ein Betrieb der Tierkörperverwertung in der Stadt ansässig. Die LFD Holding mit ihrer Schweineproduktion hat ihren Firmensitz in Genthin.
Jeder dieser Betriebe hat eigene Regeln. In der Verzinkerei zählen Hitze und Chemikalien, auf dem Werftgelände der Zugang vom Wasser, in Betrieben mit Tieren oder tierischen Nebenprodukten das Hygienekonzept. Werkschutz richtet sich danach und nicht umgekehrt.
Aufgaben am Tor und im Werk
Was wir übernehmen, legen wir mit Ihnen fest. Typisch für Werke in Genthin sind:
- Besetzung der Pforte zu Schichtwechsel, Nacht und Wochenende
- Anmeldung von Tankwagen, Gefahrguttransporten und Speditionen mit Abgleich der Papiere
- Fremdfirmenkontrolle bei Revisionen und Anlagenstillständen
- Ausgabe und Rücknahme von Besucherausweisen und Schlüsseln nach Ihrer Liste
- Streife über Lager, Tanklager-Umfeld, Freiflächen und Zaunlinien
- Begleitung von Wartungsfirmen, wenn der Betrieb ruht
In Bereichen mit Explosionsschutz oder besonderen Arbeitsschutzregeln betreten unsere Kräfte nur die freigegebenen Zonen und halten sich an Ihre Betriebsanweisung. Grundlagen zur Leistung finden Sie unter Werkschutz.
Planung ohne Büro im Land
Genthin liegt außerhalb unserer Kernregion Nord. Wir übernehmen Werkschutz hier vorhabenbezogen: Vor dem Angebot prüfen wir, ob wir den Bedarf mit Personal und vertretbarer Anfahrt abdecken können. Bei einem Dauerauftrag mit festen Schichten ist diese Prüfung gründlicher als bei einer Revision über wenige Tage. Ein eigenes Büro in Sachsen-Anhalt haben wir nicht; Sie bekommen einen festen Ansprechpartner, der Einweisung, Dienstplan und Berichte verantwortet.
Für die Anfahrt spielen die B 1 und die Bahn zwischen Magdeburg und Berlin die größte Rolle, eine Autobahn führt nicht direkt in die Stadt. Werke im benachbarten Burg betrachten wir auf Wunsch zusammen; dazu mehr unter Sicherheitsdienst Burg. Den Überblick für das Land finden Sie unter Werkschutz in Sachsen-Anhalt.
Qualifikation und Vorschriften
Am Werkstor setzen wir Kräfte mit Sachkundeprüfung nach § 34a GewO ein, für reine Streifengänge mindestens mit Unterrichtung. Wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Ihre Unterweisungen zu Arbeitsschutz, Gefahrstoffen und Notfallplänen nimmt jede Kraft vor dem ersten Dienst ab, die Teilnahme wird dokumentiert.
Bei Störfällen gilt Ihr Alarm- und Gefahrenabwehrplan. Unser Personal meldet, sperrt nach Anweisung ab und weist Einsatzkräfte ein; Eingriffe in Anlagen gehören nicht dazu.
Kosten des Werkschutzes
Wir kalkulieren mit einem Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Ein Dauerauftrag mit gleichbleibenden Schichten liegt meist anders als ein kurzfristiger Einsatz während eines Anlagenstillstands. Ausschlaggebend sind Zahl der Posten, Anteil an Nächten und Feiertagen, die geforderte Qualifikation und der Aufwand für die Anfahrt. Teilen sich mehrere Firmen im Industriepark ein Tor, verteilt sich der Aufwand auf mehrere Schultern.


