Eine Industriestadt am Kreuz dreier Wasserstraßen
Magdeburg war über Jahrzehnte eine Stadt des Schwermaschinenbaus. Namen wie Grusonwerk, Maschinenfabrik Buckau R. Wolf oder SKET stehen für diese Zeit. Heute ist das Bild breiter: Maschinen- und Anlagenbau, Umwelttechnik und Kreislaufwirtschaft, Logistik und Gesundheitswirtschaft prägen die Wirtschaft der Landeshauptstadt. Unter den großen Arbeitgebern nennt die Statistik die Deutsche Bahn, das Universitätsklinikum, die Telekom und den Energiedienstleister GETEC.
Für die Industrie ist die Lage entscheidend. Im Norden der Stadt kreuzt der Mittellandkanal seit 2003 auf einer knapp einen Kilometer langen Trogbrücke die Elbe, dazu kommt der Elbe-Havel-Kanal. Die Autobahnen A 2 und A 14 treffen sich am Autobahnkreuz Magdeburg. Werke, die hier produzieren oder umschlagen, haben deshalb fast immer mehrere Verkehrswege auf dem Gelände – und jeder davon ist ein möglicher Zugang.
Wo in Magdeburg Werkschutz gebraucht wird
Die folgenden Standorte nennen wir als Beispiele für Gelände, auf denen typischerweise Werkschutzaufgaben anfallen. Es handelt sich nicht um Auftraggeber:
- Hafen Magdeburg: vier Häfen auf fast zehn Kilometern Elbufer, darunter Industriehafen (1908 bis 1911 gebaut) und Kanalhafen (1929 bis 1932), mit Umschlag von Getreide, Metallen, Schrott, Containern und Mineralölprodukten
- Hafenbahn: rund 54 Kilometer eigenes Gleisnetz mit Anschluss an den Bahnknoten der Stadt
- Enercon in Rothensee: Kompetenzzentrum für Generatoren von Windenergieanlagen, 2025 mit angekündigten bis zu 200 zusätzlichen Stellen
- Müllheizkraftwerk Rothensee im Gewerbegebiet Nord: seit 2005 in Betrieb, seit August 2024 mit einem dritten Block für Gewerbeabfälle und Klärschlamm
- Weitere Produktionsbetriebe im Stadtgebiet wie die Biodieselherstellung von Glencore, die Kaffeerösterei Röstfein und der Helmhersteller Schuberth
Hafen und Hafenbahn: Kontrolle an drei Fronten
Auf einem Hafengelände reicht ein besetztes Straßentor nicht aus. Waggons fahren über Gleiszufahrten ein, die nachts offen stehen müssen, Schiffe legen an Kaikanten an, die sich nicht einzäunen lassen, und Lkw verschiedener Speditionen holen Ladung ab, für die oft ein anderer Betreiber zuständig ist als für den Boden darunter. Bevor wir einen Auftrag annehmen, klären wir deshalb mit Ihnen, welche Flächen tatsächlich in Ihrer Verantwortung liegen.
Daraus entsteht ein Postenplan: welche Zufahrt dauerhaft besetzt ist, welche Gleisüberfahrt wir zu welchen Zeiten prüfen, wann eine Runde entlang der Kaimauer und der Freilager stattfindet. Lose Metalle und Schrott sind auf solchen Flächen ein häufiges Ziel, ebenso Betriebsstoffe von abgestellten Fahrzeugen. Auffälligkeiten melden wir an den Schichtleiter oder die von Ihnen genannte Stelle und halten sie mit Uhrzeit fest.
Fertigung und Kraftwerk: Fremdfirmen im Griff
In Werken mit großen Bauteilen – etwa Generatoren für Windenergieanlagen – kommen Schwertransporte, Kranfirmen und Monteure in wechselnder Besetzung auf das Gelände. In einer Anlage wie dem Müllheizkraftwerk sind es die Revisionen, zu denen über Wochen zahlreiche externe Teams anrücken. Wer dann nicht weiß, wer auf dem Gelände ist, kann im Ernstfall nicht vollständig räumen.
Wir führen deshalb Fremdfirmenlisten, prüfen Ausweise und Unterweisungsnachweise nach Ihren Vorgaben, geben Besucherausweise aus und sammeln sie beim Verlassen wieder ein. Fahrzeuge erfassen wir mit Kennzeichen und Ziel auf dem Gelände.
Für Stillstände, Inventuren oder Betriebsferien verstärken wir die Besetzung auf Wunsch für einen festgelegten Zeitraum und nehmen sie danach wieder zurück.
Ein Magdeburger Sonderfall sind die Verkehrsbaustellen: Wenn am Magdeburger Ring oder an der B 1 Brücken erneuert werden, ändern sich Anfahrtswege und Ankunftszeiten der Lieferanten. Wir passen Torzeiten und Voranmeldung dann mit Ihnen an, damit sich keine Lkw vor dem Tor stauen.
Vorhabenbezogen geplant, mit festem Ansprechpartner
Magdeburg gehört nicht zu unserer Kernregion Nord, und in Sachsen-Anhalt unterhalten wir kein eigenes Büro. Werkschutz in der Landeshauptstadt übernehmen wir vorhabenbezogen: Vor jeder Zusage prüfen wir Anfahrt, Personalstärke und Ablösung über die gesamte Laufzeit. Sagen wir zu, bekommen Sie einen festen Ansprechpartner, der Ihre Anlage kennt.
Gemeinsam mit Ihnen schreiben wir eine Dienstanweisung mit Zutrittsregeln, Meldewegen und dem Verhalten bei Alarm, Brand oder Unfall. An Toren mit Kontrollbefugnis setzen wir Kräfte mit Sachkundeprüfung nach § 34a GewO ein; zertifiziert sind wir nach ISO 9001 und DIN 77200. Was zum Werkschutz allgemein gehört, lesen Sie unter Werkschutz, den Überblick für das Land unter Werkschutz in Sachsen-Anhalt. Zur Stadt insgesamt: Sicherheitsdienst Magdeburg, für das nördliche Umland Wolmirstedt.
Was Werkschutz in Magdeburg kostet
Als Richtwert gelten 23 bis 50 € netto je Stunde. Wo im Werkschutz die Spanne liegt, hängt vor allem davon ab, wie viele Posten rund um die Uhr besetzt sind, wie hoch der Anteil an Nacht-, Sonn- und Feiertagsstunden ausfällt und welche Qualifikation Sie an den Toren verlangen. Ein dauerhaft besetztes Hafentor wird anders kalkuliert als eine Verstärkung für drei Wochen Revision.
Für weitläufige Gelände rechnen wir Ihnen gern zwei Varianten durch, etwa ein besetztes Haupttor mit Rundgängen gegenüber zwei festen Posten an Straße und Gleis.


