Vom Walzwerk 1909 zum Metallstandort von heute
1909 nahm in Hettstedt ein Drahtwalzwerk den Betrieb auf, ein Jahr später folgte ein Umkehrwalzwerk, 1912 kamen Kupferblechwalzung, Drahtzug und Stangenstraße dazu. 1935/36 entstand ein Aluminiumwerk. Zu DDR-Zeiten gehörten die Betriebe zum Mansfeld-Kombinat, nach 1990 wurden sie aufgeteilt und mehrfach verkauft. Das Kupfer- und Messingwerk im Südwesten der Stadt gehört seit 2019 zur KME-Gruppe und firmiert heute als KME Mansfeld GmbH.
Damit ist Hettstedt bis heute eine Stadt der Halbzeuge: Bänder, Bleche, Drähte, Rohre und Profile, die anderswo zu Kabeln, Fahrzeugteilen oder Fassaden weiterverarbeitet werden. Für den Werkschutz zählt dabei vor allem eine Eigenschaft dieser Ware: Sie hat einen täglich veröffentlichten Preis und lässt sich ohne weitere Bearbeitung verkaufen.
Betriebe und Flächen in Hettstedt
Die folgenden Standorte sind öffentlich belegt. Wir nennen sie, um die Aufgaben zu beschreiben, nicht als Kunden.
- KME Mansfeld: Kupfer- und Messinghalbzeuge, mit mehr als 1.000 Beschäftigten das größte Unternehmen der Stadt
- HMT Höfer Metall Technik: Strangpresswerk für Aluminiumprofile mit zwei Presslinien und eigener Gießerei
- Elcowire Rail: Fahrleitungs- und Bronzedraht
- Gewerbe- und Industriegebiet Ritteröder Straße mit 41 Hektar, davon noch freie GI- und GE-Flächen
- Techno- und Gewerbepark Walbeck an der B 180 mit Maschinen- und Sondermaschinenbau wie UNIMA und Unterschütz
- Das Industriegebiet im Stadtteil Molmeck
Tor, Waage, Schrottplatz: die Schwerpunkte im Metallbetrieb
In einem Metallwerk liegt der Wert nicht im Verwaltungsgebäude, sondern auf Coils, Stangenbündeln, Bolzen und Rücklaufmaterial. Am wirksamsten ist der Werkschutz deshalb am Ausgang: Ladung, Lieferschein und Wiegeschein müssen zusammenpassen, bevor ein Lkw das Gelände verlässt. Wir legen mit Ihnen fest, welche Toleranzen gelten und wer bei einer Abweichung entscheidet.
Der zweite Schwerpunkt ist der Lagerplatz für Späne, Schrott und Ausschuss. Gerade dieses Material wird gern unterschätzt, weil es ungeordnet aussieht. Wir beziehen solche Flächen in die Streifen ein, prüfen Zäune und Container und achten auf Fahrzeuge, die außerhalb der Ladezeiten in der Nähe halten.
Drittens: Fremdfirmen. Bei Instandsetzungen an Pressen, Öfen oder Walzgerüsten kommen Monteure, Kranfahrer und Prüfer auf das Gelände, oft am Wochenende. Wir führen die Anmeldelisten, prüfen die von Ihnen verlangten Unterlagen und achten darauf, dass Besucher nur in freigegebenen Bereichen unterwegs sind.
Schichtbetrieb und Nebentore
Gießereien und Pressen laufen oft rund um die Uhr. Eine Torbesetzung, die sich an Bürozeiten orientiert, wäre genau dann leer, wenn Schichtwechsel, Spätanlieferungen und Wochenendarbeiten stattfinden. Wir planen die Besetzung entlang Ihres Schichtmodells und überlappen die Übergabe so, dass das Tor nie unbesetzt ist.
Große Werke haben neben der Hauptpforte Nebentore, Parkplätze für Fremdfirmen und teils Gleisanschlüsse. Für jeden dieser Zugänge schreiben wir in die Dienstanweisung, wann er offen ist, wer ihn benutzen darf und wie er nach Schichtende verschlossen wird. Allgemeines zur Leistung lesen Sie unter Werkschutz.
Ohne Büro im Land: vorhabenbezogen geplant
Hettstedt liegt außerhalb unserer Kernregion Nord, und wir unterhalten in Sachsen-Anhalt keine Niederlassung. Werkschutzaufträge prüfen wir deshalb einzeln: Wie viele Posten, welche Schichten, welche Laufzeit, welche Anforderungen an Ausweise und Nachweise? Erst wenn feststeht, dass wir Anfahrt und Personal über die ganze Laufzeit sicherstellen können, erhalten Sie ein Angebot.
Sie bekommen eine feste Ansprechperson, eine Einweisung im Werk und schriftliche Postenanweisungen. Unser Personal ist nach § 34a GewO unterrichtet oder sachkundegeprüft; das Unternehmen ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Den Landesüberblick gibt Werkschutz in Sachsen-Anhalt, weitere Leistungen vor Ort finden Sie unter Sicherheitsdienst Hettstedt. Für Betriebe in Sangerhausen gilt dasselbe Vorgehen.
Was ein Werkschutzauftrag kostet
Als Richtwert gelten 23 bis 50 € netto je Stunde. Ein dauerhaft besetztes Tor im Drei-Schicht-Betrieb wird anders kalkuliert als zusätzliche Kräfte für einen Instandhaltungsstillstand von zwei Wochen oder als nächtliche Streifen über einen Lagerplatz.
Weil die Anreise bei vorhabenbezogenen Aufträgen ins Gewicht fällt, sind lange Laufzeiten mit festen Schichten meist günstiger als wechselnde Einzeltermine. Pforte, Warenausgangskontrolle und Streife weisen wir getrennt aus, damit Sie jede Leistung für sich beurteilen können.


