Von der Saatguthauptstadt zum Forschungsstandort
Vor dem Ersten Weltkrieg stammten rund 60 Prozent der weltweit erzeugten Blumensamen aus Quedlinburger Betrieben. In der DDR war die Stadt Sitz der Vereinigung Volkseigener Betriebe für Saat- und Pflanzgut, in Fachkreisen hieß sie Saatguthauptstadt. Nach 1990 wurden viele Betriebe privatisiert oder aufgelöst, die Tradition ist aber geblieben: Seit 2008 hat das Julius Kühn-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, seinen Hauptsitz in Quedlinburg. Vier seiner Fachinstitute arbeiten hier.
Daneben bereiten private Unternehmen wie satimex Quedlinburg und International Seeds Processing Saatgut auf. Für Werkschutz bedeutet das: Neben Hallen und Lagern gibt es Gewächshäuser, Versuchsfelder und Labore, deren Inhalt für Außenstehende wertlos aussieht, für den Betrieb aber Jahre an Arbeit bedeutet.
Die Quedlinburger Institute des Julius Kühn-Instituts befassen sich mit Züchtungsforschung an gartenbaulichen Kulturen, mit Resistenzforschung und Stresstoleranz, mit der Sicherheit biotechnologischer Verfahren bei Pflanzen und, seit Ende 2022, mit Waldschutz. Für Forschungseinrichtungen dieser Art gilt: Zutritt ist nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch des Versuchsschutzes. Wer ein Gewächshaus betritt, kann ungewollt Schädlinge oder Krankheiten einschleppen.
Industrie und Gewerbe an der Magdeburger Straße
Das Industrie- und Gewerbegebiet an der Magdeburger Straße liegt im Nordosten der Stadt. Der Bebauungsplan weist dort Industrieflächen aus, auf einzelnen Grundstücken ist Betrieb rund um die Uhr möglich. Industrie hat in Quedlinburg Tradition: Im Messgerätewerk, später VEB Mertik, arbeiteten zu DDR-Zeiten mehr als 3.000 Menschen. Der Nachfolger Maxitrol hat seinen Sitz heute im benachbarten Thale.
Nach Branchenanteilen entfällt knapp ein Fünftel auf die Industrie, der Rest überwiegend auf Dienstleistungen. Viele Betriebe sind mittelständisch, haben keine eigene Werksicherheit und brauchen Schutz vor allem dann, wenn die eigene Belegschaft nicht da ist.
Was in Quedlinburg gefertigt wurde, war vielseitig. Das Werk am Klopstockweg stellte Tachografen und Anzeigen für Fahrzeuge her, Schalter und Ventile für die Kältetechnik und Regler für Heizungsanlagen in großen Stückzahlen. Wo heute in der Stadt produziert wird, gelten ähnliche Anforderungen: Fertigware, Bauteile und Messgeräte haben einen hohen Wert auf kleinem Raum, und Lager mit solcher Ware brauchen eine verlässliche Kontrolle von Tor und Ausgabe.
Aufgaben am Tor und auf dem Gelände
Wie der Werkschutz aussieht, hängt vom Betrieb ab. Häufig gefragt sind in Quedlinburg:
- Pfortendienst mit Anmeldung von Besuchern, Lieferanten und Fremdfirmen
- Abgleich von Lkw-Kennzeichen, Lieferscheinen und Ladung bei Wareneingang und -ausgang
- Kontrolle von Sperr- und Laborbereichen nach den Regeln Ihres Hauses
- Rundgänge über Hallen, Freilager, Gewächshäuser und Zaunlinien nach Schichtende
- Schließkontrollen an Wochenenden und Feiertagen sowie Begleitung von Notdiensten
Vor Beginn lassen wir uns in Ihre Betriebsabläufe, Hygiene- und Sicherheitsregeln einweisen. Was am Tor gilt, steht in einer Dienstanweisung, die Sie freigeben.
Für Betriebe, die rund um die Uhr produzieren oder lagern, planen wir Schichtwechsel so, dass die Übergabe am Tor lückenlos ist: Die abgelöste Kraft übergibt offene Vorgänge, Schlüssel und Besonderheiten, bevor sie geht. So weiß die nächste Schicht, welche Fremdfirma noch auf dem Gelände ist und welche Lieferung erwartet wird.
So organisieren wir den Werkschutz außerhalb der Kernregion
Unsere Kernregion liegt im Norden, in Sachsen-Anhalt arbeiten wir vorhabenbezogen und ohne eigenes Büro im Land. Die Planung erfolgt von Neumünster und Berlin aus. Am Anfang steht ein Gespräch über Posten, Zeiten und Laufzeit, danach eine Begehung. Erst wenn wir sicher sind, dass wir die Besetzung dauerhaft stellen und Ausfälle ersetzen können, sagen wir zu.
Am Tor arbeitet Personal mit Sachkundeprüfung nach § 34a GewO, für Rundgänge mindestens mit Unterrichtung. Torbuch und Rundgänge werden schichtgenau dokumentiert. Mehr dazu unter Werkschutz und Werkschutz in Sachsen-Anhalt. Für Betriebe im Umland siehe auch Sicherheitsdienst Thale.
Kosten für Werkschutz in Quedlinburg
Werkschutz wird meist als Dauerauftrag mit festen Schichten vergeben. Unser Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Wo im Rahmen dieser Spanne Ihr Preis liegt, hängt von der Zahl der Posten, der Besetzung rund um die Uhr oder nur außerhalb der Arbeitszeit, der verlangten Qualifikation und zusätzlichen Unterweisungen ab. Eine gleichbleibende Besetzung über Monate lässt sich günstiger planen als einzelne kurzfristige Dienste.


