Eine Stadt aus Holz
Das älteste Bauholz im Fachwerkmuseum Ständerbau wurde 1325 geschlagen. In Quedlinburg stehen Häuser aus acht Jahrhunderten Wand an Wand, mit Holzbalkendecken, Lehmgefachen und Dachstühlen, die nie ausgetauscht wurden. Die Stadt weiß, was ein Feuer hier bedeutet: 1676 und 1797 verwüsteten Stadtbrände große Teile der Bebauung.
Für heutige Bauarbeiten folgt daraus Vorsicht. Wer am Dach Bleche lötet, in einem Altbau Leitungen hartlötet oder Bitumenbahnen flämmt, arbeitet neben trockenem, altem Holz. Glut kann in Hohlräumen von Decken und Wänden stundenlang unbemerkt bleiben.
Romanische Kirchen und Museen
Die Stiftskirche St. Servatii auf dem Schlossberg wurde nach einem Brand im Jahr 1070 neu errichtet und 1129 geweiht. Die Krypta von St. Wiperti stammt aus der Zeit um 1020, die Ruine von St. Marien auf dem Münzenberg geht auf eine Gründung von 986 zurück. In Gernrode steht mit St. Cyriakus eine der bedeutendsten ottonischen Kirchen Deutschlands mit dem ältesten erhaltenen Heiligen Grab im Land. Dazu kommen gotische Stadtkirchen wie St. Nikolai mit ihren 72 Meter hohen Türmen, St. Benedikti, St. Aegidii und St. Blasii.
In solchen Bauten wird regelmäßig gearbeitet: an Dächern, Orgeln, Glockenstühlen und Leitungen. Auch Museen wie das Schlossmuseum, das Klopstockhaus oder die Lyonel-Feininger-Galerie bergen Bestände, die bei einem Brand unersetzlich wären.
Gernrode zeigt, wie lange solche Bauten schon bestehen: Der Bau der Stiftskirche begann wahrscheinlich im Gründungsjahr des Stifts 959, die Westapsis kam um 1130 hinzu. Jede Arbeit an einem solchen Haus, ob neue Elektrik, Heizung oder Dachrinne, findet neben Bauteilen statt, die kein Handwerker ersetzen kann.
Die Stadtkirchen tragen Schichten aus vielen Jahrhunderten. St. Aegidii wird 1179 erstmals erwähnt, St. Benedikti 1233. Bei St. Blasii stammen nur die gotischen Türme aus dem Mittelalter, das Schiff ist barock. St. Wiperti wurde 1957 restauriert und 1959 neu geweiht. Wer in einem solchen Bau arbeitet, trifft auf Holz, Putz und Ausstattung aus ganz unterschiedlichen Epochen, oft in Hohlräumen, die von außen nicht einsehbar sind. Die Brandwache muss diese Stellen kennen, bevor der erste Brenner gezündet wird.
Fachwerk dicht an dicht
Der Denkmalpflegeplan von 2012 zählt in Quedlinburg 2.119 Fachwerkbauten. Viele stehen Wand an Wand, Dachräume grenzen aneinander, und zwischen den Häusern ist oft kaum Abstand. Ein Brand, der in einem Dachstuhl beginnt, bleibt dort nicht lange allein.
Bei Heißarbeiten an einem solchen Haus reicht es deshalb nicht, nur den eigenen Arbeitsbereich zu beobachten. Wir sehen, soweit die Eigentümer es ermöglichen, auch in angrenzende Dachräume und Treppenhäuser, achten auf Rauchgeruch hinter Verkleidungen und halten die Zufahrt für die Feuerwehr in den engen Gassen frei.
Aufgaben einer Brandwache
Eine Brandwache beginnt vor dem ersten Funken. Unsere Kräfte werden vor Ort in Gebäude, Löschmittel und Meldewege eingewiesen und übernehmen dann:
- Kontrolle des Arbeitsbereichs auf brennbare Stoffe vor Beginn der Arbeiten
- Beobachtung während Schweiß-, Löt-, Trenn- und Flämmarbeiten
- Bereithalten der Löschmittel und Eingreifen bei Entstehungsbränden
- Prüfen angrenzender Räume, Decken und Dachbereiche auf Wärme und Rauch
- Nachkontrolle nach Ende der Arbeiten für die im Erlaubnisschein festgelegte Dauer
Brandwachen stellen wir auch, wenn eine Brandmeldeanlage wegen Umbau abgeschaltet ist, oder als Teil des Sicherheitskonzepts bei Veranstaltungen in historischen Räumen.
Vorhabenbezogen und mit Einweisung
In Sachsen-Anhalt arbeiten wir vorhabenbezogen, ohne eigenes Büro im Land, geplant wird von Neumünster und Berlin aus. Für eine Brandwache klären wir vorab Gebäude, Art und Dauer der Arbeiten und die Vorgaben aus dem Erlaubnisschein des Auftraggebers. Unser Personal ist nach § 34a GewO unterrichtet, wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Mehr unter Brandwachen und Brandwache in Sachsen-Anhalt. Einen Überblick über alle Leistungen in der Stadt finden Sie unter Sicherheitsdienst Quedlinburg.
Kosten einer Brandwache in Quedlinburg
Für Brandwachen gilt ein Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Den Preis bestimmen vor allem die Dauer der Heißarbeiten, die Länge der Nachkontrolle und die Tageszeit: Wird nachts, am Wochenende oder an Feiertagen gearbeitet, liegt der Satz höher. Kurze Einsätze von wenigen Stunden planen wir mit einer Mindestdauer, längere Sanierungsabschnitte lassen sich als Reihe günstiger abbilden.


