Salz und Chemie seit dem 19. Jahrhundert
Staßfurt verdankt seine Industrie dem Salz im Untergrund. Nach der Entdeckung der Lagerstätte 1851 entstanden hier Kalischächte, später Chemiebetriebe, die das Salz weiterverarbeiten. Die Schächte sind längst stillgelegt, die chemische Verarbeitung aber ist geblieben. Das produzierende Gewerbe ist bis heute die Grundlage der Staßfurter Wirtschaft, und die Stadt zählt 19 Industrie- und Gewerbegebiete.
Größter Arbeitgeber ist der Sodastandort, der seit 2007 zum polnischen Konzern Qemetica gehört, der bis 2024 Ciech hieß. Daneben prägen Abfallverwertung, Elektronikfertigung, Lebensmittelherstellung und Baustoffe das Bild.
Die großen Werke im Überblick
Die Übersicht zeigt, mit welchen Anlagen ein Werkschutz in Staßfurt rechnen muss:
| Standort | Was dort geschieht | Worauf es am Tor ankommt |
|---|---|---|
| Qemetica Soda, An der Löderburger Bahn | Leicht- und Schwersoda sowie Natron, Tradition seit 1882, eigene Kalkstein- und Solelagerstätten | Fremdfirmen bei Revisionen, Gefahrgut, Tankwagen |
| Siedesalzanlage Qemetica Salz | Salzgewinnung direkt neben dem Sodawerk | Lieferverkehr, Lebensmittelhygiene |
| Werkskraftwerk Qemetica Energy | Dampf und Strom für das Sodawerk | Zutritt zu Schaltanlagen, Störmeldungen |
| Müllheizkraftwerk Remondis | thermische Behandlung von Restabfall im Schichtbetrieb | Anlieferung, Wiegen, Bunkerbereich |
| TechniSat Teledigital | Fertigung von Fernsehgeräten und Satellitenreceivern | Warenausgang, hochwertige Elektronik |
Hinzu kommen Betriebe wie Rügenwalder Spezialitäten Plüntsch in der Lebensmittelherstellung. Im Gewerbegebiet Brumby an der A 14 sind unter anderem ein Betonwerk, ein Hersteller von Digitalfunkgeräten und ein Autozulieferer ansässig.
Werkschutz an Chemie- und Energieanlagen
In einem Sodawerk ist die Werkspforte mehr als eine Schranke. Bei Revisionen und Stillständen kommen Dutzende Fremdfirmen auf das Gelände, oft mit eigenen Fahrzeugen und Werkzeug. Jede Person muss angemeldet, unterwiesen und mit einem Ausweis versehen sein, bevor sie die Anlage betritt. Der Werkschutz prüft die Unterweisungsnachweise, gibt Ausweise aus und hält fest, wer sich wann wo aufhält.
Am Müllheizkraftwerk liegt der Schwerpunkt auf der Anlieferung. Sammelfahrzeuge und Container-Lkw fahren über die Waage, Papiere und Herkunft der Ladung müssen stimmen. Außerhalb der Anlieferzeiten wird das Gelände zur Sperrzone, die regelmäßig abzugehen ist.
Bei Störungen gibt der Werkschutz Meldungen an die Messwarte des Betreibers weiter, öffnet Feuerwehr und Rettungsdienst die Zufahrt und weist Einsatzkräfte ein. Die Abläufe dafür legen wir mit Ihrer Sicherheitsfachkraft fest.
Bei Elektronik- und Lebensmittelherstellern verschiebt sich der Blick auf den Warenausgang. Fernsehgeräte und Satellitenreceiver sind handlich und wertvoll, Kühlware verlangt pünktliche Abfertigung an der Rampe. Der Werkschutz gleicht Ladelisten mit der Palettenzahl ab, verplombt auf Wunsch Auflieger und achtet darauf, dass Fahrer in den Wartezonen bleiben, statt über das Gelände zu laufen. Hygieneregeln wie Haarnetz und Schutzkleidung gelten auch für die Kräfte am Tor, sobald sie die Produktion betreten.
Aufgaben im Überblick
Welche Punkte Ihr Werk braucht, steht in der Dienstanweisung. Ändern sich Schichtmodell, Zufahrten oder Anlieferzeiten, passen wir sie an.
- Besetzung von Pforten und Toren im Rhythmus Ihrer Schichten, auch an Feiertagen
- Anmeldung, Ausweisausgabe und Unterweisungskontrolle für Fremdfirmen
- Abfertigung von Lkw mit Abgleich von Lieferscheinen, Frachtpapieren und Kennzeichen
- Kontrollgänge über Lagerflächen, Tanklager und Freigelände mit Uhrzeit im Bericht
- Weitergabe von Störmeldungen nach Ihrer Alarmanweisung
- Einweisung von Feuerwehr und Rettungsdienst am Tor
Vorhabenbezogen, mit festem Team
Sachsen-Anhalt gehört nicht zu unserer Kernregion Nord, wir unterhalten weder in Staßfurt noch im Salzlandkreis ein Büro. Werkschutz übernehmen wir hier vorhabenbezogen. Bevor wir zusagen, prüfen wir, ob Anreise, Unterbringung und Ablösung über die geplante Laufzeit tragen. Bei einer Zusage stellen wir ein festes Team mit benannten Vertretungen, damit Ihre Mitarbeiter am Tor auf bekannte Gesichter treffen.
Unsere Kräfte haben die Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO, wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Mehr zur Leistung lesen Sie unter Werkschutz und im Landesüberblick Werkschutz in Sachsen-Anhalt. Für Betriebe im Norden des Kreises lohnt ein Blick auf Schönebeck (Elbe).
Kosten für den Werkschutz
Für den Werkschutz in Staßfurt gilt ein Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Weil Werkschutz meist als Daueraufgabe über Monate oder Jahre vergeben wird, zählt vor allem die Wochenstundenzahl: Ein Tor, das an jedem Tag des Jahres rund um die Uhr besetzt ist, kalkuliert sich anders als eine Pforte nur für Nächte und Wochenenden. Zusatzaufgaben wie Wiegen, Unterweisungskontrolle oder große Rundgänge fließen ebenso ein wie die Anreise, die bei einem vorhabenbezogenen Einsatz entsteht.


