Alte Bausubstanz, die selten geworden ist
In Staßfurt hat der Bergbau einen großen Teil der Altstadt gekostet. Über den gefluteten Kalischächten senkte sich der Boden, ab 1905 mussten rund 800 Gebäude weichen. Die Johanniskirche wurde 1948 zusätzlich durch einen Brand beschädigt, ihr schiefer Turm wurde 1964/65 abgetragen. Umso wertvoller ist, was geblieben ist: die mittelalterliche Stadtmauer mit Zwinger und Rondell, die Kirchen der Kernstadt und der Ortsteile, Bürgerhäuser wie das des Stadt- und Bergbaumuseums aus dem 17. Jahrhundert.
Wenn an solchen Gebäuden Dächer gedeckt, Rinnen gelötet oder Stahlträger eingeschweißt werden, entstehen Risiken, die Handwerker allein kaum abdecken können. Glut kann in Fugen und Hohlräumen stundenlang schwelen, bevor sie sichtbar wird.
Wo in Staßfurt Brandwachen gebraucht werden
Dazu kommen Hallen in den Gewerbegebieten, in denen bei Umbauten geschweißt wird, und das alte Bahnbetriebswerk, das heute als Eisenbahnmuseum genutzt wird.
- St. Petri in Brumby: eine Autobahnkirche mit barockem Innenraum und einer Bilderdecke aus 92 Tafeln, die mit Spenden restauriert wird
- St. Johannis in Leopoldshall: eingeweiht 1876, mit einem Turm von über 40 Metern
- St. Petri am Königsplatz in der Kernstadt
- Salzlandtheater im Tränental: Theatersaal mit 339 Plätzen, Tilly-Saal im Stadtpalais von 1550
- Qemetica-Sodawerk und Werkskraftwerk: Revisionen an Leitungen, Behältern und Kesseln
- Müllheizkraftwerk von Remondis: Arbeiten an Kesseln, Bunker und Fördertechnik
Heißarbeiten an Kirchen und Denkmalen
Eine bemalte Holzdecke wie in Brumby verzeiht keinen Funken. Bei Arbeiten am Dach, an Fenstern oder an Blitzschutzanlagen stellen wir einen Brandposten, der während der Arbeit neben dem Handwerker steht, mit Löschmitteln in Reichweite. Nach Arbeitsende bleibt die Wache vor Ort und geht die Bereiche in festgelegten Abständen ab, auch über Stunden, wenn Dachstuhl oder Zwischendecken betroffen sind.
Grundlage ist der Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten, den Bauherr oder Betreiber ausstellt. Darin stehen Bereich, Dauer und Nachkontrollzeit. Unsere Kräfte halten sich an diese Vorgaben, vermerken jeden Rundgang mit Uhrzeit im Bericht und übergeben ihn am Ende an die Bauleitung.
Brandwache in Industrie und Versammlungsstätten
In Chemie- und Kraftwerksanlagen sind Revisionen die Zeiten mit dem höchsten Brandrisiko. Viele Gewerke arbeiten gleichzeitig, Leitungen werden getrennt und neu verschweißt, und Isoliermaterial liegt offen. Ein Brandposten beobachtet hier nicht nur die Schweißstelle, sondern auch, was darunter und dahinter liegt. Er kennt den Weg zum nächsten Melder und den Treffpunkt der Werkfeuerwehr oder der öffentlichen Feuerwehr.
In Versammlungsstätten wie einem Theater wird eine Brandwache nötig, wenn die Brandmeldeanlage gewartet wird oder ausfällt. Dann gehen unsere Kräfte Saal, Bühne und Nebenräume in kurzen Abständen ab, bis die Anlage wieder arbeitet. Bei Vorstellungen kann zusätzlich eine Wache in Foyer und Garderobe eingesetzt werden.
Auch auf dem Gelände des Müllheizkraftwerks gelten besondere Bedingungen. Im Bunker lagert Restabfall in großen Mengen, Krananlage und Mülltrichter sind ständig in Bewegung, und Kessel werden bei Stillständen geöffnet und repariert. Wird dort geschweißt oder getrennt, achtet der Brandposten besonders auf Funkenflug in Richtung Bunker und Fördertechnik. Die Absprache mit der Schichtleitung des Betreibers gehört deshalb zu jedem Einsatzbeginn, ebenso die Frage, wer im Ernstfall die Löschanlagen auslöst.
Planung und Qualifikation
Staßfurt liegt außerhalb unserer Kernregion Nord, ein Büro haben wir in Sachsen-Anhalt nicht. Brandwachen übernehmen wir hier vorhabenbezogen. Planbare Arbeiten wie Revisionen oder Dachsanierungen eignen sich dafür gut. Kurzfristige Anfragen prüfen wir einzeln und sagen ehrlich ab, wenn die Anreise nicht passt.
Unsere Kräfte haben die Unterrichtung nach § 34a GewO und werden vor dem Einsatz in die Löschmittel vor Ort eingewiesen. Mehr lesen Sie unter Brandwachen und Brandwache in Sachsen-Anhalt. Einen Gesamtüberblick gibt Sicherheitsdienst Staßfurt, für Objekte an der Saale die Seite Bernburg (Saale).
Kosten der Brandwache
Wir rechnen mit einem Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Bei der Brandwache fällt oft ein großer Teil der Stunden in die Nachkontrolle nach Feierabend, also in Abend- und Nachtstunden. Bei Revisionen kommen Wochenenden hinzu, weil Anlagen dann stillstehen. Den Ausschlag geben deshalb die Länge der Nachkontrolle, die Zahl gleichzeitiger Arbeitsstellen und die Lage der Stunden im Kalender. Sie erhalten eine Aufstellung je Arbeitstag.


