Fast sechs Jahrhunderte Metall an der Bode
Eine Eisenhütte ist in Thale seit 1445 belegt. 1831 entstand hier die erste schmiedeeiserne Wagenachse Deutschlands, 1835 wurde das älteste Blechemaillierwerk Europas gegründet. Um 1905 arbeiteten im Hüttenwerk rund 4.400 Menschen. In der DDR hieß der Betrieb VEB Eisen- und Hüttenwerke Thale, nach 1990 brach er weitgehend zusammen, einzelne Bereiche wurden verkauft und bestehen bis heute.
Das Ergebnis ist eine Industrielandschaft, die kleiner ist als früher, aber technisch anspruchsvoll. Die Werke liegen teils auf dem alten Hüttengelände zwischen Roßtrappenstraße, Wolfsburgstraße, Am Bodeufer und An der Hütte, teils am Stadtrand Richtung Warnstedt und Quedlinburg.
Wer in Thale produziert
Für die Planung von Werkschutz zählt, was hinter dem Tor liegt. In Thale sind das unter anderem:
- Schunk Sintermetalltechnik an der Roßtrappenstraße: Zahnriemenscheiben und Kettenräder für die Nockenwellensteuerung, rund 450 Beschäftigte
- Thaletec: emaillierte Rührbehälter, Kolonnen und Wärmetauscher für Chemie und Pharma, Behälter bis 110.000 Liter
- Maxitrol an der Warnstedter Straße: Gasdruckregler und weitere Gassicherheitsprodukte, rund 180 Beschäftigte im Jahr 2020
- Linamar Valvetrain an der Quedlinburger Landstraße: Teile für Fahrzeugantriebe, Fertigung im Schichtbetrieb
- Maschinenfabrik Thale und Corodur Verschleiß-Schutz als weitere Metallbetriebe
Gemeinsam ist diesen Betrieben, dass Werkzeuge, Prüfmittel, Halbzeuge und fertige Teile auf kleinem Raum viel Wert haben. Eine fehlende Palette Kettenräder kann eine Lieferkette stoppen, ein beschädigter Emailbehälter ist ein Einzelstück. Dazu kommt Entwicklungsarbeit: Bei Maxitrol arbeitete 2020 rund jeder siebte Beschäftigte in Forschung und Entwicklung, das Unternehmen hält nach eigenen Angaben über 50 Patente. Wo Konstruktion und Prüfstände im Haus sind, gehören auch Zugangsregeln für diese Bereiche zum Werkschutz.
Tor, Warenstrom und Fremdfirmen
Die wichtigste Stelle im Werkschutz ist das Tor. Dort kommen Speditionen, Servicetechniker, Monteure und Besucher an, oft zu Schichtwechseln, wenn ohnehin viel los ist. Wir melden Fremdfirmen an, prüfen Unterweisungen und Arbeitserlaubnisse nach Ihrer Vorgabe, gleichen Kennzeichen und Lieferpapiere mit der Ladung ab und geben Besucherausweise aus.
Großteile wie Rührbehälter oder Kolonnen verlassen ein Werk nicht als Paket, sondern als Schwertransport. Für solche Abholungen stimmen wir Torzeiten, Rangierflächen und Begleitung auf dem Gelände vorher mit Ihrer Logistik ab. Was am Tor gilt, steht in einer Dienstanweisung, die Sie vor Beginn freigeben. Ändern sich Abläufe, etwa durch einen neuen Großkunden, eine zusätzliche Schicht oder eine neue Halle, passen wir die Anweisung gemeinsam mit Ihnen an und weisen alle eingesetzten Kräfte erneut ein, bevor die Änderung gilt.
Nachts und am Wochenende
Viele Betriebe in Thale fahren mehrere Schichten, einige stehen am Wochenende still. Für die Zeiten ohne Belegschaft planen wir Rundgänge über Hallen, Freilager, Werkzeuglager und Zaunlinien. Wir prüfen Tore und Türen, achten auf Leckagen und Wärmequellen und melden Störungen an Ihre Bereitschaft.
Liegt Ihr Werk auf dem früheren Hüttengelände, sind Wege, Nachbargrundstücke und Zufahrten oft verschachtelt. Deshalb gehen wir die Runde vor dem ersten Dienst gemeinsam mit Ihrer Haustechnik ab und legen feste Kontrollpunkte fest. Jeder Punkt wird mit Uhrzeit im Bericht festgehalten.
Planung außerhalb der Kernregion
Sachsen-Anhalt gehört nicht zu unserer Kernregion im Norden. Wir übernehmen dort Werkschutz vorhabenbezogen, ohne eigenes Büro im Land, geplant von Neumünster und Berlin aus. Am Anfang stehen ein Gespräch über Posten und Schichten und eine Begehung. Zusagen geben wir erst, wenn Besetzung und Vertretung für die gesamte Laufzeit stehen.
Am Tor arbeitet Personal mit Sachkundeprüfung nach § 34a GewO, für Rundgänge mindestens mit Unterrichtung. Mehr unter Werkschutz und Werkschutz in Sachsen-Anhalt. Betriebe im Nachbarort finden Informationen unter Sicherheitsdienst Quedlinburg.
Kosten für Werkschutz in Thale
Werkschutz läuft meist als Dauerauftrag, und das wirkt sich auf den Preis aus. Unser Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Wo Ihr Werk darin liegt, hängt davon ab, ob ein Tor rund um die Uhr oder nur nachts besetzt wird, wie viele Posten nötig sind, welche Qualifikation verlangt ist und ob zusätzliche Unterweisungen, etwa für Gasbereiche, dazukommen. Je stabiler die Schichtplanung über Monate, desto günstiger lässt sie sich kalkulieren.


