Eine Stadt, die das Feuer kennt
1439 zerstörte ein Brand große Teile von Hersfeld. 1761, im Siebenjährigen Krieg, steckten französische Truppen ihre Vorräte in der Stiftskirche in Brand; Kirche und Klostergebäude brannten nieder, Dach und Vierungsturm stürzten ein, auch weil Mehlstaub explodierte. Übrig blieb die Ruine, die heute als größte romanische Kirchenruine gilt. 1807 sollte die Stadt auf Befehl Napoleons angezündet werden; Oberstleutnant Lingg ließ stattdessen nur vier einzeln stehende Gebäude abbrennen.
Diese Geschichte erklärt, warum Brandwachen in Bad Hersfeld mehr sind als eine Formalie. Viele Gebäude der Altstadt sind aus Holz gebaut oder haben alte Dachstühle, und ein Funke, der nach Feierabend in einer Fuge glimmt, hat dort viel Nahrung.
Gebäude und Anlagen mit besonderem Brandrisiko
Die folgenden Orte zeigen, wo Brandwachen typischerweise gebraucht werden. Es sind Beispiele, keine Auftraggeber:
- Altstadt: 216 Baudenkmäler, viele davon Fachwerk; das älteste Fachwerkhaus ist das Küsterhaus von 1452
- Stadtkirche aus dem 14. Jahrhundert und der Katharinenturm mit der Lullusglocke von 1038, der ältesten datierten Glocke Deutschlands
- Rathaus: um 1371 gotisch errichtet, 1607 bis 1612 im Stil der Weserrenaissance umgebaut
- Stiftsruine: Zeltdach von rund 1.400 Quadratmetern über dem Zuschauerraum, getragen von einem 36 Meter hohen Mast und bewegt von 22 Elektromotoren
- Lager- und Produktionshallen an der A 4: Kartonage, Verpackung und Kunststoff in großen Mengen, dazu die Faserherstellung bei DuraFiber
Heißarbeiten im Denkmal
Wer an einem Fachwerkhaus oder einem Kirchendach lötet, schweißt, flext oder mit offener Flamme abdichtet, braucht in aller Regel eine Erlaubnis für feuergefährliche Arbeiten und eine Brandwache. Unsere Kraft steht während der Arbeiten bereit, hat Löschmittel griffbereit und achtet darauf, dass Funken nicht in Hohlräume, Balkenfugen oder Dämmung fallen.
Entscheidend ist die Zeit danach. Glutnester in altem Holz zeigen sich oft erst Stunden später. Wir kontrollieren deshalb nach Arbeitsende in Abständen, die Sie in der Erlaubnis festlegen, gehen dabei auch in angrenzende Räume und Dachböden und halten jeden Rundgang mit Uhrzeit fest. Wenn Sie eine Wärmebildkamera bereitstellen, setzen wir sie bei diesen Kontrollen ein.
Einweisungen in Löschmittel, Fluchtwege und Meldewege erhalten unsere Kräfte vor Ort, bevor die Arbeiten beginnen.
Bühnentechnik, Festbetrieb und Neubau
In der Stiftsruine stehen im Festspielsommer Scheinwerfer, Kabel und Kulissen vor dicht besetzten Reihen. Brandwachen bei Proben und Vorstellungen achten auf freie Rettungswege, geschlossene Brandschutzeinrichtungen und den Zustand der Technik nach dem letzten Applaus. Beim Lullusfest brennt das Lullusfeuer von Montag bis Sonntagabend mitten in der Stadt; Schausteller und Veranstalter können für die Nachtstunden zusätzliche Wachen einplanen.
Auch der Neubau des Klinikums braucht Brandwachen. Wenn Leitungen verschweißt oder Dachabdichtungen geflämmt werden, während nebenan Patienten liegen, darf kein Funke unbeaufsichtigt bleiben. Gleiches gilt für Umbauten in Versandlagern, in denen Regale voller Kartons stehen. Ist dort eine Sprinkler- oder Brandmeldeanlage für die Arbeiten abgeschaltet, ersetzt die Brandwache für diese Zeit einen Teil der fehlenden Überwachung und meldet jede Rauchentwicklung sofort an die Feuerwehr und an Ihren Ansprechpartner.
Vorhabenbezogen planen, sauber dokumentieren
Bad Hersfeld gehört nicht zu unserer Kernregion Nord, in Hessen unterhalten wir kein Büro. Kurzfristige Brandwachen können wir hier nicht immer stellen. Je früher Sie uns Ort, Art der Arbeiten und Zeitraum nennen, desto eher können wir zusagen. Bei mehrwöchigen Arbeiten planen wir feste Kräfte, die das Gebäude kennen.
Unser Personal hat mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO und wird vor Ort in Löschmittel und Abläufe eingewiesen. Wir arbeiten nach DIN 77200, unser Qualitätsmanagement ist nach ISO 9001 zertifiziert, und unter +49 4321 78 33 590 sind wir jederzeit erreichbar.
Für Arbeiten in Kassel oder Fulda nehmen wir Ihre Anfrage gleich mit auf.
Was eine Brandwache in Bad Hersfeld kostet
Wir rechnen mit einem Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Bei der Brandwache entscheidet vor allem die Nachkontrolle über die Summe: Endet eine Heißarbeit am späten Nachmittag, fallen die Kontrollstunden oft in den Abend oder die Nacht und damit in den teureren Bereich. Wochenendarbeiten an Kirchen oder Denkmälern, die werktags nicht gestört werden dürfen, kosten mehr als eine Wache an einem gewöhnlichen Werktag.
Mehr über Brandwachen in anderen Städten des Landes lesen Sie unter Brandwache in Hessen.


