Drei typische Anlässe für eine Brandwache
Eine Brandwache wird gebraucht, wenn der vorbeugende Brandschutz für eine bestimmte Zeit nicht allein durch Technik und Bauweise gewährleistet ist. In der Praxis sind es vor allem drei Lagen: Eine Brandmeldeanlage oder Sprinkleranlage fällt aus oder wird umgebaut, auf einer Baustelle oder in einem Betrieb wird geschweißt, getrennt oder geflext, oder bei einer Veranstaltung verlangen Bauaufsicht oder Feuerwehr eine zusätzliche Wache im Saal.
Die Aufgaben sind in allen drei Fällen ähnlich: regelmäßige Rundgänge durch den betroffenen Bereich, Prüfen von Rauchentwicklung, Wärme und Glutnestern, Freihalten von Flucht- und Rettungswegen, Bereithalten von Löschmitteln und im Ernstfall sofortige Alarmierung der Feuerwehr, Einleiten der Räumung und Bekämpfung von Entstehungsbränden, soweit das gefahrlos möglich ist.
Säle, Bühnen und Betriebe in Hessen, in denen Brandwachen vorkommen
Die Liste zeigt Orte, an denen Anlässe für Brandwachen typischerweise entstehen – bei Umbauten, Wartung der Technik, Sonderveranstaltungen oder Heißarbeiten. Es sind keine Kunden oder Einsätze von uns. Viele Spielstätten und Chemieparks verfügen über eigene Kräfte oder Werkfeuerwehren; ergänzende Wachen werden häufig bei Fremdfirmen oder Zusatzflächen gebraucht.
- Alte Oper Frankfurt mit rund 2.500 Plätzen im Großen Saal
- Jahrhunderthalle in Frankfurt-Unterliederbach mit bis zu 4.800 Gästen bei Stehplatzbetrieb
- Kurhaus Wiesbaden mit dem Friedrich-von-Thiersch-Saal für 1.350 Personen, Spielbank und Bällen
- Hessisches Staatstheater Wiesbaden mit 1.041 Plätzen im Großen Haus und den Internationalen Maifestspielen jedes Jahr im Mai
- Staatstheater Kassel am Friedrichsplatz mit Opernhaus und Schauspielhaus
- Festhalle auf dem Frankfurter Messegelände mit Stahl-Glas-Kuppel und Platz für mehr als 18.000 Menschen
- Chemie- und Industrieparks wie Höchst in Frankfurt, Kalle-Albert in Wiesbaden und Wolfgang in Hanau, wo Heißarbeiten von Fremdfirmen strengen Freigaben unterliegen
- Rechenzentren in Frankfurt, deren Lösch- und Meldetechnik bei Umbauten zeitweise außer Betrieb gehen kann
Für Einsätze in Wiesbaden, Kassel oder Frankfurt am Main klären wir vorab, welche Auflagen der Betreiber oder die zuständige Stelle konkret gemacht hat.
Kurzfristige Lagen und lange Ausfälle
Brandwachen werden oft kurzfristig gebraucht: Eine Brandmeldeanlage meldet einen Fehler am Freitagnachmittag, ein Wartungstermin verschiebt sich, eine Heißarbeit muss nachgezogen werden. In Südhessen lässt sich ein solcher Einsatz eher kurzfristig planen als im ländlichen Nord- und Osthessen, wo längere Anfahrten und weniger verfügbare Kräfte die Planung erschweren.
Anders sind Umbauten, bei denen die Technik über Wochen ausgeschaltet bleibt. Hier entsteht ein Schichtbetrieb rund um die Uhr, der verlässlich durchgehalten werden muss. Für solche Lagen planen wir feste Teams mit Vertretung, damit die Übergaben nicht abreißen und jeder Wachhabende den Bereich kennt.
So organisieren wir eine Brandwache in Hessen
Hessen liegt außerhalb unserer Kernregion Nord, in der wir aus eigener Planung arbeiten. Deshalb übernehmen wir Brandwachen hier vorhabenbezogen: Wir prüfen Dauer, Zeiten und Anfahrt und sagen Ihnen ehrlich, ob und ab wann wir den Einsatz besetzen können.
Vor Beginn lassen wir uns die Auflage, den Bereich und die vorhandenen Löschmittel zeigen. Wir legen Rundgangsintervalle, Prüfpunkte und die Alarmkette fest – mit Telefonnummern von Betreiber, Haustechnik und Feuerwehr. Jeder Rundgang wird mit Uhrzeit dokumentiert, damit Sie gegenüber Versicherung und Behörde belegen können, dass die Wache lückenlos stattgefunden hat.
- Prüfung der Auflage und des betroffenen Bereichs
- Rundgangsplan mit festen Intervallen
- Alarmkette mit Feuerwehr, Betreiber und Haustechnik
- Lückenlose Protokolle für Versicherung und Behörde
- Erreichbarkeit rund um die Uhr unter +49 4321 78 33 590
Qualifikation der Brandwachen
Unsere Kräfte sind im Umgang mit Feuerlöschern und Wandhydranten unterwiesen und kennen das Vorgehen bei Entstehungsbränden und Räumungen. Für Tätigkeiten mit Bewachungsanteil liegt die Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO vor. Bei Heißarbeiten richten wir uns nach dem Erlaubnisschein des Betriebs und den Vorgaben der DGUV zu feuergefährlichen Arbeiten. Abläufe und Dokumentation sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Ob für eine Veranstaltung ein Brandsicherheitsdienst der Feuerwehr vorgeschrieben ist, legt in Hessen die zuständige Behörde fest. Eine private Brandwache ersetzt diesen nicht, kann ihn aber dort ergänzen, wo der Betreiber zusätzliche Kräfte einsetzen möchte oder muss.
Heißarbeiten: Wache während und nach dem Schweißen
Schweißen, Brennschneiden, Trennschleifen und Löten erzeugen Funken und heiße Partikel, die weit fliegen und in Ritzen, Dämmstoffen oder hinter Verkleidungen liegen bleiben können. Viele Brände nach Heißarbeiten entstehen nicht während der Arbeit, sondern Stunden später, wenn niemand mehr im Raum ist. Deshalb gehört zur Brandwache bei Heißarbeiten immer zweierlei: die Beobachtung während der Arbeit und eine Nachkontrolle über einen festgelegten Zeitraum danach.
Vor Beginn prüft die Wache, ob brennbare Stoffe entfernt oder abgedeckt sind, ob Öffnungen in Nachbarräume verschlossen sind und ob Löschmittel griffbereit stehen. Während der Arbeit hat sie nur diese eine Aufgabe und lässt sich nicht für andere Tätigkeiten einspannen. Nach dem Ende geht sie den Bereich und die angrenzenden Räume wiederholt ab, auch Decken- und Wanddurchbrüche, und gibt die Fläche erst frei, wenn keine Wärmequelle mehr festzustellen ist.
Kosten einer Brandwache in Hessen
Der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Wie hoch der Aufwand ausfällt, hängt von Dauer und Tageszeit, Vorlaufzeit, Zahl der Kräfte und Anfahrt ab. Kurzfristige Nacht- und Wochenendeinsätze liegen eher im oberen Bereich, lange geplante Schichtbetriebe eher im unteren.


