Warum Brandschutz in Lübeck besonders ernst genommen wird
Lübeck hat erlebt, was ein Großfeuer in einer dicht bebauten Altstadt anrichtet. In der Nacht zum Palmsonntag 1942 wurden bei einem Luftangriff über 3.000 Gebäude zerstört oder schwer beschädigt, darunter Marienkirche, Petrikirche und Dom, das Gründungsviertel brannte fast vollständig nieder. Dass heute wieder eine geschlossene Altstadt steht, die seit 1987 zum UNESCO-Welterbe gehört, ist das Ergebnis jahrzehntelangen Wiederaufbaus.
Die Altstadtinsel umfasst über tausend Kulturdenkmale. Viele Häuser haben Dachstühle und Balkendecken aus altem, trockenem Holz, enge Gänge und schwer zugängliche Hinterhäuser. Wird dort gelötet, geschweißt oder mit dem Trennschleifer gearbeitet, kann sich ein Funke unbemerkt in einer Fuge festsetzen und erst Stunden später zu einem Brand werden. Genau dafür gibt es die Brandwache.
Einsatzorte für Brandwachen in Lübeck
Brandwachen werden in Lübeck vor allem dort angefordert, wo historische Substanz, viele Menschen oder brennbare Stoffe zusammenkommen.
- Kirchen der Altstadt wie Marienkirche, Dom, Petrikirche, Jakobikirche und Katharinenkirche bei Dach- und Sanierungsarbeiten
- Bürger- und Kaufmannshäuser auf der Altstadtinsel, etwa beim Ausbau von Dachgeschossen
- Musik- und Kongresshalle, Theater Lübeck, Kolosseum und Stadthalle bei Veranstaltungen und Umbauten
- Schuppen 6 und 9 an der Trave und andere umgenutzte Hafengebäude
- Weihnachtsmarkt im Heiligen-Geist-Hospital mit Buden und Wärmequellen in einem mittelalterlichen Gebäude
- Hafenwerkstätten und Kais von der Altstadt bis Travemünde, Maschinenbau und Produktion in den Gewerbegebieten
Was die Brandwache bei Heißarbeiten tut
Bevor die Arbeit beginnt, sieht sich die Kraft den Arbeitsbereich an: Wo liegen brennbare Stoffe, wo gibt es Öffnungen, Fugen oder Durchbrüche, durch die Funken in Nachbarräume gelangen können? Sie stellt Feuerlöscher und gegebenenfalls Löschdecken bereit und klärt, wie im Ernstfall die Feuerwehr alarmiert wird und wo sie anfahren kann. Grundlage ist die schriftliche Erlaubnis für feuergefährliche Arbeiten, die der Auftraggeber oder die Bauleitung ausstellt.
Während der Arbeiten beobachtet die Brandwache den Funkenflug, auch auf der Rückseite von Wänden und in den Etagen darunter. Nach Ende der Arbeiten bleibt sie für die vorgeschriebene Nachkontrollzeit, prüft mehrfach mit Hand und Auge auf Wärme und Brandgeruch und gibt den Bereich erst frei, wenn nichts mehr glimmt. Alles wird mit Uhrzeit in einem Protokoll festgehalten, das Sie für den Versicherer aufbewahren können.
Brandsicherheitswache in Versammlungsstätten
Bei Konzerten, Theateraufführungen und Kongressen kann die Behörde oder der Betreiber eine Brandsicherheitswache verlangen, etwa wenn Pyrotechnik, offenes Feuer oder aufwendige Bühnentechnik eingesetzt werden. Ob diese Wache von der Feuerwehr gestellt werden muss oder von einem Dienstleister übernommen werden darf, ergibt sich aus den Auflagen im Einzelfall. Wir klären das vorab mit Ihnen.
Wo unsere Kräfte eingesetzt werden dürfen, achten sie darauf, dass Rettungswege frei bleiben, Notausgänge nicht verstellt werden und Feuerlöscher erreichbar sind. Bei Veranstaltungen mit vielen Besuchern, wie den Nordischen Filmtagen im November, lässt sich die Brandwache mit dem Ordnungsdienst abstimmen, damit im Ernstfall eine geordnete Räumung möglich ist.
Planung und Qualifikation
Lübeck gehört zu unserer Kernregion Nord, geplant wird aus dem Hauptsitz in Neumünster. Für kurzfristige Heißarbeiten, etwa eine Dachreparatur nach einem Sturm, versuchen wir die Besetzung innerhalb weniger Tage zu stellen. Bei längeren Sanierungen planen wir feste Kräfte ein, die das Gebäude und die Handwerker kennen.
Eingesetzt wird Personal mit Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO, das im Umgang mit Feuerlöschern geschult ist. Die Abläufe folgen ISO 9001 und DIN 77200. Mehr zu unseren Leistungen in der Stadt finden Sie unter Sicherheitsdienst Lübeck, allgemein zur Leistung unter Brandwachen.
Kosten einer Brandwache in Lübeck
Brandwachen sind oft kurze Einsätze, die sich aber in die Abendstunden ziehen, weil die Nachkontrolle nach Arbeitsende beginnt. Als Richtwert gelten auch hier 23 bis 50 € netto je Stunde. Höher liegt der Preis, wenn die Nachkontrolle in die Nacht fällt, am Wochenende gearbeitet wird oder mehrere Brandabschnitte gleichzeitig zu überwachen sind.
Hilfreich für ein genaues Angebot sind die geplanten Arbeitszeiten, die Art der Heißarbeiten und die Nachkontrollzeit aus der Erlaubnis. Für wiederkehrende Einsätze, etwa über mehrere Wochen einer Kirchensanierung, vereinbaren wir feste Tagesblöcke.


