Eine Stadt mit Brandgeschichte
Glauchau kennt die Folgen eines Feuers aus der eigenen Geschichte. Nach dem Stadtbrand von 1712 wurde die Stadtkirche St. Georgen zwischen 1726 und 1728 neu errichtet, 1730 erhielt sie eine Orgel von Gottfried Silbermann. Solche Bauten mit hölzernen Dachstühlen, Emporen und Orgelgehäusen sind bis heute empfindlich, wenn an ihnen gearbeitet wird.
Neben St. Georgen stehen in der Stadt die Lutherkirche von 1909, die katholische Kirche St. Mariä Himmelfahrt aus den Jahren 1954 bis 1956 und in den Ortsteilen die barocke Dorfkirche in Gesau von 1741. Der Speicher in Niederlungwitz stammt von 1492.
Dazu kommt das Erbe der Textilindustrie. In früheren Spinnerei- und Webereigebäuden stecken oft Holzdecken, alte Dämmstoffe und Hohlräume, die bei einem Umbau geöffnet werden. Wer in einem solchen Haus Stahlträger einschweißt, alte Leitungen heraustrennt oder Bitumenbahnen auf ein Flachdach flämmt, sollte die Brandwache von Anfang an in den Bauablauf aufnehmen und nicht erst am Tag der Arbeiten organisieren.
Wann eine Brandwache nötig ist
Bei Heißarbeiten wie Schweißen, Schneiden, Löten, Trennschleifen oder Flämmen verlangen Betreiber, Versicherer und die Regeln der Unfallversicherung in der Regel eine Brandwache, wenn sich brennbares Material in der Nähe nicht vollständig entfernen lässt. In Glauchau betrifft das vor allem:
- Dach- und Turmarbeiten an Kirchen mit Holzkonstruktion, etwa beim Löten von Kupferblech oder beim Erneuern von Abdeckungen
- Sanierungen an den Schlössern Hinterglauchau und Forderglauchau, in denen Museum, Bibliothek und Galerie untergebracht sind
- Instandhaltung und Umbauten in Hallen des Industriegebiets Nordwest, etwa an Rohrleitungen, Kränen und Stahlbau
- Arbeiten in Versammlungsstätten wie der Sachsenlandhalle und dem Stadttheater
- Ausfälle einer Brandmeldeanlage, wenn der Betreiber bis zur Reparatur eine Ersatzmaßnahme braucht
Ablauf einer Brandwache
Vor Beginn gehen wir mit dem Ausführenden den Arbeitsbereich ab. Brennbares wird entfernt oder abgedeckt, Fugen und Öffnungen werden geprüft, Löschmittel stehen griffbereit. Während der Arbeit beobachtet unsere Kraft Funkenflug, auch in Nachbarräume und darunterliegende Geschosse. Nach Ende der Heißarbeiten bleibt die Brandwache, so lange wie es die Freigabe vorsieht, und sucht in Balkenlagen, Dämmung und Hohlräumen nach Glutnestern. Wenn Sie eine Wärmebildkamera bereitstellen, setzen wir sie bei dieser Nachkontrolle ein.
Unsere Kräfte werden vor Ort in die Gegebenheiten des Gebäudes eingewiesen, kennen Fluchtwege und Feuerwehrzufahrt und lotsen die Feuerwehr im Ernstfall zum Brandort. Jede Brandwache halten wir mit Beginn, Ende, Befunden und Übergabe im Bericht fest. Den Bericht können Sie Ihrem Versicherer oder dem Bauherrn als Nachweis vorlegen.
Brandwache bei Veranstaltungen
Auch Veranstaltungen können eine Brandwache erfordern, etwa bei Bühnenpyrotechnik, offenem Feuer oder umfangreicher Dekoration. Ob dafür ein Sicherheitswachdienst der Feuerwehr nötig ist, entscheidet die zuständige Behörde. Wo der Veranstalter zusätzlich Personal sucht, das Fluchtwege freihält, Feuerlöscher bereitstellt und Brandschutztüren überwacht, unterstützen wir in der Sachsenlandhalle, im Theater oder in den Schlosshöfen. Bei Märkten im Freien achten wir auf Heizgeräte, Gasflaschen und Stromverteiler an den Ständen.
Vorhabenbezogen geplant
Sachsen liegt außerhalb unserer Kernregion Nord, ein Büro haben wir dort nicht. Brandwachen in Glauchau übernehmen wir vorhabenbezogen, am besten mit Vorlauf, damit wir Anreise und Personal sicher planen können. Bei mehrtägigen Arbeiten bleibt dieselbe Kraft möglichst über die ganze Zeit im Einsatz. Alle Kräfte haben die Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO, wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Mehr zur Leistung lesen Sie unter Brandwachen, den Landesüberblick unter Brandwache in Sachsen. Für Einsätze im Umland lesen Sie Limbach-Oberfrohna und Werdau.
Was eine Brandwache in Glauchau kostet
Für die Brandwache gilt ein Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Den größten Einfluss hat die Zeit nach den Heißarbeiten: Endet das Schweißen am späten Nachmittag, fällt die Nachkontrolle oft in den Abend oder die Nacht, und Nachtstunden liegen höher im Rahmen. Wochenenden, kurzfristige Einsätze und unsere Anreise wirken sich ebenfalls aus. Wir nennen Ihnen die Einsatzstunden vorab, damit Sie sie mit dem Arbeitsplan des Gewerks abgleichen können.


