Warum Brandschutz in Großenhain eine Geschichte hat
Am 8. Juni 1744 brannte Großenhain fast vollständig nieder; es war der größte Stadtbrand in der Geschichte der Stadt. Was heute die Altstadt prägt, entstand danach. Die Marienkirche wurde an der Stelle einer spätgotischen Hallenkirche zwischen 1745 und 1748 neu errichtet, mit einem Grundriss in Kleeblattform und einer Galerie von Betstuben. Viele Bürgerhäuser stammen aus dem Wiederaufbau oder aus dem 19. Jahrhundert, als auch Rathaus und Gerichtsgebäude entstanden.
Solche Gebäude haben Dachstühle, Holzbalkendecken und Hohlräume, in denen sich Glut nach Schweiß-, Löt- oder Trennarbeiten unbemerkt halten kann. Werden dort Dächer saniert, Leitungen erneuert oder Heizungen eingebaut, gehört eine Brandwache zu den Maßnahmen, die Bauherren, Versicherer und Denkmalschutz häufig verlangen.
Denkmäler im Ortsteil Zabeltitz
Ein zweiter Schwerpunkt liegt im Ortsteil Zabeltitz, wo sich mehrere Bauten aus verschiedenen Jahrhunderten auf engem Raum finden:
- St.-Georgen-Kirche, 1581 geweiht, das älteste erhaltene Gebäude des Ortes, das auch den Dorfbrand von 1808 überstand
- Altes Schloss, ab 1588 als Marstall und Gästehaus begonnen und 1598 vollendet, 1949 vor dem Abriss bewahrt
- Palais Zabeltitz, 1728 bis 1730 auf den Grundmauern eines Renaissanceschlosses errichtet, seit 2010 im Besitz der Stadt
- Bauernmuseum in einem Dreiseithof, nach einem Dorfbrand 1811 wieder aufgebaut
Bei Arbeiten an diesen Gebäuden, etwa der Umnutzung einer Garage am Alten Schloss, die die Stadt in ihrer Bauliste führt, prüft die Brandwache besonders Dachböden, Balkenköpfe und Anschlüsse an Nachbarräume.
Heißarbeiten in Werkhallen und Gewerbegebieten
In der Industrie fallen Heißarbeiten vor allem bei Instandhaltung und Umbau an. Im Industriegebiet Flugplatz sind viele der alten Flugzeughallen heute von Betrieben genutzt, darunter Maschinenbau und Kunststoffverarbeitung; im Gewerbegebiet Zschieschen arbeiten Betriebe der Glas- und Sanitärbranche. Wird an Hallendächern, Stahlträgern, Lüftungs- oder Absauganlagen geschweißt, können Funken in Isolierungen, Kabeltrassen oder Lagerware fallen.
Unsere Kraft wird vor Ort in Gefahrenbereiche, Löschmittel und Fluchtwege eingewiesen, steht während der Arbeiten in Sichtweite und hält Feuerlöscher bereit. Bei Arbeiten in Stillstandszeiten, die nachts oder am Wochenende liegen, planen wir die Nachkontrolle so, dass sie auch nach Abzug der Monteure vollständig erfolgt. Liegen mehrere Arbeitsstellen in einer Halle oder auf verschiedenen Ebenen, sprechen wir vorher ab, ob eine Kraft genügt oder ob jede Stelle eine eigene Wache braucht.
So läuft eine Brandwache ab
Grundlage ist der Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten, den Ihr Betrieb oder die Bauleitung ausstellt. Darin steht, wer die Arbeiten freigibt, welche Schutzmaßnahmen vorher getroffen werden und wie lange nachkontrolliert wird. Bevor die Arbeiten beginnen, prüft unsere Kraft, ob brennbare Stoffe entfernt oder abgedeckt sind, ob Öffnungen zu Nachbarräumen verschlossen sind und wo der nächste Feuermelder liegt.
Während der Arbeiten beobachtet sie Funkenflug und Rauch, auch hinter Wänden und unter Decken. Danach geht sie in festen Abständen über die Arbeitsstelle und die angrenzenden Bereiche, prüft Bauteile von Hand, mit Wärmebildkamera, wenn Sie eine bereitstellen, und hält jede Kontrolle mit Uhrzeit im Bericht fest. Bei Glut oder Rauch löscht sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten, alarmiert die Feuerwehr und verständigt die benannte Stelle.
Vorhabenbezogen in Sachsen
Großenhain liegt außerhalb unserer Kernregion im Norden, ein Büro in Sachsen haben wir nicht. Brandwachen übernehmen wir dort vorhabenbezogen. Vor der Zusage prüfen wir, ob wir Personal für Ihren Zeitraum verlässlich stellen können, und stimmen Arbeitsbeginn und Dauer der Nachkontrolle mit Ihnen ab. Unsere Kräfte haben eine Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO, das Unternehmen ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Allgemeines zur Leistung lesen Sie unter Brandwachen, für das Land unter Brandwache in Sachsen. Wer in der Nachbarschaft plant, findet Hinweise auf der Seite Coswig.
Kosten der Brandwache
Wir kalkulieren mit 23 bis 50 € netto je Stunde als Richtwert. Für den Preis zählt, wann gearbeitet wird und wie lange die Nachkontrolle dauert: Eine Brandwache während einer Tagschicht ist günstiger als eine Wache in der Nacht, an einem Sonntag oder in Stillstandszeiten zwischen den Feiertagen. Bei Arbeiten an Kirchen und Schlössern schreiben Versicherer oder Denkmalbehörde manchmal längere Nachkontrollen vor, die wir dann von Anfang an einplanen.


