Ein Gebäudebestand aus einem Guss
Mit dem Werk wuchs ab 1917 eine Stadt für seine Beschäftigten. Nach Plänen des Architekten Karl Barth entstand die Gartenstadt Leuna; bis Ende der 1930er Jahre wurden dort 102 Arbeiter-, 153 Meister-, 165 Angestellten- und 102 Beamtenhäuser gebaut. Die Siedlung Neu-Rössen bekam ihre ersten Häuser im November 1917, in den 1920er Jahren folgte die Handwerkersiedlung Leuna-Nord. Das Rathaus wurde 1925 fertig, das Kulturhaus 1927 und 1928 von der BASF errichtet.
In Gebäuden dieses Alters sind Dachstühle aus Holz und Holzbalkendecken häufig, dazu Dämmung, die bei einer Sanierung offen liegt. Werden dort Dachrinnen gelötet, Bitumenbahnen verschweißt oder Leitungen getrennt, kann ein Funke in einer Fuge stundenlang glimmen. Genau dafür gibt es die Brandwache.
Gebäude mit besonderem Brandschutzbedarf
Diese Orte zeigen, wo in Leuna Heißarbeiten an empfindlicher Bausubstanz anfallen können. Sie sind Beispiele, keine Referenzen:
- Gnadenkirche in Ockendorf, barock, gebaut von 1710 bis 1714
- Nikolaikirche in Rössen, romanische Wehrkirche, 2004 als Ruine gesichert und wieder für Gottesdienste genutzt
- Katholische Christ-König-Kirche, gebaut 1929 und 1930
- cCe Kulturhaus Leuna an der Spergauer Straße mit großem Theatersaal
- Häuser der Gartenstadt und der Siedlung Neu-Rössen
- Sekundarschule August Bebel, um 1920 gebaut, um 2001 restauriert, mit leerstehendem Nordflügel
In Kirchen kommen Orgeln, Emporen und Glockenstühle aus Holz hinzu, in Versammlungsstätten wie dem Kulturhaus Bühnentechnik, Vorhänge und Bestuhlung. Hier ist die Brandwache auch während einer laufenden Veranstaltung denkbar, wenn der Veranstalter oder die Bauaufsicht das verlangt.
Bei denkmalgeschützten Bauten wie den Kirchen in Ockendorf und Rössen stimmen Bauherr, Denkmalpflege und ausführende Firma oft genau ab, welche Arbeiten mit offener Flamme überhaupt zulässig sind. Wo es sich nicht vermeiden lässt, gehört eine Brandwache mit klarer Nachkontrolle zu den üblichen Auflagen.
Heißarbeiten im Industriepark
In Industrieparks werden Schweiß- und Trennarbeiten üblicherweise über Erlaubnisscheine des jeweiligen Betreibers geregelt. In Leuna unterhält die Standortgesellschaft InfraLeuna eine Werkfeuerwehr, die dort zuständig bleibt. Eine zusätzliche Brandwache kann aber Teil der Auflagen sein, etwa bei Montagen in Hallen, bei Umbauten an Lagergebäuden oder bei Stillständen, an denen viele Firmen gleichzeitig arbeiten.
Unsere Kräfte halten sich dann an den Erlaubnisschein: Sie beobachten den Arbeitsbereich während der Arbeiten, achten auf Funkenflug in angrenzende Bereiche, halten Löschmittel bereit und bleiben nach Ende der Arbeiten für die festgelegte Zeit vor Ort. Anlagen bedienen sie nicht. Bei einem Entstehungsbrand alarmieren sie nach dem Meldeweg des Standorts.
So läuft eine Brandwache ab
Vor Beginn klären wir mit Ihnen oder Ihrem Bauleiter, welche Arbeiten anstehen, wo die Löschmittel stehen, welche Fluchtwege gelten und wer im Brandfall zu verständigen ist. Unsere Kräfte werden vor Ort in die Löschmittel eingewiesen.
Während der Arbeiten bleibt die Brandwache im Gefahrenbereich, auch auf Gerüst oder Dachboden, wenn es die Sicherheit zulässt. Nach dem Ende kontrolliert sie Fugen, Hohlräume und angrenzende Bauteile von Hand, mit Wärmebildkamera, wenn Sie eine bereitstellen. Die Nachkontrolle dauert so lange, wie es Erlaubnisschein oder Versicherer vorgeben.
Jeder Einsatz wird mit Beginn, Ende, kontrollierten Bereichen und Befund im Bericht festgehalten – ein Nachweis, den Versicherer und Bauherren häufig verlangen.
Organisation für Leuna
Leuna liegt außerhalb unserer Kernregion Nord; in Sachsen-Anhalt haben wir kein Büro. Brandwachen übernehmen wir dort vorhabenbezogen und prüfen vor der Zusage Anfahrt und Personal. Gerade bei Heißarbeiten, die sich verschieben, ist das wichtig: Wir sagen Ihnen offen, wie kurzfristig wir umplanen können.
Unsere Kräfte haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO, wir sind nach DIN 77200 und ISO 9001 zertifiziert. Allgemeines zu Leuna finden Sie auf Sicherheitsdienst Leuna, für Vorhaben im Nachbarort auf Merseburg.
Kosten einer Brandwache
Für Brandwachen in Leuna gilt ein Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Den größten Einfluss hat die Nachkontrolle: Endet eine Schweißarbeit am späten Nachmittag, fallen die Kontrollstunden oft in den Abend oder die Nacht und werden entsprechend höher berechnet.
Weitere Größen sind die Dauer der Arbeiten, die Zahl der gleichzeitig zu beobachtenden Bereiche und ob die Brandwache an mehreren Tagen hintereinander gebraucht wird. Sie erhalten ein Angebot je Einsatztag; wir rechnen nach geleisteten Stunden ab.


