Ein Fest, kein Großereignis
Bei einer Hochzeit denkt kaum jemand an Sicherheitsdienst. Die meisten Feiern verlaufen fröhlich und ohne jeden Zwischenfall. Trotzdem gibt es Situationen, in denen eine oder zwei Sicherheitskräfte den Gastgebern viel Last abnehmen. Es geht dabei selten um Abwehr, sondern um Entlastung: Jemand behält den Überblick, während die Familie feiert.
Für Privatfeiern gelten andere Maßstäbe als für öffentliche Veranstaltungen. Es gibt in der Regel kein behördliches Sicherheitskonzept, keine Pflicht zu Ordnungsdienst und keine Besucherzahl, ab der Einsatzkräfte vorgeschrieben wären. Ob ein Dienst sinnvoll ist, entscheiden Sie selbst. Diese Seite hilft bei der Einschätzung.
Wann ein Sicherheitsdienst sinnvoll ist
Aus der Praxis lassen sich einige Anlässe nennen, bei denen Gastgeber oder Locations regelmäßig Unterstützung anfragen:
- Große Gästezahl, bei der niemand mehr alle Gäste kennt, etwa bei Hochzeiten mit mehreren hundert Gästen
- Wertvolle Geschenke, besonders Umschläge mit Geld, Schmuck oder eine Geschenkbox, die den ganzen Abend offen steht
- Offene Location wie Scheune, Gutshof, Strandlokal an der Ostsee oder Festzelt im Garten, die man nicht abschließen kann
- Bekannte Spannungen in der Familie oder im Freundeskreis, bei denen ein ruhiger, neutraler Dritter hilft
- Prominente Gäste oder ein Brautpaar, das in der Öffentlichkeit steht
- Auflagen der Location, die ab einer bestimmten Größe oder Uhrzeit einen Dienst verlangt
- Feiern über Nacht, bei denen Dekoration, Technik und Geschenke bis zum Abbau gesichert werden sollen
Trifft keiner dieser Punkte zu, brauchen Sie in aller Regel keinen Sicherheitsdienst. Eine Familienfeier mit sechzig Gästen im Restaurant kommt sehr gut ohne aus.
Welche Aufgaben die Kräfte übernehmen
| Aufgabe | Wofür sie gut ist |
|---|---|
| Gästeempfang mit Liste | nur geladene Gäste kommen herein, unangemeldete Besucher werden höflich abgewiesen |
| Bewachung des Geschenketischs | Umschläge und Präsente bleiben im Blick, auf Wunsch Übergabe an eine Vertrauensperson zu einer festen Uhrzeit |
| Parkplatz und Zufahrt | Rettungswege bleiben frei, Fahrzeuge der Gäste stehen geordnet, Nachbarn werden nicht zugeparkt |
| Ruhiger Ansprechpartner bei Streit | Konflikte werden früh und diskret beruhigt, bevor die Feier kippt |
| Nachtbewachung | Zelt, Musikanlage, Dekoration und Geschenke sind bis zum Abbau gesichert |
| Begleitung bei Feuerwerk oder Feuerschale | Abstand zu Gästen, Löschmittel in Reichweite, Rücksprache mit Location |
Viele Paare wünschen, dass die Kräfte nicht wie ein Sicherheitsdienst auftreten. Dunkler Anzug statt Uniform, zurückhaltende Kommunikation über Headset und ein Platz am Rand sind üblich. Wichtig ist nur, dass der Gastgeber und die Location wissen, wer zum Dienst gehört.
Hausrecht und Befugnisse bei der Privatfeier
Das Hausrecht liegt bei einer Feier im eigenen Garten beim Eigentümer oder Mieter des Grundstücks. In einer gemieteten Location hat zunächst der Betreiber das Hausrecht. Er überlässt es für die Dauer der Feier oft teilweise an den Mieter. Klären Sie vorher, wer an diesem Abend entscheidet, wer bleiben darf und wer gehen muss.
Die Sicherheitskräfte handeln dann im Auftrag des Hausrechtsinhabers. Sie dürfen unerwünschte Personen zum Gehen auffordern und ihnen den Zutritt verweigern. Wer trotz Aufforderung bleibt, begeht unter Umständen Hausfriedensbruch. Darüber hinaus gelten die allgemeinen Rechte wie Notwehr und Nothilfe nach § 32 StGB und das Festnahmerecht nach § 127 StPO. Mehr dazu im Ratgeber zum Hausrecht.
Auch bei einer privaten Feier müssen die eingesetzten Kräfte nach § 34a GewO unterrichtet oder sachkundig sein, sobald sie gewerblich bewachen. Ein Freund der Familie mit breiten Schultern ist kein Sicherheitsdienst und auch nicht versichert wie einer.
Vorbereitung: was der Dienst von Ihnen wissen muss
Je besser die Kräfte informiert sind, desto unauffälliger können sie arbeiten. Bereiten Sie ein kurzes Gespräch oder einen Ortstermin vor und klären Sie dabei diese Punkte:
- Ablaufplan mit Uhrzeiten: Trauung, Sektempfang, Essen, Eröffnungstanz, Mitternachtsimbiss, Ende
- Gästeliste oder zumindest die Regel, wie geladene Gäste erkennbar sind
- Eine Vertrauensperson aus der Familie, die bei Fragen entscheidet, damit das Brautpaar nicht gestört wird
- Standort von Geschenketisch, Garderobe, Notausgängen, Feuerlöschern und Erste-Hilfe-Kasten
- Absprachen mit der Location zu Sperrstunde, Lärm, Rauchen und Feuerwerk
- Hinweise zu Personen, die nicht erscheinen sollen, oder zu bekannten Konflikten
- Wünsche zur Kleidung und zum Auftreten
Ein Beispiel: Für eine Hochzeit auf einem Gutshof in Ostholstein mit rund zweihundert Gästen und einem offenen Festzelt wurden zwei Kräfte geplant. Eine Kraft betreute ab dem Nachmittag Zufahrt und Parkwiese, die zweite übernahm ab dem Abendessen den Geschenketisch und den Zelteingang. Nach Feierende blieb eine Kraft bis zum Abbau am nächsten Mittag. So einfach kann ein solcher Einsatz aussehen.
Alkohol, Jugendliche und späte Stunden
Je später der Abend, desto eher kommt es zu Missverständnissen. Ein Gast hat zu viel getrunken und will noch fahren, zwei alte Bekannte geraten aneinander, Jugendliche aus der Verwandtschaft bedienen sich an der Bar. Der Sicherheitsdienst ersetzt hier nicht die Verantwortung der Gastgeber, kann aber helfen: ein Taxi rufen, einen Gast in einen ruhigen Raum begleiten, die Eltern ansprechen.
Bei Feiern mit vielen Minderjährigen lohnt ein Blick auf den Jugendschutz bei Veranstaltungen. Das Jugendschutzgesetz gilt in erster Linie in der Öffentlichkeit und in Gaststätten, wird aber auch von vielen Locations in die Hausordnung übernommen.
Wenn die Feier in einem Saal mit vielen Gästen stattfindet, gelten für die Location die baulichen Vorschriften, etwa die Versammlungsstättenverordnung. Darum muss sich der Betreiber kümmern. Für Sie zählt, dass die Notausgänge den ganzen Abend frei bleiben, auch wenn Dekoration und Tische umgestellt werden.
Woran Sie einen passenden Anbieter erkennen
Für eine Privatfeier brauchen Sie keine große Organisation, aber einen verlässlichen Partner. Achten Sie auf diese Punkte: eine Bewachungserlaubnis nach § 34a GewO, Kräfte mit Nachweis der Unterrichtung oder Sachkundeprüfung, eine Betriebshaftpflicht für Bewachungsunternehmen, ein Vorgespräch mit Ihnen statt nur eines Preises per E-Mail und ein fester Ansprechpartner am Abend.
Die Kosten hängen vor allem von der Dauer des Einsatzes, der Zahl der Kräfte, der Uhrzeit und dem Wochentag sowie der Anfahrt ab. Nacht- und Feiertagszuschläge spielen bei Hochzeiten fast immer eine Rolle. Allgemeine Hinweise finden Sie im Ratgeber zu den Kosten eines Sicherheitsdienstes.
Staffsec unterstützt private und gewerbliche Veranstalter in Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin mit qualifizierten Kräften nach § 34a GewO. Fragen Sie für Ihre Feier gern ein Angebot über die Kontaktseite an.


