Warum Wilhelmsburg nach Touren statt nach Posten verlangt
Wilhelmsburg umfasst 35,3 Quadratkilometer und ist damit der flächenmäßig größte Stadtteil Hamburgs. Rund 54.000 Menschen leben hier, verteilt auf Altbauquartiere im Norden, Wohnsiedlungen im Süden, Marschhöfe im Osten und große Hafenflächen im Westen. Zwischen diesen Teilen liegen Kanäle, Deiche, Bahnanlagen und der Inselpark. Für viele Objekte lohnt sich keine Wache, die acht Stunden an einem Ort steht – wohl aber eine Kraft, die mehrmals pro Nacht vorbeikommt.
Genau das leistet der Revierdienst. Ein Fahrzeug mit geschultem Personal fährt mehrere Objekte nacheinander an, kontrolliert sie und dokumentiert jede Anfahrt. Weil die Uhrzeiten wechseln, kann niemand von außen abschätzen, wann die nächste Kontrolle kommt.
Typische Stationen einer Tour
Welche Objekte in eine Runde gehören, ergibt sich aus Ihren Wünschen. Häufig angefragte Lagen auf der Insel sind:
- Gründerzeitstraßen und Hinterhöfe im Reiherstiegviertel mit kleinen Werkstätten, Läden und Kulturorten wie der Honigfabrik
- Wohnanlagen und Vereinsgebäude rund um den Wilhelmsburger Inselpark zwischen Neuenfelder Straße und Kornweide
- Höfe, Gewächshäuser und Betriebsgebäude in Georgswerder unweit des Energiebergs
- Ladenzeilen und Parkflächen am Bahnhof Wilhelmsburg mit seinem Busbahnhof
- Lagerplätze und Hallen im Hafengebiet, die außerhalb der Betriebszeiten leer stehen
- frei gewordene Gebäude wie das frühere Krankenhaus Groß-Sand, solange sie auf eine neue Nutzung warten
Was bei einer Anfahrt passiert
Eine Anfahrt ist mehr als ein Blick durch die Windschutzscheibe. Unsere Kraft steigt aus, prüft Türen, Fenster, Tore und Zaunlinien, schaut nach Licht in Räumen, die dunkel sein sollten, und nach Wasser oder Brandgeruch. Wo vereinbart, schließt sie Gebäude auf oder ab, schaltet Alarmanlagen scharf oder kontrolliert Kühlanlagen und Heizungsräume. Jede Station wird über einen Kontrollpunkt am Objekt elektronisch bestätigt.
Fällt etwas auf, entscheidet ein vorher festgelegter Ablauf: Polizei bei Einbruchsspuren, Ihr Bereitschaftsdienst bei technischen Störungen, ein Handwerker bei offenen Fenstern oder einer beschädigten Tür, die sich nicht sichern lässt. Sie erhalten am nächsten Morgen einen Bericht mit Uhrzeit, Feststellung und Foto.
Vor Beginn gehen wir jedes Objekt einmal gemeinsam mit Ihnen ab, legen Kontrollpunkte fest und notieren Besonderheiten wie Hofeinfahrten, die nachts verschlossen sind, oder Nachbarn mit eigenem Schlüssel. Ändert sich etwas am Objekt, passen wir die Anweisung an, statt die alte Routine weiterzufahren.
Alarmverfolgung und Schlüsselverwaltung
Für Objekte mit Einbruchmeldeanlage übernehmen wir die Alarmverfolgung. Die Notruf- und Serviceleitstelle Ihres Errichters meldet einen Alarm, unsere Kraft fährt mit dem hinterlegten Schlüssel an, verschafft sich ein Bild, sichert das Gebäude und stellt die Anlage nach Rücksprache wieder scharf. Bei einem Fehlalarm kommt eine Notiz zur Ursache in den Bericht, damit Sie der Sache nachgehen können.
Schlüssel bewahren wir in einem Schlüsseltresor auf, gekennzeichnet nur mit einer Nummer, nicht mit der Adresse. Ausgaben und Rückgaben werden protokolliert. Viele Hausverwaltungen nutzen diesen Dienst auch für Handwerkertermine am Wochenende.
Wege über Brücken und Deiche
Die Insel verlangt eine Tourenplanung, die Brücken und Bahnquerungen berücksichtigt. Die Wilhelmsburger Reichsstraße verläuft seit 2019 neben der Bahn und bündelt den Durchgangsverkehr, die A 1 quert den Osten. Zwischen Reiherstiegviertel und Hafen öffnen sich Klappbrücken für den Schiffsverkehr. Wir legen die Reihenfolge so, dass eine geschlossene Brücke nicht die ganze Runde aufhält, und halten für Objekte mit Alarmverfolgung kurze Anfahrtswege frei.
Hamburg gehört zu unserer Kernregion Nord, die Planung läuft über unseren Hauptsitz in Neumünster. Touren lassen sich mit Objekten in benachbarten Stadtteilen wie Harburg verbinden, was den Anteil jedes einzelnen Kunden an der Fahrzeit senkt. Mehr zu allen Leistungen auf der Insel steht unter Sicherheitsdienst Wilhelmsburg.
Kosten des Revierdienstes
Beim Revierdienst bezahlen Sie nicht für eine dauerhaft anwesende Kraft, sondern anteilig für Fahrzeit und Kontrollzeit an Ihrem Objekt. Für die eingesetzte Kraft gilt als Richtwert 23 bis 50 € netto je Stunde; je mehr Objekte auf einer Tour liegen, desto kleiner wird der Anteil, der auf Sie entfällt. Anfahrten nach Mitternacht, an Sonn- und Feiertagen sowie Alarmeinsätze mit langer Verweildauer erhöhen den Betrag.
Üblich ist ein Monatspreis für eine feste Zahl an Kontrollen, ergänzt um eine Pauschale je Alarmverfolgung. Wir rechnen Ihnen vorab vor, wie viele Anfahrten Ihr Objekt braucht und wann eine feste Besetzung sinnvoller wäre.


