Bauen in Wilhelmsburg: ein Stadtteil im Umbau
Mit der Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße an die Bahntrasse im Jahr 2019 wurde in der Mitte der Elbinsel viel Fläche frei. Auf der alten Trasse und den angrenzenden Grundstücken sollen Grünflächen und Platz für rund 5.000 Wohnungen entstehen. Den Anfang macht das Wilhelmsburger Rathausviertel: Der Bebauungsplan Wilhelmsburg 91 wurde im Dezember 2024 festgestellt, seit Herbst 2025 laufen an der Dratelnstraße Erschließungsarbeiten. Rund 75.000 Kubikmeter Sand wurden dort umgelagert, nach einer Setzzeit von etwa neun Monaten kann der Hochbau beginnen.
Für Baustellenbewachung bedeutet das eine lange Phase, in der viele Bauherren nebeneinander arbeiten. Wo Baugemeinschaften, Wohnungsunternehmen und Erschließungsträger auf benachbarten Feldern tätig sind, ist oft unklar, wer nachts für welchen Zaun verantwortlich ist. Eine gemeinsame Bewachung schließt diese Lücken.
Baufelder, die Bewachung brauchen
Die folgenden Vorhaben sind öffentlich angekündigt oder bereits in Arbeit. Die Liste beschreibt den Bedarf und nennt keine Auftraggeber:
- Wilhelmsburger Rathausviertel: rund 32 Hektar, etwa 1.900 Wohnungen, Erschließung im Norden an der Dratelnstraße
- Elbinselquartier: rund 53 Hektar mit etwa 2.000 Wohnungen und Gewerbeflächen, für Sommer 2026 ein neues Ruderclubhaus am Aßmannkanal angekündigt
- Spreehafenviertel: rund 20 Hektar am Südufer des Spreehafens mit etwa 1.000 Wohnungen
- Rückbauflächen entlang der alten Reichsstraßentrasse
- Umbau und Nachnutzung bestehender Gebäude, etwa auf dem Gelände des früheren Krankenhauses Groß-Sand
Wovor eine Baustelle auf der Insel geschützt werden muss
Auf großen Erschließungsflächen stehen Bagger, Raupen und Walzen oft wochenlang an derselben Stelle. Kraftstoff in Tanks und Kanistern, Kupferkabel in Trommeln und Werkzeug in Containern sind beliebte Ziele. Hinzu kommen Schäden durch Unbefugte, die abends über offene Flächen laufen oder mit Fahrzeugen über Baustraßen fahren. In Wohngebieten, die rund um die Baufelder bereits bewohnt sind, gehören auch spielende Kinder und Neugierige zu den Risiken, die ein Bauherr im Blick haben muss.
Später, wenn Rohbauten stehen, verlagert sich das Risiko nach innen: Heizgeräte, Fenster, Sanitärteile und Elektromaterial werden angeliefert, bevor die Türen schließen. In dieser Phase entstehen erfahrungsgemäß die höchsten Diebstahlschäden.
Wie wir eine Baustelle sichern
Die einfachste Form ist eine Wache, die von Feierabend bis Arbeitsbeginn auf der Baustelle bleibt, Zäune abgeht, Container kontrolliert und Zufahrten im Blick behält. Für kleinere Flächen genügen oft mehrere unregelmäßige Kontrollfahrten pro Nacht. Am Wochenende empfiehlt sich eine durchgehende Besetzung, weil die Baustelle dann zwei Tage am Stück ruht.
Tagsüber können wir die Zufahrt regeln: Lieferfahrzeuge anmelden, Nachunternehmer mit Ausweis registrieren, Besucher begleiten. So wissen Bauleitung und Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator jederzeit, wer auf dem Baufeld ist.
Jede Schicht endet mit einem Bericht: Kontrollzeiten, Zustand der Zäune, besondere Vorkommnisse, Fotos. Diese Unterlagen helfen bei Versicherungsfällen und bei der Abstimmung zwischen mehreren Bauherren auf benachbarten Feldern.
Für Bauherren, die mit Baugemeinschaften arbeiten, lohnt sich eine kurze Abstimmung zu Beginn: Wer hat Schlüssel zum Bauzaun, wer darf abends noch auf das Feld, wen rufen wir bei einem Schaden an. Diese Liste halten wir aktuell und geben sie jeder neuen Wachkraft vor dem ersten Dienst.
Personal und Anfahrt
Hamburg zählt zu unserer Kernregion Nord. Die Einsatzplanung erfolgt aus dem Hauptsitz in Neumünster, die Kräfte erreichen die Insel über die A 1 oder über die B 75. Wir setzen nach Möglichkeit dieselben Personen über die gesamte Bauzeit ein, damit sie Polier, Bauleitung und die Eigenheiten des Baufelds kennen. Alle Kräfte sind nach § 34a GewO unterrichtet, die Abläufe folgen DIN 77200 und ISO 9001.
Baustellen in Harburg oder in der HafenCity lassen sich in dieselbe Planung aufnehmen. Weitere Leistungen auf der Elbinsel finden Sie unter Sicherheitsdienst Wilhelmsburg.
Kosten der Baustellenbewachung
Baustellen werden meist nur außerhalb der Arbeitszeit bewacht, also abends, nachts und am Wochenende. Für diese Stunden gilt der Richtwert 23 bis 50 € netto je Stunde; der Anteil an Nacht- und Wochenendstunden schiebt den Wert nach oben, eine reine Zufahrtsregelung tagsüber liegt eher darunter.
Wenn Kontrollfahrten statt einer festen Wache reichen, sinken die Kosten deutlich, weil Sie nur die Zeit an Ihrer Baustelle und einen Anteil an der Fahrt bezahlen. Wir rechnen beide Varianten vor und passen die Bewachung im Laufe der Bauzeit an, etwa wenn der Innenausbau beginnt.


