Industrie, die man im Zentrum kaum vermutet
Der Bezirk Mitte umfasst sechs Ortsteile: Mitte, Moabit, Hansaviertel, Tiergarten, Wedding und Gesundbrunnen, zusammen knapp 40 Quadratkilometer. Wer an das Regierungsviertel und die Museumsinsel denkt, übersieht leicht, dass hier auch Anlagen arbeiten, die Tag und Nacht laufen und deren Ausfall weit über den Bezirk hinaus spürbar wäre.
Das deutlichste Beispiel steht am Spreeufer an der Köpenicker Straße. Das Heizkraftwerk Mitte ging 1996 in Betrieb, gehört heute der landeseigenen BEW Berliner Energie und Wärme und ist der größte Wärmelieferant des Heiznetzes in der Innenstadt. Zwei Gasturbinen, zwei Abhitzekessel und eine Dampfturbine erzeugen 680 Megawatt Wärme und 502 Megawatt Strom; für den Notfall stehen zwei Tanks mit leichtem Heizöl direkt am Wasser. Im erhaltenen Teil des Altbaus nebenan liegen der Club Tresor und die Veranstaltungsstätte Kraftwerk Berlin, sodass sich Betriebsgelände und Publikum auf wenigen Metern begegnen.
Werke und Umschlagplätze im Bezirk
Neben dem Kraftwerk gibt es im Bezirk mehrere Standorte, an denen Werkschutz typischerweise gefragt ist:
- Siemens Energy fertigt in der AEG-Turbinenfabrik an der Huttenstraße 12–19 Gasturbinen; die Halle von Peter Behrens aus den Jahren 1908 und 1909 steht seit 1956 unter Denkmalschutz
- das Industriegebiet Moabit mit rund 43 Hektar zwischen Sickingenstraße und Huttenstraße, geprägt von kleinen und mittleren Betrieben
- der Westhafen der BEHALA mit 430.000 Quadratmetern, Containerumschlag, Roll-on-Roll-off-Anlage und Bahnanschluss über den Güterbahnhof Moabit zur Ringbahn
- der Berliner Großmarkt westlich der Beusselstraße mit Fleischgroßmarkt und Fruchthof
- der Bayer-Standort an der Fennstraße in Wedding, ein Gewerbegebiet von etwa 14 Hektar
- das Areal am Humboldthain mit den früheren AEG-Fabriken und dem Technologiepark TIB
Die Grundstücke sind über die A 100 und die Ringbahn gut zu erreichen. Das hilft der Logistik, bedeutet aber auch: Wer unbefugt hinein will, ist ebenso schnell wieder weg. Mehr zum Bezirk finden Sie auf unserer Seite Sicherheitsdienst Berlin-Mitte.
Aufgaben an Pforte, Rampe und Kaimauer
In einem Kraftwerk oder einer Turbinenfertigung wechseln die Fremdfirmen besonders bei Revisionen und Großmontagen täglich. Unsere Kräfte gleichen Besucher und Monteure mit den Listen Ihrer Werksleitung ab, geben Ausweise aus und lassen niemanden aufs Gelände, dessen Gastgeber nicht bestätigt hat. Tankwagen, Kranfahrzeuge und Schwertransporte bekommen ein festes Zeitfenster und einen Warteplatz, damit Anlieger und Radverkehr auf der Straße nicht behindert werden.
Im Hafen und am Großmarkt verschiebt sich der Schwerpunkt: Lkw-Fahrer werden angemeldet und an die richtige Rampe gelenkt, Container- und Ladungsnummern auf Wunsch mit den Papieren verglichen, Leergut und Paletten bei der Ausfahrt geprüft. An Kaimauer und Bahngleis achten wir darauf, dass niemand ohne Einweisung Gefahrbereiche betritt.
Wenn der Betrieb ruht, übernimmt eine Streife. Sie geht Zaun, Tore, Uferkante und Freilager ab, kontrolliert verschlossene Hallen und meldet Auffälligkeiten sofort an Ihre Rufbereitschaft. Jeder Rundgang steht mit Uhrzeit und Befund im Bericht, den Sie am nächsten Morgen erhalten.
Planung aus unserer Berliner Zweigniederlassung
Berlin gehört zu unserer Kernregion Nord. Den Werkschutz für Betriebe in Mitte plant unsere Zweigniederlassung an der Aroser Allee 81 in Reinickendorf; ein eigenes Büro im Bezirk Mitte haben wir nicht. Die Einsatzplanung berücksichtigt Schichtwechsel, Anfahrt und Ablösung so, dass kein Tor unbesetzt bleibt, während die nächste Kraft unterwegs ist.
Für jedes Werk bilden wir eine feste Gruppe, die Gelände, Ansprechpartner und Hausregeln kennt; eingearbeitete Vertretungen springen bei Urlaub und Krankheit ein. Gemeinsam mit Ihrer Werksleitung legen wir in einer Dienstanweisung fest, wer welche Bereiche betreten darf, wie Schlüssel übergeben werden und wer bei Brand, Gasgeruch, Unfall oder Einbruch zuerst verständigt wird.
Haben Sie weitere Standorte, etwa in Moabit oder jenseits der Spree in Friedrichshain-Kreuzberg, lassen sich diese in einem gemeinsamen Vertrag mit einheitlichen Abläufen führen.
Qualifikation und Einweisung
An Werkstoren mit Kontrollaufgaben arbeiten bei uns Kräfte mit Sachkundeprüfung nach § 34a GewO; für reine Empfangs- und Anmeldeaufgaben genügt die Unterrichtung. Unser Unternehmen ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Vor dem ersten Dienst werden alle Kräfte in Ihre Werksordnung, die Sicherheitsunterweisung für Fremdfirmen und die Alarmwege eingewiesen; bei Anlagen mit Gas oder Heizöl gehört auch der Weg zu Absperrventilen und Sammelplätzen dazu, soweit Sie ihn freigeben. Einen allgemeinen Überblick bietet die Seite Werkschutz, Hinweise für die ganze Stadt finden Sie unter Werkschutz in Berlin.
Womit Sie bei den Kosten rechnen können
Werkschutz ist meist ein Dauerauftrag, deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Stunden. Unser Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Eine Pforte, die nur werktags zu Schichtbeginn und Anlieferung besetzt ist, liegt eher am unteren Rand. Teurer wird es, wenn ein Tor rund um die Uhr einschließlich Sonn- und Feiertagen besetzt sein muss, wenn bei Revisionen viele Fremdfirmen begleitet werden oder wenn Ladungskontrollen dazukommen. Nach einer Begehung erhalten Sie eine Aufstellung, in der Besetzungszeiten und Zusatzaufgaben einzeln aufgeführt sind.


