Ein Bezirk mit Schwerindustrie mitten in der Stadt
Wer an Hamburg-Mitte denkt, hat oft Rathaus, Jungfernstieg und Elbphilharmonie vor Augen. Östlich der Innenstadt beginnt jedoch ein Gebiet, das mit Bürolagen wenig gemein hat: Billbrook und Rothenburgsort bilden zusammen rund 770 Hektar Industriefläche, nach dem Hafen das zweitgrößte geschlossen bebaute Industriegebiet der Stadt. Etwa 1.000 Betriebe mit rund 22.000 Beschäftigten arbeiten dort zwischen Tiefstackkanal, Billbrookkanal und Moorfleeter Kanal. Der Senat hat 2021 beschlossen, das Gebiet zu modernisieren, was neue Ansiedlungen und Umbauten nach sich zieht.
Südlich der Norderelbe setzt sich die Industrie fort. Auf der Peute betreibt Aurubis seine Kupferhütte, auf Steinwerder liegt die Werft Blohm + Voss mit dem Trockendock Elbe 17, in Wilhelmsburg arbeiten Raffinerie und Mühlen an der Hohen Schaar und am Reiherstieg. Für Werkschutz heißt das: sehr verschiedene Werke, aber überall die gleiche Grundfrage, wer und was das Gelände betreten oder verlassen darf.
Standorte, an denen Werkschutz typischerweise anfällt
Die folgende Aufzählung beschreibt Gebiete und Betriebsarten im Bezirk. Sie nennt keine Kunden:
- Billbrook entlang Wöhlerstraße, Moorfleeter Straße und Berzeliusstraße – Fertigung, Lager, Wäschereien und Speditionen mit Kanalanschluss
- Rothenburgsort am Ausschläger Elbdeich und an der Billstraße – Netzbetrieb, Nutzfahrzeugservice, Rechenzentren
- Die Peute auf der Veddel – Metallerzeugung und Lebensmittelverarbeitung mit Gefahrstofflagern
- Steinwerder mit Werft und Containerterminal Tollerort – Zugangsregeln für Fremdfirmen und Reparaturteams
- Hohe Schaar und Reiherstieg in Wilhelmsburg – Raffinerie, Mühlen und Tanklager
- Großmarkt Hamburg zwischen Oberhafen und Amsinckstraße – rund 200 Lkw am Tag, Handel in den frühen Morgenstunden
Was unsere Kräfte an Tor, Rampe und Zaun tun
Am Tor beginnt der Werkschutz mit einem Abgleich: Ist das Fahrzeug angemeldet, passen Kennzeichen, Spedition und Ladeliste, welches Zeitfenster und welche Rampe gelten? Fahrer ohne Termin warten auf einer Pufferfläche, bis der Betrieb sie freigibt. Besucher werden registriert, erhalten einen Ausweis und werden abgeholt. Für Fremdfirmen gehört eine Sicherheitsunterweisung dazu, bevor Werkzeug und Material auf das Gelände kommen.
In den ruhigen Stunden gehen wir Zäune, Kanalufer und Außenlager ab. Gerade an den Wasserläufen in Billbrook ist ein Grundstück nicht nur von der Straße aus zugänglich. Wir prüfen Tore, Schlösser, Beleuchtung und Kamerasicht, kontrollieren Brandschutztüren und Sprinklerzentralen und melden Störungen an Ihre Bereitschaft. Am Wochenende begleiten wir Techniker, geben Schlüssel aus und nehmen sie wieder entgegen.
Alle Vorgänge erfassen wir digital: Torprotokoll, Rundgangsnachweis mit Kontrollpunkten, Meldungen mit Uhrzeit und Foto. Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit und Ihr Versicherer können nachvollziehen, was in welcher Schicht geschehen ist.
Besonderheiten im Hafen- und Hüttenumfeld
Werke mit Gefahrstoffen oder Schmelzbetrieb verlangen mehr als eine Pforte. Unsere Kräfte werden vor dem ersten Dienst in Sperrbereiche, Sammelplätze, Alarmsignale und das Verhalten bei Gasmeldungen eingewiesen. Persönliche Schutzausrüstung nach Ihrer Vorgabe tragen sie selbstverständlich. Bei Werften kommt hinzu, dass Reparaturteams verschiedener Firmen gleichzeitig an Bord und an Land arbeiten; hier führen wir Listen, wer mit welchem Auftrag in welchem Bereich unterwegs ist.
Der Lieferverkehr im Bezirk ist international. Viele Fahrer sprechen kaum Deutsch, Papiere kommen in verschiedenen Sprachen. Wir setzen Kräfte mit Englisch- und möglichst weiteren Sprachkenntnissen ein und arbeiten mit Piktogrammen und klaren Abläufen, damit an der Schranke keine Schlange entsteht.
Planung, Stammkräfte und Vertretung
Wir unterhalten in Hamburg kein eigenes Büro. Die Planung erfolgt aus unserem Hauptsitz in Neumünster, von dem aus Hamburg über die A 7 regelmäßig angefahren wird. Für ein Werk setzen wir feste Stammkräfte ein, die Gelände, Ansprechpartner und Abläufe kennen; Vertretungen werden vorab eingewiesen. Alle Kräfte sind nach § 34a GewO unterrichtet oder sachkundegeprüft, die Abläufe folgen DIN 77200 und unserem Qualitätsmanagement nach ISO 9001.
Betriebe mit weiteren Standorten im Bezirk, etwa auf der Veddel oder in Wilhelmsburg, können diese in denselben Auftrag aufnehmen. Einen Überblick über alle Leistungen im Bezirk finden Sie auf der Seite Sicherheitsdienst Hamburg-Mitte.
Was Werkschutz in Hamburg-Mitte kostet
Werkschutz wird in der Regel als Dauerauftrag mit festen Wochenstunden vereinbart. Der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Eine rund um die Uhr besetzte Pforte mit hohem Nacht-, Sonntags- und Feiertagsanteil bewegt sich eher am oberen Ende, eine Torbesetzung nur zu Anlieferzeiten oder reine Wochenendrundgänge eher am unteren.
Den Ausschlag geben außerdem die Zahl der Tore, Zusatzaufgaben wie die Bedienung von Leitstand und Videotechnik, Gefahrstoffkenntnisse und Sprachanforderungen. Nach einer Begehung erhalten Sie ein Angebot, das diese Punkte einzeln aufführt.


