Vom Braunkohlenwerk zum Folienstandort
Die industrielle Geschichte von Weißandt-Gölzau beginnt mit der Braunkohle. Ab 1928 lief dort ein Schwelwerk, das aus Kohle Gas, Benzin und Öle gewann. Nach dem Ende des Bergbaus entstand ab 1964 ein Kunststoffbetrieb, der 1989 mit rund 3.800 Beschäftigten der größte Kunststoffhersteller der DDR war. Aus ihm ging 1991 die Orbita-Film hervor, deren Werk heute zur Polifilm-Gruppe gehört und Polyethylenfolie herstellt.
Damit ist der Ort, der zugleich Sitz der Stadtverwaltung ist, bis heute der industrielle Schwerpunkt der Stadt. Für den Werkschutz zählen vor allem drei Dinge: der Schichtbetrieb, der Lkw-Verkehr mit Rohstoffen und fertigen Rollen und die Menge an brennbarem Material in den Hallen.
Das Industrie- und Gewerbegebiet im Überblick
Das Gebiet liegt im Osten von Weißandt-Gölzau, die B 183 begrenzt es im Osten und Norden. Nach Angaben der Stadt umfasst es rund 90 Hektar, davon 43 Hektar Industriefläche, und bietet etwa 1.300 Menschen Arbeit. Zu den ansässigen Betrieben zählen:
- Polifilm an der Köthener Straße 11 mit Folienextrusion und internen Diensten für weitere Gesellschaften der Gruppe
- Das Institut für Kunststofftechnologie und -recycling (IKTR), das seit über 30 Jahren an Polymeren und am Recycling von Kunststoffen forscht
- Sondermaschinenbau Köthen und VTA Pergande aus dem Maschinen- und Anlagenbau
- Meteor Kunststoff-Fensterbau sowie weitere Betriebe aus Metallverarbeitung und Handel
Rund 30 Hektar sind laut Stadt erschlossen und noch frei. Kommen neue Betriebe hinzu, wachsen Verkehr und Zahl der Fremdfirmen im Gebiet weiter.
Aufgaben an der Pforte
Ein Folienwerk lebt von Anlieferung und Abholung. Granulat kommt in Silofahrzeugen und auf Paletten, fertige Rollen gehen in Sattelzügen hinaus. An der Pforte gleichen wir Kennzeichen und Lieferscheine mit Ihren Avisen ab, weisen Fahrer auf Wartezonen ein und achten darauf, dass Rangierflächen und Feuerwehrzufahrten frei bleiben.
Dazu kommen Wartungs- und Montagefirmen, besonders bei Linienumbauten und in Stillstandszeiten. Wir melden sie an, geben Besucherausweise aus, holen die Unterschrift unter Ihre Sicherheitsunterweisung ein und behalten im Blick, wer sich noch auf dem Gelände aufhält.
Rundgänge zwischen Extrusionshallen und Lagern
Polyethylen in großen Mengen ist ein Brandrisiko, wie der Großbrand von 1986 im damaligen Kunststoffwerk zeigt. Unsere Rundgänge decken deshalb neben Zäunen und Toren auch Lagerflächen, Ladezonen und Technikräume ab. Wir achten auf ungewöhnliche Wärme, Rauchgeruch, offene Brandschutztüren und Stapel, die Fluchtwege einengen, und melden das sofort an Ihre Schichtleitung oder Bereitschaft.
In Forschung und Sondermaschinenbau steht der Schutz von Prototypen und Unterlagen im Vordergrund. Hier regeln wir mit Ihnen, welche Bereiche nur mit Begleitung betreten werden dürfen und wie Besuche protokolliert werden.
Wie wir einen Dauerauftrag aufstellen
Sachsen-Anhalt gehört nicht zu unserer Kernregion im Norden, ein eigenes Büro im Land haben wir nicht. Weil Werkschutz meist über Jahre läuft, rechnen wir vor dem Angebot Anreise, Unterkunft und Vertretung bei Urlaub und Krankheit durch. Erst wenn das trägt, sagen wir zu. Ihr Werk bekommt dann ein festes Team, das Ihre Abläufe kennt, und eine feste Ansprechperson bei uns.
Alle Kräfte haben die Unterrichtung oder die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO und werden vor dem ersten Dienst in Werksordnung, Gefahrstoffbereiche und Notfallplan eingewiesen. Wir arbeiten nach DIN 77200 und sind nach ISO 9001 zertifiziert. Betreiben Sie weitere Standorte, etwa in Bitterfeld-Wolfen, binden wir sie in die Planung ein. Weitere Werke im Land finden Sie unter Werkschutz Sachsen-Anhalt.
Was ein Werkschutz in Weißandt-Gölzau kostet
Wir orientieren uns an 23 bis 50 € netto je Stunde. Ein Posten, der über viele Monate im festen Dreischichtplan läuft, liegt eher im unteren Teil der Spanne, weil Planung und Einweisung sich auf viele Stunden verteilen. Einzelne Wochenenden, Feiertage oder Sondereinsätze bei einem Linienstillstand liegen höher.
Im Angebot stehen Tag-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsstunden getrennt. Wenn später ein zweites Tor oder eine zusätzliche Streife hinzukommt, lässt sich die Änderung direkt ablesen. Ein Wechsel vom Dauerposten zu Streifen in ruhigen Nachtstunden ist ebenfalls möglich, wenn Ihre Schichtplanung das zulässt.


