Bauen in einem Ortsteil, der nie fertig wird
Seit den Neunzigerjahren wächst auf dem früheren Akademie- und Flugplatzgelände ein Stadtteil für Wissenschaft, Gewerbe, Medien und Wohnen. Ende 2025 standen im Adlershofer Entwicklungsbereich bereits rund 3.900 Wohneinheiten, und noch immer kommen Forschungsbauten, Gewerbehäuser und Wohnquartiere hinzu. Gleichzeitig bekommt der alte Ortskern östlich der Bahn ein neues Gesicht: Der Marktplatz wurde zwischen 2022 und 2025 neu gestaltet, für die Dörpfeldstraße ist ab 2027 ein Umbau vorgesehen.
Für Bauherren bedeutet das: Die Baustelle liegt selten auf freiem Feld. Nebenan arbeitet ein Institut mit empfindlichen Geräten, gegenüber wohnen Familien, und über die Wege des Landschaftsparks kommen abends Spaziergänger vorbei. Wer dort Material, Maschinen und Rohbau schützen will, muss alle diese Seiten im Blick haben.
Aktuelle Bauvorhaben im und am Ortsteil
Der Standortbetreiber führt für 2026 eine Reihe von Vorhaben, die zeigen, wie unterschiedlich die Baustellen sind:
- der Wilhelm-Conrad-Röntgen-Campus des Helmholtz-Zentrums Berlin an der Magnusstraße, direkt neben dem Speicherring BESSY II, mit angekündigter Fertigstellung im Sommer 2027
- das Zukunftslabor des Museums für Naturkunde, für das im Juli 2026 die Baugenehmigung erteilt wurde
- der Großwärmespeicher GeoSpeicherBerlin, für dessen Bohrungen im September 2026 die Genehmigungen vorlagen
- geplante Wohnbauten in der Nordostecke des Campus an Newtonstraße, Wilhelm-Hoff-Straße und Konrad-Zuse-Straße
- nebenan in Johannisthal das Segelflieger Quartier, wo seit Sommer 2026 Böden saniert, Straßen gebaut und 440 geförderte Wohnungen begonnen werden
Hinzu kommen Sanierungen an Baudenkmalen. Erst im Juli 2026 wurde die Instandsetzung der Kugellabore an der Rudower Chaussee abgeschlossen, und an der Dörpfeldstraße steht der Straßenumbau noch bevor.
Was nachts und am Wochenende auf einer Baustelle passiert
Auf Forschungsbaustellen lagern oft Kabel, Kupferleitungen, Lüftungs- und Haustechnik in großen Mengen, bevor sie eingebaut werden. Das sind die Dinge, die nach Feierabend verschwinden. Im Wohnungsbau kommen Werkzeug, Baumaschinen und Kraftstoff hinzu, im Rohbau zudem ungesicherte Öffnungen, an denen sich Unbefugte verletzen können.
Unsere Kräfte kontrollieren Bauzaun und Tore, gehen Rohbau, Container und Lagerflächen ab und achten auf offene Schächte und Treppenhäuser. Bei einer Baustelle neben einem laufenden Institut stimmen wir uns mit dessen Empfang oder Haustechnik ab, damit eine Störung nicht doppelt gemeldet oder gar nicht bemerkt wird. Morgens übergeben wir die Fläche an die Bauleitung, mit einem Bericht über alles, was in der Nacht aufgefallen ist.
Ein eigener Punkt sind die Wege durch den Landschaftspark Johannisthal/Adlershof. Das frühere Flugfeld zwischen Groß-Berliner Damm, Hermann-Dorner-Allee und Wrightallee ist offen zugänglich, ein erhöhter Rundweg führt um das Naturschutzgebiet herum. Baustellen am Parkrand haben deshalb oft eine Seite, an der abends Menschen mit Hunden, Fahrrädern oder einfach aus Neugier am Zaun entlanggehen. Wir nehmen diese Seite fest in die Runde auf und achten darauf, dass Tore und Zaunfelder geschlossen bleiben.
Feste Wache, Streife oder beides
Welche Form passt, hängt vom Bauabschnitt ab. In der Phase, in der teure Technik angeliefert, aber noch nicht eingebaut ist, ist oft eine feste Wache die richtige Wahl. Steht nur ein Rohbau mit wenig Material, genügen mehrere Streifen pro Nacht. Auf großen Flächen setzen wir auch beides ein: eine Kraft am Tor, eine weitere auf Runde.
Geplant werden die Einsätze aus unserer Zweigniederlassung an der Aroser Allee 81 in Reinickendorf; Berlin gehört zu unserer Kernregion Nord, ein Büro in Adlershof selbst unterhalten wir nicht. Baustellen in den Nachbarorten, etwa in Rudow, können wir in eine gemeinsame Runde nehmen. Mehr über den Ortsteil steht unter Sicherheitsdienst Berlin-Adlershof.
Qualifikation und Abstimmung mit der Bauleitung
Für die Bewachung setzen wir Kräfte mit Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO ein, unsere Organisation ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Vor Beginn gehen wir die Baustelle mit Ihrer Bauleitung ab, legen Zufahrten, Lagerflächen und Gefahrenstellen fest und vereinbaren, wer bei welchem Vorfall informiert wird. Allgemeines zur Leistung finden Sie unter Baustellenbewachung, die Berliner Übersicht unter Baustellenbewachung in Berlin.
Preis einer Baustellenbewachung
Als Richtwert rechnen Sie mit 23 bis 50 € netto je Stunde. Ein paar Streifen in der Woche für einen Rohbau kosten deutlich weniger als eine feste Wache jede Nacht vom Feierabend bis zum Arbeitsbeginn. Wochenenden, Feiertage und kurzfristige Zusatzzeiten, etwa nach einem Diebstahl, fließen in den Preis ein. Sie erhalten nach der Begehung ein Angebot, das sich nach Bauphasen staffeln lässt.


