Viel Bausubstanz aus drei Jahrhunderten
Der Wedding ist reich an Gebäuden, die bei Feuer schwer zu ersetzen wären. Die Alte Nazarethkirche auf dem Leopoldplatz wurde von 1832 bis 1835 nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel gebaut. Die Fabrikbauten des Osram-Werks B an der Seestraße entstanden zwischen 1904 und 1910, die Urnenhalle an der Gerichtstraße 1909 bis 1910, die Pavillons des Virchow-Krankenhauses zwischen 1899 und 1906.
Viele dieser Bauten haben Holzdachstühle, Zwischendecken aus Holz oder Hohlräume hinter Verkleidungen. Funken aus Schweiß- oder Trennarbeiten können sich dort unbemerkt festsetzen. Eine Brandwache sorgt dafür, dass eine Glut entdeckt wird, bevor daraus ein Brand wird.
Auch jüngere Gebäude verlangen Aufmerksamkeit. In Laboren werden häufig Lösungsmittel und Gase vorgehalten, in Fahrzeugwerkstätten Öle und Schmierstoffe – beides gibt es im Wedding, an der Fennstraße, an der Luxemburger Straße und an der Seestraße. Werden dort Leitungen geschweißt oder Stahlträger getrennt, prüfen wir vorab mit dem Betreiber, welche Stoffe in der Nähe stehen und wohin sie für die Dauer der Arbeiten gebracht werden können.
Gebäude, an denen Heißarbeiten heikel sind
Diese Beispiele zeigen, wo im Wedding bei Arbeiten mit offener Flamme oder Funkenflug besondere Vorsicht gilt. Es handelt sich um Gebäudetypen, nicht um Auftraggeber:
- Kirchen: Alte Nazarethkirche (1832–1835), Osterkirche an der Samoastraße (1911), Kapernaumkirche an der Seestraße (Baudenkmal), Dankeskirche am Weddingplatz (1972)
- Ehemaliges Krematorium an der Gerichtstraße, heute Kulturquartier mit Kuppelhalle und unterirdischer Halle von 2019
- Denkmalgeschützte Ursprungsbauten des Campus Virchow-Klinikum, darunter Kesselhaus, Maschinenhaus und Wasserturm
- OsramHöfe und die U-Bahn-Hauptwerkstatt an der Seestraße, beide Baudenkmale, die einen mit fünfgeschossigen Fabrikbauten, die andere als Werkstatt der U-Bahn
- Versammlungsstätten wie die Freilichtbühne Rehberge, das Atze Musiktheater an der Luxemburger Straße und das Erika-Heß-Eisstadion von 1967
Die Aufgabe während der Arbeiten
Die Brandwache steht während der Heißarbeiten neben dem Arbeitsbereich und behält ihn dauerhaft im Blick. Sie achtet auf Funkenflug in Fugen, Ritzen und Nachbarräume, prüft angrenzende Wände und Decken und schaut auch auf die Etage darunter oder den Dachraum darüber. Löschmittel stellt der Betrieb oder das ausführende Unternehmen; unsere Kräfte werden vor Ort in deren Handhabung eingewiesen.
Brennbares im Umfeld lassen wir vor Beginn entfernen oder abdecken. Werden Brandmelder für die Dauer der Arbeiten abgeschaltet, stimmen wir mit dem Betreiber ab, wann sie wieder aktiv sind. Bis dahin bleibt die Wache vor Ort.
Grundlage ist die Schweißerlaubnis oder ein vergleichbarer Erlaubnisschein des Betreibers. Darin steht, welche Maßnahmen gelten und wie lange die Nachkontrolle dauert. Wir halten uns an diese Vorgaben und bestätigen sie mit Unterschrift.
Nach Arbeitsende: die Nachkontrolle
Viele Brände nach Heißarbeiten entstehen erst Stunden später. Deshalb bleibt die Brandwache nach Ende der Arbeiten für die im Erlaubnisschein festgelegte Zeit vor Ort und kontrolliert den Bereich mehrfach. Bei Dacharbeiten an einer Kirche gehört dazu auch der Blick in den Dachstuhl, bei Hallen der Weg über Galerien und Kranbahnen.
In Sälen und Theatern übernehmen wir zudem Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen, wenn der Betreiber sie nicht mit eigenem Personal oder der Feuerwehr abdeckt. Was dort konkret verlangt ist, legt die Genehmigung der Veranstaltung fest.
Planung und Qualifikation
Brandwachen im Wedding planen wir aus der Zweigniederlassung Berlin an der Aroser Allee 81 in Reinickendorf. Im Wedding haben wir kein eigenes Büro. Unsere Kräfte sind nach § 34a GewO unterrichtet oder sachkundegeprüft und werden für jeden Einsatz am Objekt eingewiesen.
Wir arbeiten nach DIN 77200 und sind nach ISO 9001 zertifiziert. Einsätze in der Nachbarschaft, etwa in Gesundbrunnen, lassen sich mit Wedding-Aufträgen verbinden. Hinweise für die ganze Stadt finden Sie auf der Seite Brandwache Berlin.
Kosten einer Brandwache
Der Richtwert für eine Brandwache liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Ein Einsatz während der regulären Arbeitszeit bewegt sich eher unten in dieser Spanne. Nachkontrollen, die bis in den Abend oder in die Nacht reichen, sowie Einsätze am Wochenende liegen höher.
Weil Heißarbeiten oft kurzfristig angesetzt oder verschoben werden, besprechen wir mit Ihnen vorab, wie Sie uns die genauen Termine durchgeben. Abgerechnet werden die tatsächlich geleisteten Stunden einschließlich der Nachkontrolle.


