Heißarbeiten im Rückbau des Kraftwerks Farge
Seit Mitte August 2026 sollen am stillgelegten Kraftwerk Farge Schornstein, Aschesilo, Rauchgasreinigung und Bekohlungsanlage abgerissen werden. Ein großer Teil davon ist Stahl: Träger, Bänder, Rohrleitungen, Behälter. Zerlegt wird mit Schneidbrenner, Trennschleifer und Abbruchschere. Dabei fliegen Funken und glühende Teile weit, auch in Bereiche, die schwer einsehbar sind.
Das Kraftwerk hat über Jahrzehnte Steinkohle verfeuert. In alten Förderanlagen, Kanälen und Bunkern können sich Rückstände halten, die sich bei Wärme entzünden. Eine Brandwache beobachtet deshalb nicht nur die Schnittstelle selbst, sondern auch die Umgebung darunter und dahinter. Nach Ende der Arbeiten bleibt sie vor Ort, bis keine Wärmequelle mehr feststellbar ist.
Alte Bausubstanz im Stadtteil
Viele Gebäude in Blumenthal sind alt, manche geschützt. Wo hier gelötet, geschweißt oder mit offener Flamme gearbeitet wird, lohnt eine Brandwache besonders:
- Hallen der früheren Bremer Woll-Kämmerei, seit 2012 teils als Ensemble, teils als Einzeldenkmal geschützt
- Burg Blomendal, Backstein-Wasserburg, seit 1973 unter Denkmalschutz, heute Ort für Konzerte, Theater und Feiern
- Rekumer Mühle von 1873
- Wätjens Schloss, erbaut 1858 bis 1864
- Evangelisch-reformierte Kirche von 1879 und Martin-Luther-Kirche von 1902
- Rathaus Blumenthal von 1910 und Wasserturm von 1928
In solchen Gebäuden stecken Holzbalken, Dachstühle und Hohlräume, in denen Glut lange unbemerkt bleibt. Eine Dachrinne zu löten oder ein Rohr in der Wand zu erneuern, kann ausreichen.
Die Woll-Kämmerei wurde 1883 als Aktiengesellschaft gegründet, die Produktion begann 1884 auf einem Areal von etwa 400.000 Quadratmetern. Viele Bauten auf dem Gelände stammen aus der Zeit vor modernen Brandschutzanforderungen. Wenn dort Hallen für neue Gewerbebetriebe hergerichtet werden, kommen Stahlträger, Dachrinnen und Leitungen auf den Prüfstand. Jede Arbeit mit Flamme oder Funken in diesen Gebäuden sollte von einer Kraft begleitet werden, die nichts anderes tut als aufzupassen.
Revisionen in laufenden Anlagen
Auch in Betrieben, die weiterlaufen, fallen Heißarbeiten an. Auf dem früheren Woll-Kämmerei-Gelände betreibt die BREWA ein Heizkraftwerk für Ersatzbrennstoffe, eine Hochtemperatur-Verbrennungsanlage und eine Kläranlage. Bei Wartung und Reparatur arbeiten dort Fremdfirmen mit Schweißgerät an Anlagen, in deren Umgebung brennbares Material lagert. Der Maschinenbau in Farge und die Tauwerkfabrik in Rönnebeck haben ebenfalls Bereiche, in denen Schweiß- und Trennarbeiten außerhalb der Werkstatt besondere Aufsicht verlangen.
Für diese Fälle stellen wir Brandwachen, die sich an die Regeln des Betriebs halten: Erlaubnisschein des Werks, Abschaltung von Meldern nur nach Freigabe, Rückmeldung an die zuständige Stelle nach Ende der Nachkontrolle.
Ablauf einer Brandwache
Vor Beginn geht unsere Kraft den Arbeitsbereich mit dem Ausführenden ab. Brennbares wird entfernt oder abgedeckt, Öffnungen zu Nachbarräumen werden verschlossen, Löscher stehen griffbereit. Während der Arbeit beobachtet sie Funkenflug, Rauch und Wärme, auch auf der Rückseite von Wänden und unter Böden.
Nach dem letzten Schnitt beginnt die Nachkontrolle. Wie lange sie dauert, legt die Freigabe fest. Erst danach wird der Bereich übergeben. Beginn, Ende, Kontrollzeiten und Beobachtungen stehen im Bericht, den Bauleitung, Betreiber und Versicherer erhalten. Bei Veranstaltungen in der Burg Blomendal oder in anderen Sälen stellen wir auf Wunsch auch Brandsicherheitsposten, die Fluchtwege und Feuerlöscher im Blick behalten.
Einsatz aus der Niederlassung Bremen
Bremen gehört zu unserer Kernregion Nord. Brandwachen in Blumenthal stellen wir aus der Niederlassung Bremen mit eigenem Personal. Alle Kräfte sind mindestens nach § 34a GewO unterrichtet und werden vor dem Einsatz in Objekt und Löschmittel eingewiesen. Unsere Abläufe sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Mehr zum Leistungsumfang steht auf der Seite Brandwachen, die Landesübersicht unter Brandwache in Bremen. Für Arbeiten im angrenzenden Vegesack planen wir gern mit.
Kosten bei Tag- und Nachtarbeit
Als Richtwert für eine Brandwache gelten 23 bis 50 € netto je Stunde. Den Ausschlag geben die Uhrzeit, denn Abbrucharbeiten und Revisionen laufen oft in Randzeiten oder nachts, die Dauer der Nachkontrolle und die Frage, ob mehrere Arbeitsstellen gleichzeitig betreut werden müssen.
Bei kurzen Einsätzen, etwa einer einzelnen Dachreparatur, stimmen wir eine Mindestdauer ab. Bei wochenlangem Rückbau planen wir feste Schichten. Allgemeines zum Stadtteil finden Sie unter Sicherheitsdienst Bremen-Blumenthal.


