Brandrisiken in einem Stadtteil der späten 1950er Jahre
Ein großer Teil der Vahr stammt aus wenigen Jahren: Die Neue Vahr wurde zwischen 1957 und 1962 errichtet, die meisten Kirchen des Stadtteils entstanden in den 1960er Jahren, die Wohnanlage Großer Kurfürst Anfang der 1970er Jahre. Gebäude dieses Alters werden heute nach und nach modernisiert. Bei Arbeiten an Dächern, Fassaden, Leitungen und Haustechnik fallen dabei häufig Schweiß-, Trenn- und Lötarbeiten an.
Eine Brandwache sorgt dafür, dass ein Funke oder ein heißes Bauteil nicht unbemerkt einen Brand auslöst. Sie beobachtet den Arbeitsbereich während der Arbeiten, hält Löschmittel bereit und kontrolliert anschließend, ob sich irgendwo Glutnester gebildet haben. Gerade in Hohlräumen von Dächern und Zwischendecken kann ein Schwelbrand erst Stunden später sichtbar werden.
Orte mit typischem Bedarf
Die folgenden Gebäude und Anlagen stehen beispielhaft für Situationen, in denen in der Vahr eine Brandwache sinnvoll sein kann. Die Aufzählung nennt Bedarf, keine Auftraggeber:
- Das Heizkraftwerk Vahr, seit 1957 in Betrieb, bei Arbeiten an Leitungen und Anlagenteilen
- Kirchen aus den 1960er Jahren mit großen Dachräumen: Christuskirche und Epiphanias-Kirche von 1960, St. Hedwig von 1963, Heilig-Geist-Kirche von 1964, Dreifaltigkeits-Kirche von 1967
- Die Jona-Gemeinde an der Eislebener Straße mit ihrer Kirche von 1972
- Das denkmalgeschützte Aalto-Hochhaus bei Arbeiten an Bestand und Technik
- Das Bürgerzentrum Neue Vahr an der Berliner Freiheit bei größeren Veranstaltungen
- Neubauten auf der Pferdewiese, wo Flachdächer abgedichtet und Photovoltaik montiert werden
Heißarbeiten an Kirchen, Denkmal und Bestand
Kirchen sind bei Heißarbeiten besonders empfindlich. Hohe Räume, hölzerne Einbauten, Orgeln und schwer einsehbare Dachstühle machen es schwer, einen beginnenden Brand früh zu erkennen. Bei Arbeiten an Dach, Turm oder Heizung stellen wir eine Kraft, die den Bereich während der Arbeiten im Blick behält und auch die angrenzenden Räume prüft, in die Funken oder Wärme gelangen können.
Ähnliches gilt für das Aalto-Hochhaus, das seit 1995 unter Denkmalschutz steht und 189 Wohnungen umfasst. In einem bewohnten Hochhaus müssen Arbeiten so abgesichert werden, dass Bewohner nicht gefährdet sind und Fluchtwege frei bleiben. Wir achten darauf, dass Treppenhäuser nicht durch Material verstellt werden, und kontrollieren nach Arbeitsende Schächte und Nebenräume.
Versorgungsanlagen, Gleisbau und Veranstaltungen
Am Heizkraftwerk Vahr und an Leitungstrassen im Stadtteil fallen Arbeiten an, bei denen Schweißen und Trennen zum Alltag gehören. Auch beim Bau der neuen Straßenbahnverbindung der Linie 2 mit dem Gleisdreieck an der Julius-Brecht-Allee können Schweiß- und Trennarbeiten anfallen. Dort richtet sich die Brandwache nach den Vorgaben des Betreibers oder der Bauleitung, und die Nachkontrolle wird schriftlich festgehalten.
Bei Veranstaltungen im Bürgerzentrum Neue Vahr oder in Schulaulen kann eine Brandsicherheitswache gefordert sein, etwa wenn Bühnentechnik, Dekoration oder Kerzen im Spiel sind. Unsere Kräfte kennen Notausgänge und Löscheinrichtungen, halten Rettungswege frei und unterstützen im Ernstfall die Räumung, bis die Feuerwehr übernimmt.
Auch für Arbeiten in den Nachbarstadtteilen, etwa in Osterholz oder Horn-Lehe, stellen wir Brandwachen.
Ablauf und Qualifikation
Bremen gehört zu unserer Kernregion Nord, die Planung übernimmt unsere Niederlassung Bremen. Die Kräfte kommen aus dem eigenen Personalstamm, haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO und werden vor dem Einsatz in Ihren Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten eingewiesen. Wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Vor Beginn klären wir mit Ihnen, welche Löschmittel bereitstehen, wo die Alarmierungswege liegen und wie lange die Nachkontrolle dauern soll. Die Brandwache ist während der Arbeiten ausschließlich für diese Aufgabe da und wird nicht nebenbei für andere Tätigkeiten eingesetzt. Am Ende erhalten Sie ein Protokoll mit Zeiten und Feststellungen.
Kosten für Arbeiten und Nachkontrolle
Abgerechnet wird nach Stunden. Als Richtwert gelten 23 bis 50 € netto je Stunde. Bei der Brandwache entscheidet vor allem, wann gearbeitet wird: Finden Heißarbeiten in der Nacht oder am Wochenende statt, damit der Betrieb nicht gestört wird, steigt der Anteil teurerer Stunden. Auch die Länge der Nachkontrolle nach Arbeitsende fließt in die Rechnung ein.
Mehr zum Stadtteil lesen Sie unter Sicherheitsdienst Bremen-Vahr.


