Eine Stadt, die das Feuer kennt
Die Geschichte von Dippoldiswalde ist auch eine Geschichte von Bränden. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1633 fast vollständig niedergebrannt, nur Schloss, Nikolaikirche und wenige Häuser blieben stehen; ein Jahr später gingen erneut 150 Häuser verloren. Am 14. März 1826 zerstörte ein Stadtbrand 102 Vorder- und 100 Seitengebäude sowie zwölf Scheunen.
Entsprechend wertvoll ist, was heute noch steht. Wer an diesen Gebäuden arbeitet, hat es mit trockenem Holz, alten Zwischendecken und Hohlräumen zu tun, in denen sich Funken unbemerkt festsetzen. Eine Brandwache achtet bei Schweiß-, Löt-, Schneid- und Trennarbeiten allein auf Funkenflug, Glut und Rauch und ist mit Löschmitteln sofort zur Stelle.
Gebäude und Anlagen mit Brandwachenbedarf
Diese Orte zeigen, wo im Stadtgebiet Heißarbeiten besondere Vorsicht verlangen; Eigentümer und Betreiber sind keine Kunden von uns:
- Schloss Dippoldiswalde: Markgrafenburg um 1200, heute Amtsgericht, Osterzgebirgsgalerie und Museum für mittelalterlichen Bergbau
- Nikolaikirche: romanische Basilika aus dem 13. Jahrhundert auf dem Friedhof
- Stadtkirche St. Marien und Laurentius: gotische Hallenkirche mit romanischem Westturm und frühbarocker Ausmalung
- Lohgerberei: Wohnhaus um 1750, heute Lohgerber Museum & Galerie
- Kirche „Zur Heiligen Dreieinigkeit“ in Schmiedeberg, 1713 bis 1718 nach Plänen von George Bähr
- Schmiedeberger Gießerei mit Schmelz- und Gießanlagen
- Kulturzentrum Parksäle mit großem Saal und Bühnentechnik
Kirchen, Schloss und Museen: Arbeiten im Bestand
In historischen Gebäuden laufen Arbeiten an Dachstühlen, Glockentürmen, Heizungen oder Elektrik oft parallel zum Museums- oder Gerichtsbetrieb. Die Ausmalung der Stadtkirche, Orgeln, Holzemporen und Sammlungen wie die rund 300 Werke der Osterzgebirgsgalerie vertragen weder Feuer noch Löschwasser in großen Mengen. Umso wichtiger ist, dass ein Brand gar nicht erst entsteht.
Unsere Brandwache steht während der Arbeit neben dem Handwerker, beobachtet angrenzende Bauteile, hält Feuerlöscher und Löschdecke bereit und deckt bei Bedarf brennbare Materialien ab. Nach dem Ende der Arbeiten bleibt sie für die vereinbarte Nachkontrolle vor Ort und tastet Bauteile ab. Wärmebildkameras setzen wir ein, wenn Sie eine bereitstellen. Fluchtwege für Besucher und Personal halten wir während der gesamten Arbeiten frei und weisen bei Bedarf auf gesperrte Bereiche hin.
Gießerei und Versammlungsstätte: zwei weitere Fälle
In der Schmiedeberger Gießerei gehören Flüssigmetall und Hitze zum Alltag. Eine Brandwache wird dort vor allem gebraucht, wenn außerhalb der festen Arbeitsplätze geschweißt oder getrennt wird, etwa bei Reparaturen an Hallendächern, Kranbahnen oder Absauganlagen während eines Stillstands. Grundlage ist dann das Erlaubnisscheinverfahren des Betriebs mit seinen Sammelplätzen und Meldewegen.
In den Parksälen, die bis zu 1.000 Stehplätze bieten, kann eine Brandsicherheitswache bei Veranstaltungen mit Bühnenaufbauten oder Pyrotechnik verlangt sein. Ob sie von der Feuerwehr gestellt werden muss oder an einen Dienstleister vergeben werden darf, legt die zuständige Behörde fest. Bei Umbauten und Wartungsarbeiten im Saal sind wir ansprechbar.
Für Betriebe mit weiteren Standorten in Freital oder Freiberg planen wir Brandwachen auf Wunsch gemeinsam.
Vorhabenbezogen: Prüfung vor der ersten Schicht
Dippoldiswalde liegt außerhalb unserer Kernregion Nord, ein Büro in Sachsen haben wir nicht. Bevor wir eine Brandwache zusagen, klären wir mit Ihnen Objekt, Art und Dauer der Heißarbeiten, Länge der Nachkontrolle laut Erlaubnisschein und die Notrufwege. Danach prüfen wir Anfahrt und Personal und geben Ihnen Bescheid.
Unser Personal wird vor Ort in Lage und Bedienung der Löschmittel eingewiesen. Beginn und Ende der Arbeiten, Nachkontrollen und Auffälligkeiten stehen mit Uhrzeit im Bericht. Wir arbeiten nach DIN 77200, sind nach ISO 9001 zertifiziert, und unsere Kräfte sind nach § 34a GewO unterrichtet. Mehr zum Land: Brandwache in Sachsen.
Kosten der Brandwache
Der Richtwert für eine Brandwache liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Eingerechnet werden muss neben der eigentlichen Arbeitszeit die Nachkontrolle, die je nach Erlaubnisschein mehrere Stunden dauern kann. Wird abends geschweißt, reicht die Wache damit in die Nacht, was den Preis ebenso beeinflusst wie Einsätze am Wochenende während eines Betriebsstillstands.
Bei längeren Sanierungen in Kirche oder Schloss ist eine feste Besetzung sinnvoll, die Räume, Fluchtwege und Löschmittel bereits kennt. Weitere Informationen bietet unsere Seite zum Sicherheitsdienst in Dippoldiswalde.


