Feuer hat in Friedland Geschichte
Zwölf Stadtbrände zählt die Chronik für das 17. und 18. Jahrhundert, der schwerste traf Friedland 1703 und beschädigte auch die Marienkirche. Im April 1945 brannte ein großer Teil der Altstadt nieder, darunter das Rathaus von 1803 und die Nikolaikirche, die seitdem als Ruine steht. Was erhalten blieb, ist umso wertvoller: die backsteingotische Hallenkirche St. Marien mit ihrem auf 91 Meter erhöhten Turm und der Orgel von Wilhelm Sauer, die Stadtmauer aus Feldstein, das Anklamer und das Neubrandenburger Tor, der Fangelturm und das Wiekhaus „Fischerburg“.
Wer an solchen Bauten arbeitet, hat es mit trockenem Holz, alten Dachstühlen und Hohlräumen zu tun, in denen Glut lange unbemerkt bleibt. Genau dafür gibt es die Brandsicherheitswache.
Wann in Friedland eine Brandwache gebraucht wird
Die häufigsten Anlässe in der Stadt und ihren Ortsteilen sind:
- Löt-, Schweiß- und Trennarbeiten an Dächern, Turmhelmen und Rinnen von Kirchen wie St. Marien oder den Dorfkirchen in Brohm, Eichhorst, Glienke, Jatzke und Liepen
- Arbeiten an Stadttoren, Fangelturm und Wassermühle von 1703 an der Datze
- Sanierung von Gebäuden mit Saal und Bühne, etwa am Volkshaus Vor dem Walltor
- Heißarbeiten in Agrarhallen, Werkstätten und Lagern, in denen Stroh, Saatgut oder Dünger liegen
- Zeiten, in denen eine Brandmeldeanlage wegen Umbau oder Störung abgeschaltet ist
- Veranstaltungen mit offener Flamme oder Pyrotechnik, wenn die Genehmigung eine Wache verlangt
Wie eine Brandwache arbeitet
Bevor der erste Funke fliegt, geht die Brandwache mit dem verantwortlichen Handwerker den Arbeitsbereich ab. Sind brennbare Stoffe entfernt oder abgedeckt, Fugen und Durchbrüche geschlossen, Feuerlöscher griffbereit? Während der Arbeit beobachtet sie Funkenflug und Wärme, auch in Nachbarräumen, im Dachboden darüber oder hinter Verkleidungen, die der Ausführende nicht sieht.
Nach dem Ende der Heißarbeiten bleibt die Wache vor Ort. Sie prüft Bauteile von Hand und mit Blick auf Rauch oder Geruch, wiederholt das in festen Abständen und gibt den Bereich erst frei, wenn die vorgegebene Nachkontrollzeit vorbei ist. Wie lange das dauert, steht im Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten oder in den Vorgaben des Versicherers. Bei einem Brand alarmiert sie sofort die Feuerwehr und beginnt mit der Brandbekämpfung, soweit das gefahrlos möglich ist.
Abstimmung mit Bauherr und Feuerwehr
In Friedland wird der Brandschutz von Freiwilligen Feuerwehren getragen, deren Anfahrt in die Ortsteile Zeit kostet. Umso wichtiger ist es, dass die Wache vor Ort den Ernstfall kennt: Wo stehen Löscher und Wandhydranten, wie kommt ein Löschfahrzeug durch die engen Gassen innerhalb der Stadtmauer an die Kirche, wer ist beim Bauherrn erreichbar? Diese Punkte halten wir vor dem ersten Einsatz schriftlich fest.
Bei denkmalgeschützten Gebäuden stimmen wir uns zusätzlich mit Kirchengemeinde oder Eigentümer ab, welche Bereiche besonders empfindlich sind. Die Absprachen gehen bei jedem Schichtwechsel an die nächste Kraft über.
Für landwirtschaftliche Betriebe gilt dasselbe in anderer Form: Hier zählen Abstände zu Strohlagern, die Lage von Diesel- und Düngertanks und die Frage, ob der Hof nachts überhaupt besetzt ist. Kommt nach Feierabend niemand mehr vorbei, verlängern wir auf Wunsch die Nachkontrolle.
Organisation und Qualifikation
Friedland gehört zu unserer Kernregion Nord. Wir haben in der Stadt kein eigenes Büro, die Wachen werden aus dem Personalstamm eingeteilt, gesteuert von Neumünster und Berlin aus. Unsere Brandwachen sind vor dem Einsatz in die Löschmittel vor Ort eingewiesen, haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO und werden vor Ort in Gebäude und Gefahren eingewiesen. Unsere Abläufe sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Mehr zur Leistung lesen Sie unter Brandwachen, das Land im Überblick unter Brandwache in Mecklenburg-Vorpommern. Arbeiten Sie auch in der Nachbarschaft, finden Sie Hinweise unter Pasewalk.
Was eine Brandwache in Friedland kostet
Als Richtwert gelten 23 bis 50 € netto je Stunde. Den Ausschlag geben Uhrzeit und Dauer der Nachkontrolle: Endet eine Dacharbeit am späten Nachmittag, kann die Wache bis in den Abend dauern; bei einer abgeschalteten Brandmeldeanlage laufen Kontrollgänge oft über Nächte und Wochenenden. Wie viele Arbeitsstellen gleichzeitig beobachtet werden müssen, bestimmt die Zahl der Kräfte. Für geplante Sanierungen erhalten Sie ein Angebot vorab, kurzfristige Einsätze besprechen wir am Telefon.


