Eine Stadt, die das Feuer kennt
Mühlhausen ist mehrfach gebrannt. Schon 1315 zerstörte ein Stadtbrand den Vorgängerbau der Marienkirche, große Brände folgten 1649 und 1689. Beim Brand von 1689 brannte der provisorische Fachwerkturm der Marienkirche ab, 1720 vernichtete ein Blitzschlag ihre erste Orgel. Die Altstadt, die heute steht, ist zu großen Teilen nach diesen Bränden wieder aufgebaut worden und besteht aus Fachwerk, Bruchstein und alten Dachstühlen.
Wer heute in einem dieser Häuser oder in einer der Kirchen mit offener Flamme, Schweißgerät oder Trennschleifer arbeitet, braucht in aller Regel eine Brandwache. Sie beobachtet die Arbeitsstelle, hält Löschmittel bereit und kontrolliert nach Ende der Arbeiten, ob irgendwo Glut zurückgeblieben ist.
Bauten mit besonderem Brandrisiko
Belegte Gebäude in Mühlhausen, an denen Heißarbeiten besondere Sorgfalt verlangen:
- Marienkirche, nach dem Erfurter Dom der zweitgrößte Kirchenbau Thüringens, mit 86,7 Meter hohem Mittelturm
- Divi-Blasii-Kirche am Untermarkt, an der Johann Sebastian Bach 1707 und 1708 Organist war, mit einer Orgel mit 42 Registern
- Kilianikirche, heute als Theater genutzt, und Jakobikirche mit der Stadtbibliothek
- Fachwerkhäuser Obermarkt 6 bis 8 in der statischen Sicherung
- Stadtmauer mit Wehr- und Kanzeltürmen und dem Frauentor
- Ökumenisches Hainich-Klinikum mit Pavillons und Anstaltskirche aus den Jahren 1914 bis 1917
Dachstühle, Orgeln und Kunstgut
In mittelalterlichen Kirchen sitzt das größte Risiko oft oben: Dachstühle aus altem, trockenem Holz, darauf Kupfer- oder Bleiblech, das bei Reparaturen gelötet wird. Bei der Sanierung eines Stadtmauerabschnitts nördlich des Inneren Frauentors wurde zum Beispiel eine neue Bleiabdeckung hergestellt. Im Inneren stehen Orgeln, Altäre und Gestühl, die nicht ersetzt werden können. Eine Brandwache an solchen Orten bleibt während der Arbeiten in Sichtweite, prüft nach jedem Arbeitsschritt angrenzende Bauteile und geht nach Feierabend mindestens eine Nachkontrolle.
Bei Fachwerkhäusern wie am Obermarkt kommt hinzu, dass Hohlräume in Decken und Wänden Glut über Stunden verbergen können. Wir halten deshalb die Nachkontrollzeiten ein, die der Erlaubnisschein vorgibt, und dokumentieren jede Kontrolle mit Uhrzeit. Wärmebildkameras setzen wir ein, wenn Sie eine bereitstellen.
Auch Sanierungen öffentlicher Häuser bringen Heißarbeiten in die Altstadt. Am Schwanenteich etwa sollen das frühere Café und die Tagungs- und Kulturstätte voraussichtlich ab 2027 saniert werden, und im Sanierungsgebiet Petri- und Nikolaivorstadt stehen alte Brauerei und früheres Heizhaus zur Umnutzung an. In solchen Gebäuden liegen oft alte Isolierungen, Holzböden und Leitungsreste, die bei Trenn- und Schweißarbeiten schnell Feuer fangen. Wir sehen uns die Arbeitsstelle vor dem ersten Funken mit an und besprechen mit dem ausführenden Betrieb, welche Bereiche abgedeckt oder freigeräumt werden müssen.
Heißarbeiten in Betrieben und auf Festen
In den Gewerbegebieten im Osten und am Schadeberg arbeiten Zulieferer für Fahrzeug- und Bahntechnik und Maschinenbauer. Bei Umbauten, Hallenerweiterungen oder Reparaturen an Anlagen fallen Schweiß- und Trennarbeiten an, oft am Wochenende oder in Betriebsferien, wenn die eigenen Brandschutzhelfer nicht im Dienst sind. Für solche Fälle stellen wir die Brandwache nach Ihrem Erlaubnisschein.
Typische Aufgaben im Überblick:
- Beobachtung der Arbeitsstelle während Schweißen, Löten, Trennen und Brennschneiden
- Bereithalten geeigneter Löschmittel, in deren Gebrauch die Kräfte vor Ort eingewiesen werden
- Kontrolle angrenzender Räume, Decken und Hohlräume
- Nachkontrolle nach Ende der Arbeiten im vereinbarten Abstand
- Brandsicherheitswachen nach Vorgabe des Betreibers, etwa bei Festen mit Feuerwerk
Vorhabenbezogen in Thüringen
Brandwachen in Mühlhausen stellen wir vorhabenbezogen, denn Thüringen liegt außerhalb unserer Kernregion im Norden und wir haben dort kein Büro. Vor der Zusage klären wir Art und Dauer der Heißarbeiten, Arbeitszeiten und Nachkontrollen und prüfen, ob Personal für jeden Arbeitstag verfügbar ist. Für Arbeiten über mehrere Wochen, etwa an einem Kirchendach, planen wir möglichst dieselben Kräfte ein.
Unser Personal hat die Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO und wird vor Ort in Gebäude, Fluchtwege und Löschmittel eingewiesen. Wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert und unter +49 4321 78 33 590 rund um die Uhr erreichbar. Weitere Informationen unter Brandwachen, Brandwache in Thüringen und Sicherheitsdienst Mühlhausen; für die Wartburgstadt siehe Sicherheitsdienst Eisenach.
Was eine Brandwache kostet
Richtwert für eine Brandwache sind 23 bis 50 € netto je Stunde. Kurze Einsätze tagsüber mit einer Nachkontrolle liegen eher im unteren Teil. Wird nachts oder an Sonn- und Feiertagen gearbeitet oder verlangt der Erlaubnisschein lange Nachkontrollen, steigt der Preis. Auf Wunsch rechnen wir die Nachkontrolle getrennt von der Brandwache während der Arbeiten ab.


