Eine Altstadt aus der Nachkriegszeit
Im Zweiten Weltkrieg wurden rund 91 Prozent der Münsteraner Altstadt zerstört. Was heute alt aussieht, ist zu großen Teilen in den 1950er-Jahren wieder aufgebaut worden: die Giebelhäuser am Prinzipalmarkt in vereinfachter Form, der St.-Paulus-Dom zwischen 1946 und 1956, das Schloss ab 1946 hinter seinen stehen gebliebenen Außenmauern. Das Theater, in dessen Innenhof die Ruine des Romberger Hofes steht, wurde 1956 eröffnet.
Diese Gebäude werden heute immer wieder saniert: Dächer, Fassaden, Haustechnik, Brandschutz. Beim Dom wurden zwischen 2009 und 2013 rund 5.500 Quadratmeter Dachfläche neu mit Kupfer gedeckt und ein neuer Glockenstuhl aus Eichenholz eingebaut. Wer in solchen Häusern schweißt, lötet oder flext, arbeitet zwischen Holz, Hohlräumen und Kulturgut.
Wo in Münster Heißarbeiten anfallen
Brandwachen werden in der Stadt vor allem an diesen Orten gebraucht:
- Altstadt mit Prinzipalmarkt, Lambertikirche und Rathaus des Westfälischen Friedens: Dacharbeiten, Fassadensanierung, Leitungsbau in engen Häusern
- Schloss und Universitätsgebäude: Umbauten im laufenden Lehrbetrieb, Haustechnik in Hörsälen und Verwaltung
- Messe und Congress Centrum Halle Münsterland: Stahlbau und Umbau zwischen Messen und Konzerten, rund 20.000 Quadratmeter Hallenfläche
- Lackwerk in Hiltrup und Farbenhersteller an der Weseler Straße: Instandhaltung neben Lösemitteln, Harzen und Gebinden
- Stadthafen: Umbau von Flechtheimspeicher und Rhenusspeicher, frühere Getreidespeicher mit neuer Büro- und Kulturnutzung
Auch auf den Umbaubaustellen in den früheren Kasernen und am Preußenstadion entstehen bei Stahlbau und Rückbau Funken und Schweißperlen.
Was die Brandwache bei Heißarbeiten tut
Grundlage ist Ihr Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten. Darin steht, welche Bereiche geschützt, welche brennbaren Stoffe entfernt oder abgedeckt und wie lange nachkontrolliert werden muss. Unsere Kraft steht während der Arbeiten neben dem Schweißer, hat Feuerlöscher griffbereit, beobachtet Funkenflug und angrenzende Räume und greift ein, wenn sich etwas entzündet.
Nach dem Ende der Arbeiten bleibt sie für die vereinbarte Nachbeobachtung, prüft Fugen, Durchbrüche, Decken und darunterliegende Geschosse und dokumentiert jede Kontrolle mit Uhrzeit. Glimmbrände in Dämmung oder Holzbalken zeigen sich oft erst nach längerer Zeit. Wenn Sie eine Wärmebildkamera bereitstellen, setzen wir sie bei den Kontrollen ein. Mehr dazu unter Brandwachen.
Brandwache in Hallen und bei Veranstaltungen
Nicht nur Bauarbeiten brauchen eine Brandwache. Wenn in Hallen Brandmeldeanlagen während eines Umbaus abgeschaltet oder Bereiche freigeschaltet sind, übernimmt eine Brandwache die Überwachung, bis die Technik wieder läuft. Das betrifft in Münster etwa Messe- und Kongressflächen, Theater und Säle, in denen zwischen zwei Veranstaltungen umgebaut wird.
Unsere Kräfte gehen dann die betroffenen Bereiche in festen Abständen ab, halten Flucht- und Rettungswege frei und melden Auffälligkeiten an Ihre Haustechnik. Vor dem ersten Dienst werden sie vor Ort eingewiesen: Lage der Löschmittel, Brandabschnitte, Meldewege, Ansprechpartner.
Ein eigenes Kapitel sind die umgenutzten Bauten am Stadthafen. Flechtheimspeicher und Rhenusspeicher waren Getreidespeicher, heute sind dort Büros, Archive und Kultur untergebracht, der Flechtheimspeicher steht unter Denkmalschutz. Am Kreativkai teilen sich Gastronomie, ein Theater und ein Jazzclub die Uferzeile. Wird in solchen Häusern umgebaut, laufen Heißarbeiten neben genutzten Räumen, oft mit Holzdecken, alten Schächten und Durchbrüchen zwischen den Geschossen. Mieter und Besucher sind dabei häufig im selben Haus unterwegs. Die Nachkontrolle muss deshalb auch die Etagen darüber und darunter erfassen, nicht nur den Arbeitsplatz selbst.
Vorhabenbezogen in Münster
Münster liegt außerhalb unserer Kernregion Nord, in Nordrhein-Westfalen haben wir kein Büro. Brandwachen planen wir deshalb vorhabenbezogen: Wir klären Zeitraum, Schichten und Anreise, bevor wir zusagen. Für längere Sanierungen setzen wir möglichst dieselben Kräfte ein, damit sie das Gebäude und die Gewerke kennen.
Die Kräfte haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO, wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Zur Stadt allgemein lesen Sie mehr unter Sicherheitsdienst Münster.
Kosten einer Brandwache
Brandwachen rechnen wir nach Stunden, als Richtwert mit 23 bis 50 € netto je Stunde. Den Preis treibt vor allem die Nachbeobachtung: Endet das Schweißen am späten Nachmittag und schreibt der Erlaubnisschein mehrere Stunden Nachkontrolle vor, fallen Abend- oder Nachtstunden an. Arbeiten am Wochenende, an Feiertagen oder während einer abgeschalteten Brandmeldeanlage rund um die Uhr liegen entsprechend höher als eine Wache für einen einzelnen Arbeitstag. Wie wir landesweit arbeiten, steht unter Brandwache in Nordrhein-Westfalen.


