Brände haben in Uetersen Geschichte
Die Stadtchronik von Uetersen verzeichnet mehrere schwere Brände: 1938 zerstörte ein Großfeuer Röpckes Mühle, 1982 brannte der Holzbetrieb H. W. Feuerschütz nieder, damals das größte Feuer in der Geschichte der Stadt, und 1995 ging ein Restaurant in der Altstadt in Flammen auf. Schon 1635 gründeten die Bürger eine Brandschutzgilde, aus der später die Freiwillige Feuerwehr hervorging.
Heute entstehen die meisten Brände bei Bauarbeiten nicht durch Unachtsamkeit, sondern durch Funken und Wärme, die beim Schweißen, Trennschleifen, Löten oder Abflämmen in Ritzen und Hohlräume gelangen. Glut kann dort stundenlang schwelen, bevor sie sichtbar wird. Genau dafür gibt es die Brandwache.
Wo Heißarbeiten in Uetersen besondere Sorgfalt verlangen
Die folgenden Orte zeigen, wie unterschiedlich die Lagen in der Stadt sind. Sie beschreiben möglichen Bedarf, keine bestehenden Aufträge:
- Chemiebetriebe wie Voss Chemie und Oemeta Chemische Werke, in denen brennbare Flüssigkeiten und Dämpfe auftreten können
- Pharmaproduktion bei Nordmark mit Lager-, Labor- und Technikbereichen
- Kesselbau bei ISW, wo große Stahlteile geschweißt und montiert werden
- Hallen des früheren Papierwerks an der Pinnauallee, falls dort zurückgebaut oder umgenutzt wird
- Klosterkirche von 1747 bis 1749 mit barockem Deckenfresko, Propstei und Klostermühle im Klosterbezirk
- Versammlungsorte wie die Stadthalle am Rosarium mit rund 500 Plätzen und das Rosenstadion
Denkmalpflege mit Funkenrisiko
Die Klosterkirche wurde vom Baumeister Jasper Carstens errichtet, ihr Deckenfresko schuf Giovanni Battista Innocenzo Colombo. In einem solchen Gebäude bedeutet ein Brand nicht nur einen Sachschaden, sondern einen unwiederbringlichen Verlust. Werden am Dach Bleche gelötet, Dachrinnen ersetzt oder Leitungen durch alte Balkenlagen gezogen, ist eine Brandwache daher oft Auflage von Eigentümer oder Versicherer.
Unsere Kraft steht während der Arbeiten mit Feuerlöscher und Löschdecke bereit, beobachtet angrenzende Bauteile und bleibt nach Ende der Arbeiten am Ort, um versteckte Glutnester zu erkennen. Bei Fachwerk und Dachstühlen empfehlen wir eine verlängerte Nachkontrolle und zusätzliche Rundgänge am Abend.
Brandwache im laufenden Betrieb
In Chemie- und Pharmabetrieben erteilt meist der Betreiber die Erlaubnis für feuergefährliche Arbeiten. Unsere Brandwache arbeitet nach den dort festgelegten Schutzmaßnahmen, achtet auf Abdeckungen, abgeschaltete Melder und freigehaltene Fluchtwege und meldet sofort, wenn sich Bedingungen ändern. Bei Revisionen an Wochenenden oder in Betriebsferien lässt sich die Wache an den Stillstand anpassen.
Bei Veranstaltungen kommt eine andere Rolle hinzu: Hier achten Brandsicherheitskräfte auf Notausgänge, Dekoration und Bühnentechnik. Wenn Auflagen der Behörde eine Wache verlangen, stimmen wir den Einsatz mit Veranstalter und Feuerwehr ab.
Ein besonderer Fall ist der Rückbau von Industrieanlagen. Werden in einer stillgelegten Halle Rohrleitungen, Stahlträger oder Maschinen mit dem Schneidbrenner zerlegt, liegen oft Reste von Papierstaub, Ölen oder Isoliermaterial in Kanälen und Zwischendecken. Hier planen wir die Brandwache abschnittsweise mit dem Abbruchunternehmen, kontrollieren vor Beginn die Umgebung jeder Schneidstelle und gehen nach Feierabend noch einmal durch die betroffenen Bereiche. Wo ein Gelände ohnehin nachts bewacht wird, lassen sich Brandwache und Objektschutz in einem Dienstplan verbinden.
Personal und Dokumentation
Uetersen gehört zu unserer Kernregion Nord, die Einsätze plant der Hauptsitz in Neumünster. Unsere Brandwachen sind im Umgang mit Feuerlöschern unterwiesen und haben die Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO. Beginn, Ende und Nachkontrolle werden mit Uhrzeit auf dem Erlaubnisschein vermerkt, so wie es die DGUV-Regeln für feuergefährliche Arbeiten vorsehen. Die Organisation ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Einsätze in den Nachbarstädten wie Elmshorn oder Wedel planen wir aus derselben Disposition. Den Überblick für das Land gibt Brandwache in Schleswig-Holstein.
Kosten einer Brandwache
Eine Brandwache wird meist für einzelne Tage oder wenige Wochen gebraucht, dafür oft zu ungewohnten Zeiten. Unser Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Ins Gewicht fallen vor allem der Nachtanteil, Arbeiten an Sonn- und Feiertagen, die Dauer der Nachkontrolle und kurzfristige Anfragen. Wer die Heißarbeiten einige Tage vorher ankündigt, erleichtert die Planung und vermeidet Zuschläge für sehr kurzfristige Besetzung.


