Wann eine Brandwache gebraucht wird
Eine Brandwache überwacht einen Bereich, in dem die Brandgefahr vorübergehend erhöht ist oder der normale Brandschutz nicht vollständig wirkt. Die häufigsten Anlässe sind feuergefährliche Arbeiten wie Schweißen, Brennschneiden, Löten und Trennschleifen, der Ausfall oder die Abschaltung einer Brandmeldeanlage, Umbauten mit geöffneten Brandabschnitten und Veranstaltungen mit besonderem Brandrisiko.
Bei Heißarbeiten legt der Betrieb in seinem Erlaubnisschein fest, wer während der Arbeiten beobachtet und wie lange danach nachkontrolliert wird. Glimmnester in Dämmstoffen, Hohlräumen oder Kabeltrassen entstehen oft unbemerkt und brechen erst Stunden später aus. Eine Brandwache, die in dieser Zeit vor Ort bleibt und den Bereich regelmäßig abgeht, verhindert, dass aus einem Funken ein Großschaden wird.
Ein dritter Anlass sind Gebäude im Umbau. Wenn Brandschutztüren ausgehängt, Wände für neue Leitungen geöffnet oder Sprinkleranlagen abschnittsweise außer Betrieb genommen werden, fehlt für eine gewisse Zeit ein Teil des baulichen oder technischen Schutzes. Gerade in Gebäuden, die während der Bauarbeiten weiter genutzt werden, also Kliniken, Pflegeheime, Hotels, Schulen oder Verwaltungen, muss diese Lücke überbrückt werden. Eine Brandwache geht dann die betroffenen Abschnitte in festen Abständen ab, achtet auf Rauch, Geruch und Wärme, hält Fluchtwege frei und ist erste Anlaufstelle, wenn Mitarbeitende oder Bewohner etwas Ungewöhnliches bemerken.
Brandwachen-Anlässe in Schleswig-Holstein
Schleswig-Holstein hat Branchen, in denen Heißarbeiten zum Alltag gehören, und Spielstätten, in denen Brandschutz besonders sorgfältig geplant wird. Die Beispiele beschreiben, wo solche Anlässe im Land entstehen, nicht, wo wir eingesetzt sind.
- Werften an der Kieler Förde, darunter TKMS und German Naval Yards in Kiel: Schweiß- und Brennarbeiten an Rumpf, Ausrüstung und in engen Schiffsräumen.
- Flensburger Schiffbau-Gesellschaft in Flensburg und die Werft Nobiskrug in Rendsburg: Werftanlagen, auf denen auch Instandsetzungen mit Heißarbeiten anfallen.
- Raffinerie Heide in Hemmingstedt: Anlagenrevisionen mit vielen Fremdfirmen und Arbeiten in der Nähe brennbarer Stoffe.
- ChemCoast Park in Brunsbüttel: Chemie- und Prozessanlagen, bei denen Wartungsarbeiten mit offener Flamme streng geregelt sind.
- Rader Hochbrücke bei Rendsburg: Stahlbau über dem Nord-Ostsee-Kanal mit Schweißarbeiten an großen Bauteilen.
- Theater Kiel mit Opernhaus und Schauspielhaus: Bühnenbetrieb mit Pyrotechnik, Scheinwerfern und brennbaren Dekorationen.
- Theater Lübeck mit dem Großen Haus in der Beckergrube sowie das Schleswig-Holsteinische Landestheater in Flensburg, Rendsburg und Schleswig.
- Holstenhallen in Neumünster: Messeauf- und -abbau mit Standbau, Technik und zeitweise geöffneten Bereichen.
Küste, Kanal und Binnenland: Brandwache im ganzen Land
Die meisten Heißarbeiten konzentrieren sich auf wenige Achsen: die Kieler Förde mit ihren Werften, den Nord-Ostsee-Kanal von Brunsbüttel über Rendsburg bis Kiel und die Industrie an der Unterelbe. Diese Orte liegen vom Hauptsitz in Neumünster in gut planbarer Entfernung, sodass wir auch Einsätze mit wechselnden Arbeitszeiten und kurzfristigen Verlängerungen besetzen können.
Bei Ausfällen von Brandmeldeanlagen in Bürogebäuden, Kliniken, Hotels oder Lagerhallen kommt es dagegen auf Schnelligkeit an. Fällt eine Anlage am Freitagabend aus, muss die Brandwache oft noch in derselben Nacht stehen. In der Landesmitte und im Raum Kiel und Lübeck ist das in der Regel möglich, für Nordfriesland, Dithmarschen und Ostholstein sprechen wir mit Ihnen offen über die realistische Anlaufzeit.
Ablauf eines Brandwachen-Einsatzes
Vor Beginn stimmen wir mit Ihnen oder Ihrem Brandschutzbeauftragten ab, welcher Bereich überwacht wird, wo Feuerlöscher und Wandhydranten stehen, welche Rettungswege freizuhalten sind und wie die Feuerwehr alarmiert wird. Bei Heißarbeiten richten wir uns nach Ihrem Erlaubnisschein und den dort festgelegten Nachkontrollzeiten.
Die Planung kommt aus unserem Hauptsitz in der Kernregion Nord, die Kräfte stammen aus dem eigenen Personalstamm. Jede Kontrolle wird mit Uhrzeit festgehalten, am Ende des Einsatzes erhalten Sie ein Protokoll, das Sie Versicherer oder Bauaufsicht vorlegen können.
- Beobachtung während der Heißarbeiten und definierte Nachkontrolle
- Regelmäßige Rundgänge bei ausgefallener Brandmeldeanlage
- Freihalten von Rettungswegen und Feuerwehrzufahrten
- Erste Brandbekämpfung mit Kleinlöschgeräten und sofortige Alarmierung
- Einsatzprotokoll mit allen Kontrollzeiten
Ausbildung der Brandwachen und Abgrenzung zur Feuerwehr
Unsere Brandwachen sind im Umgang mit Feuerlöschern und Löschdecken geschult, kennen die Alarmierungswege und haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO. Vor jedem Einsatz werden sie auf die Gegebenheiten des Objekts eingewiesen, auf Werften und in Industrieanlagen zusätzlich nach den Sicherheitsregeln des Betriebs.
Wichtig ist die Abgrenzung: Wenn Behörde oder Genehmigung eine Brandsicherheitswache der Feuerwehr vorschreiben, etwa bei bestimmten Veranstaltungen in Versammlungsstätten, ersetzt unsere Brandwache diese nicht. Sie ergänzt den Brandschutz des Betreibers dort, wo er selbst für eine Überwachung sorgen muss. Unsere Arbeit folgt dabei den Abläufen nach ISO 9001 und DIN 77200.
Was eine Brandwache kostet
Als Richtwert für Brandwachen in Schleswig-Holstein gelten 23 bis 50 € netto je Stunde. Kurze Einsätze nach Heißarbeiten werden meist mit einer Mindestdauer geplant, längere Überbrückungen bei Anlagenausfall nach Tagen oder Wochen.
| Anlass | Typische Planung |
|---|---|
| Heißarbeiten | Während der Arbeiten plus Nachkontrolle laut Erlaubnisschein |
| Ausfall der Brandmeldeanlage | Durchgehende Rundgänge bis zur Wiederinbetriebnahme |
| Umbau mit offenen Brandabschnitten | Für die Dauer der Bauphase, oft nachts |
| Messe- und Bühnenaufbau | Während Auf- und Abbau sowie in den Nächten dazwischen |
Mehr zum Leistungsumfang lesen Sie auf der Seite Brandwachen.


