Brandrisiken in Walsrode: zwischen Heide-Fachwerk und Chemie
Walsrode vereint zwei Welten, die beide besondere Vorsicht beim Umgang mit Feuer verlangen. Auf der einen Seite stehen historische Gebäude aus Holz, Lehm und Reet, die typisch für die Lüneburger Heide sind. Auf der anderen Seite arbeitet im Industriepark in Bomlitz seit über 200 Jahren eine Chemie- und Folienindustrie, deren Rohstoffe und Produkte teils leicht entzündlich sind.
In beiden Fällen gilt: Bei Schweiß-, Trenn-, Löt- oder Dacharbeiten kann ein Funke unbemerkt in Fugen, Dämmung, Holz oder Reet geraten und dort stundenlang glimmen. Eine Brandwache bleibt nach Ende der Arbeiten vor Ort, kontrolliert die betroffenen Stellen und greift ein, bevor aus einem Glutnest ein Brand wird.
Historische Gebäude, die besonderen Schutz brauchen
Wie verletzlich solche Bauten sind, hat Walsrode 2024 erlebt, als auf dem Gelände des Heidemuseums eine historische Scheune abbrannte. Zu den Gebäuden, bei denen Arbeiten mit offener Flamme besondere Sorgfalt erfordern, gehören:
- das Heidemuseum Rischmannshof im Eckernworth-Wald mit einem reetgedeckten Hallenhaus von 1798, einem Speicher von 1669 und einem Backhaus von 1752
- das Kloster Walsrode, erstmals 986 erwähnt und ab 1700 weitgehend neu errichtet, etwa mit dem Langen Haus von 1720
- die Cordinger Mühle in Benefeld, eine restaurierte Wassermühle
- das Rathausensemble mit Bauten von 1758 und 1904
- die Bockwindmühle im Weltvogelpark
- Kirchen wie St. Johannes der Täufer in der Kernstadt und in Düshorn
Bei Dachsanierungen, Restaurierungen oder Leitungsarbeiten an solchen Gebäuden kontrollieren wir Dachböden, Balkenlagen und angrenzende Räume nach Abschluss der Heißarbeiten und halten Löschmittel bereit.
Industrie und Gewerbe: Heißarbeiten unter Auflagen
Im Industriepark Walsrode werden Cellulosechemikalien, Nitrocellulose und Kunststofffolien hergestellt. Reparaturen an Anlagen, Rohrleitungen oder Hallendächern sind dort nur mit Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten möglich, der in der Regel eine Nachbeobachtung über eine festgelegte Zeit verlangt. Ähnliches gilt für Betriebe im A27park und im Gewerbegebiet Honerdingen, wenn dort Stahlbau, Dacharbeiten oder Umbauten anstehen.
Wir übernehmen diese Nachbeobachtung, damit Ihre Fachkräfte nach getaner Arbeit nicht selbst bleiben müssen. Typische Aufgaben sind:
- Nachkontrolle nach Schweiß-, Schneid- und Schleifarbeiten in festen Abständen
- Überwachung von Bitumen- und Flämmarbeiten auf Flachdächern
- Bereitstellung und Prüfung von Feuerlöschern am Arbeitsplatz
- Ersatzmaßnahme bei vorübergehend abgeschalteter Brandmeldeanlage
- schriftliches Protokoll für Versicherer und Betriebsleitung
Brandsicherheitsposten bei Veranstaltungen
Auch in Versammlungsstätten kann eine Brandsicherheitswache verlangt werden, wenn die Behörde oder der Betreiber es vorgibt. In Walsrode betrifft das vor allem die Stadthalle an der Robert-Koch-Straße mit bis zu 700 Personen, aber auch Feste mit Zelten, Bühnen und offenen Kochstellen wie das Stadtfest oder die Jahrmärkte auf dem Schützenfestplatz.
Unsere Kräfte achten dort auf freie Rettungswege, kontrollieren Bühnentechnik, Stromverteiler und Kochstellen und halten Löschmittel bereit. Bei einem Ereignis alarmieren sie die Feuerwehr, beginnen mit der Brandbekämpfung im Rahmen des Möglichen und unterstützen die Räumung.
So arbeiten wir in Walsrode
Walsrode liegt in unserer Kernregion Nord. Die Brandwachen planen wir aus dem Hauptsitz in Neumünster und der Niederlassung Bremen, ein Büro in Walsrode unterhalten wir nicht. Deshalb ist eine frühzeitige Anfrage hilfreich, damit Anreise und Arbeitsende gut zusammenpassen. Vor Beginn sprechen wir mit Ihnen den Erlaubnisschein, die Dauer der Nachbeobachtung und die Fluchtwege durch.
Unsere Brandwachen sind in der Bedienung von Feuerlöschern unterwiesen und haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO. Wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Grundlagen finden Sie auf der Seite Brandwachen, landesweite Beispiele unter Brandwache in Niedersachsen.
Kosten einer Brandwache
Brandwachen sind häufig kurz, fallen aber oft in den Abend oder die Nacht, weil die Nachbeobachtung erst nach Arbeitsende beginnt. Als Richtwert gelten 23 bis 50 € netto je Stunde, wobei Nachtanteil, Wochenendarbeit und die Länge der vorgeschriebenen Beobachtungszeit den Ausschlag geben.
Für eine einzelne Dachreparatur am Kloster genügen oft wenige Stunden, eine mehrtägige Revision im Industriepark mit täglichen Heißarbeiten erfordert eine längere Planung. Weitere Leistungen in der Stadt zeigt Sicherheitsdienst Walsrode.


