Warum in Wismar so oft eine Brandwache gefragt ist
Drei Dinge treffen in der Hansestadt zusammen. Auf dem Werftgelände, das thyssenkrupp Marine Systems 2022 übernommen hat, gehören Schweißen, Brennschneiden und Schleifen zum Alltag des Schiffbaus. Im Haffeld im Norden lagern Sägewerk, Plattenwerk, Pelletwerk und Brettschichtholz-Fertigung große Mengen Holz und Späne. Und in der Altstadt stehen Backsteinkirchen und Speicher, deren Dachwerke und Böden aus Holz sind.
Wo an solchen Orten mit offener Flamme oder Funkenflug gearbeitet wird, verlangen Versicherer und Betreiber meist eine Brandsicherheitswache. Sie soll einen Entstehungsbrand früh erkennen, bevor er sich in Hohlräumen, Dämmung oder Holzstapeln ausbreitet. Die Brandwache arbeitet dabei nicht mit, sondern hat nur diese eine Aufgabe und den Blick frei für alles, was der Schweißer hinter seinem Schutzschild nicht sieht.
Typische Einsatzorte in der Stadt
Brandwachen fallen in Wismar vor allem an folgenden Orten an:
- in der Dockhalle und an Ausrüstungsplätzen auf dem Werftgelände
- bei Instandhaltung in Sägewerk und Plattenwerk im Haffeld
- in der Georgenkirche mit 78 Metern Länge und 35 Metern Gewölbehöhe
- in der Nikolaikirche, erbaut zwischen 1381 und 1487
- an den Getreidespeichern am Hafen aus den Jahren 1935 bis 1940
- bei Umbauten in Hallen und Werkstätten der Gewerbegebiete West und Kritzowburg
- in Versammlungsstätten bei Auf- und Abbau mit Pyrotechnik oder Heißarbeiten
Denkmal und Holz: besondere Sorgfalt
Die Georgenkirche wurde 1945 schwer beschädigt und über Jahrzehnte wieder aufgebaut, die Arbeiten liefen bis weit nach 2010. Gerade in solchen Bauten verbergen sich Glutnester leicht in Mauerfugen, Gewölbezwickeln und Dachböden. Eine Brandwache muss diese Stellen kennen, bevor der erste Funke fliegt: Wir gehen den Arbeitsbereich vorher mit Ihnen ab, legen Löschmittel bereit und prüfen, ob brennbares Material entfernt oder abgedeckt ist.
In Holzlagern ist es weniger die Bausubstanz als die Masse: Ein Funke, der in einen Spänehaufen fällt, kann stundenlang unbemerkt schwelen. Deshalb gehört die Nachkontrolle nach Arbeitsende fest zum Auftrag. Bei Arbeiten in Hallen achten wir zusätzlich auf Lüftungskanäle, Kabeltrassen und Durchbrüche, über die sich Wärme in Nachbarräume ziehen kann, und schauen dort nach, wo vom Arbeitsplatz aus niemand hinsieht.
Ablauf einer Brandsicherheitswache
Grundlage ist die Erlaubnis für Heißarbeiten, die Ihr Betrieb oder Ihr Auftraggeber ausstellt. Darin steht, wo gearbeitet wird, welche Schutzmaßnahmen gelten und wie lange nachkontrolliert werden muss. Unsere Kraft:
- prüft vor Beginn Löschmittel, Fluchtwege und abgedeckte Bereiche
- beobachtet während der Arbeiten den Arbeitsbereich und angrenzende Räume, auch unter und hinter der Arbeitsstelle
- greift bei einem Entstehungsbrand mit dem bereitgestellten Löschmittel ein und alarmiert die Feuerwehr
- kontrolliert nach Arbeitsende so lange, wie Ihre Erlaubnis es verlangt
- dokumentiert Zeiten und Feststellungen im Bericht
Personal und Organisation
Wismar liegt in unserer Kernregion Nord. Ein Büro in der Stadt haben wir nicht; die Einsätze werden vom Hauptsitz in Neumünster geplant, eingesetzt wird Personal aus unserem Stamm. Unsere Brandwachen werden vor dem Einsatz in die Löschmittel vor Ort eingewiesen und kennen ihre Aufgaben aus der Erlaubnis. Vor dem ersten Einsatz klären wir mit Ihnen, wer die Erlaubnis unterschreibt, wo die nächste Feuermeldestelle liegt und wie die Feuerwehr auf das Gelände kommt. Alle Kräfte haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO, wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Mehr zur Leistung lesen Sie unter Brandwachen, den Überblick für das Land unter Brandwache in Mecklenburg-Vorpommern. Für Einsätze im Osten der Küste finden Sie Angaben unter Rostock.
Was eine Brandwache in Wismar kostet
Wir rechnen mit einem Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Für den Preis zählt bei der Brandwache vor allem, wann gearbeitet wird: Revisionen in Werken und Arbeiten in Kirchen liegen oft in Nächten, an Wochenenden oder zwischen den Jahren, wenn der Betrieb ruht. Dazu kommt die Nachkontrolle, die je nach Erlaubnis noch einige Zeit nach dem letzten Funken läuft und deshalb von Anfang an mit eingeplant wird.


