Eine Stadt, deren Denkmäler das Feuer kennen
Im April 1945 brannten in Zerbst das Schloss und die großen Kirchen aus. Von der Residenz, die ab 1681 entstand, stehen heute nur noch die Ruine des Ostflügels und Teile des Marstalls. St. Nicolai, eine spätgotische Hallenkirche, brannte bis auf die Umfassungsmauern aus, St. Bartholomäi brannte samt Turm aus. Was erhalten blieb, wird seit Jahrzehnten Stück für Stück gesichert und wieder aufgebaut.
Gerade an solchen Gebäuden wird regelmäßig mit Wärme gearbeitet: Dachdecker löten Bleche und kleben Bahnen mit der Flamme, Metallbauer schweißen Anker und Geländer, Restauratoren entfernen Farbe mit Heißluft. Jede dieser Arbeiten kann Glut in Fugen, Balkenlagen oder Schutt hinterlassen, die erst Stunden später sichtbar wird.
Gebäude, bei denen eine Brandwache sinnvoll ist
In Zerbst fallen Heißarbeiten unter anderem an diesen Orten an:
- Ruine St. Nicolai: seit 1991 gesichert, Nord- und Südturm neu gedeckt, Glockenstube im Nordturm, Nutzung für Konzerte
- St. Bartholomäi: Chor und Querschiff wiederaufgebaut, Langhaus als gesicherte Ruine
- Trinitatiskirche: barocker Zentralbau von 1683 bis 1696, 1951 bis 1967 wiederaufgebaut
- Schlossruine mit Ostflügel, an dem der Förderverein seit 2005 arbeitet
- Francisceum im ehemaligen Franziskanerkloster mit Gymnasium, Museum und einer Bibliothek von rund 45.000 Bänden im Lesesaal
- Stadthalle in der fürstlichen Reitbahn von 1724 im Schlossgarten
- Fachwerkhäuser auf der Breite, die die Zerstörung überstanden haben
In Bibliotheken, Museen und Kirchen mit Holzdecken ist das Risiko besonders hoch, weil ein Brand dort Bestände trifft, die sich nicht ersetzen lassen. Brandschutzauflagen der Versicherer oder Denkmalbehörden verlangen bei Heißarbeiten deshalb oft eine Brandwache mit Nachkontrolle.
Heißarbeiten in Betrieben
Auch in der Zerbster Industrie wird geschweißt und getrennt. EMAG Zerbst baut Verzahnungs- und Laserschweißmaschinen, das Schraubenwerk Zerbst fertigt große Verbindungselemente aus Stahl. Bei Umbauten, Reparaturen an Hallen oder Arbeiten an Leitungen, die außerhalb des normalen Fertigungsablaufs stattfinden, ist eine zusätzliche Brandwache üblich, wenn Ihr Erlaubnisschein für Heißarbeiten das vorsieht.
In Lebensmittelbetrieben und Kühlhäusern, etwa in den Gewerbegebieten Am Feuerberg und Nordfrost, steckt in Dämmplatten und Verkleidungen viel brennbares Material. Wer dort an Kälteleitungen oder Dachaufbauten schweißt, braucht eine Wache, die die Umgebung im Blick behält.
Was unsere Brandwache tut
Unsere Kraft wird vor Beginn vor Ort eingewiesen: in den Arbeitsbereich, die Löschmittel, die Fluchtwege und die Meldewege des Hauses. Während der Arbeiten beobachtet sie Funkenflug und Wärme, hält Feuerlöscher bereit und achtet darauf, dass brennbares Material abgedeckt bleibt. Nach Ende der Arbeiten bleibt sie für die vereinbarte Nachkontrollzeit, prüft angrenzende Räume, Dachböden, Hohlräume und Fugen von Hand, mit Wärmebildkamera, wenn Sie eine bereitstellen, und hält jeden Kontrollgang mit Uhrzeit fest.
Bei Veranstaltungen in der Stadthalle, etwa mit Bühnentechnik oder Pyrotechnik, kann eine Brandwache ergänzend zum Ordnungsdienst eingesetzt werden. Die Vorgaben dafür kommen aus Ihrem Brandschutzkonzept und von der zuständigen Behörde.
Was die Brandwache festgestellt hat, erhalten Sie schriftlich: Beginn und Ende der Arbeiten, Zeiten der Nachkontrollen, geprüfte Bereiche und Befunde. Dieses Protokoll können Sie Ihrer Versicherung, der Bauleitung oder der Denkmalbehörde vorlegen. Bei einem Brand alarmiert unsere Kraft sofort die Feuerwehr über den Notruf, warnt Personen im Gebäude und unternimmt Löschversuche nur, wenn das ohne Eigengefährdung möglich ist.
Vorhabenbezogen und mit fester Einweisung
Zerbst liegt außerhalb unserer Kernregion Nord, ein Büro im Land haben wir nicht. Brandwachen übernehmen wir dort vorhabenbezogen, nach Abstimmung von Termin, Dauer und Ort. Eingesetzt wird Personal mit Unterrichtung nach § 34a GewO, das vor jedem Einsatz vor Ort in Löschmittel, Fluchtwege und Meldewege eingewiesen wird. Mehr zur Leistung lesen Sie unter Brandwachen und Brandwache in Sachsen-Anhalt, zur Stadt unter Sicherheitsdienst Zerbst/Anhalt.
Kosten der Brandwache
Der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Bei einer Brandwache in Zerbst bestimmt vor allem die Nachkontrolle den Umfang: Sie dauert je nach Auflage oft mehrere Stunden über das Ende der Arbeiten hinaus und fällt dadurch häufig in den Abend oder die Nacht. Ein einzelner Einsatz bei einem Dachdecker an einer Kirche wird anders gerechnet als eine Brandwache, die über mehrere Wochen Sanierung täglich mitläuft. Wir rechnen offen, wie viele Stunden auf Arbeitszeit und wie viele auf Nachkontrolle entfallen.


