Gesetz und Verordnung
§ 34a der Gewerbeordnung legt fest, dass Bewachung erlaubnispflichtig ist und welche Qualifikationen grundsätzlich verlangt werden. Die Bewachungsverordnung, kurz BewachV, regelt das Wie: Inhalte und Ablauf der Qualifikation, Pflichten bei der Durchführung, Versicherung und Aufzeichnungen. Die heute geltende Fassung stammt aus dem Jahr 2019 und wurde zusammen mit dem Bewacherregister eingeführt.
Für Auftraggeber ist die Verordnung vor allem eines: die Untergrenze. Was dort steht, muss jeder Anbieter erfüllen. Wer Angebote vergleicht, kann davon ausgehen, dass darunter nichts zulässig ist.
Die wichtigsten Regelungsbereiche
| Bereich | Inhalt |
|---|---|
| Unterrichtung | Lehrgang bei der IHK mit 40 Unterrichtsstunden und Abschlussgespräch; Mindestqualifikation für Wachpersonal |
| Sachkundeprüfung | schriftliche und mündliche Prüfung vor der IHK; Pflicht für Unternehmensleitung und bestimmte Tätigkeiten |
| Haftpflichtversicherung | Pflichtversicherung mit festgelegten Mindestsummen für Personen-, Sach- und Vermögensschäden |
| Dienstausweis | Pflicht für jede Wachperson, mit Name, Unternehmen und Bewacher-ID |
| Namensschild | bei bestimmten Tätigkeiten, etwa im öffentlichen Raum oder an Diskothekeneinlässen, sichtbar zu tragen |
| Dienstkleidung | darf nicht mit Uniformen von Polizei oder Bundeswehr verwechselbar sein |
| Aufzeichnungen | Pflicht zur Buchführung über Aufträge und Personal, mit Aufbewahrungsfristen |
Wann Unterrichtung reicht und wann nicht
Grundsätzlich genügt für Wachpersonal die Unterrichtung. Für einige Tätigkeiten mit mehr Konfliktpotenzial verlangt das Gesetz die Sachkundeprüfung:
- Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum oder in Bereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr, etwa in Einkaufszentren,
- Schutz vor Ladendieben,
- Bewachung im Einlassbereich gastgewerblicher Diskotheken,
- Bewachung von Flüchtlingsunterkünften und zugangsgeschützten Großveranstaltungen in leitender Funktion.
Ein typischer Fehler in der Praxis: Ein Objekt wird mit Kräften besetzt, die nur unterrichtet sind, obwohl der Auftrag eine Citystreife im öffentlichen Raum einschließt. Auftraggeber sollten die Tätigkeit im Leistungsverzeichnis deshalb genau beschreiben, damit der Anbieter die passende Qualifikation einplant. Vertiefend: Pflichten aus der Bewachungsverordnung.
Was Auftraggeber konkret prüfen können
Vieles aus der Verordnung lässt sich im Alltag ohne Aufwand kontrollieren: Trägt die Kraft einen gültigen Dienstausweis? Ist die Dienstkleidung einheitlich und eindeutig als Sicherheitsdienst erkennbar? Liegt der Versicherungsnachweis vor? Passt die Qualifikation zur Tätigkeit? Staffsec setzt Einsatzkräfte mit Unterrichtung bzw. Sachkundeprüfung nach § 34a ein, passend zur jeweiligen Aufgabe.

