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Sachkundeprüfung nach § 34adie höhere Stufe im Bewachungsrecht

Sie wissen danach, wann Sachkunde vorgeschrieben ist, was geprüft wird und worauf Auftraggeber bei der Besetzung achten sollten.

Glossar · 2 Min. LesezeitVon Manuel Rutsch · Stand 7. Oktober 2026

Zwei Stufen im Gewerberecht

Wer gewerblich bewacht, braucht nach § 34a GewO mindestens die Unterrichtung bei der Industrie- und Handelskammer. Für bestimmte Aufgaben reicht das nicht: Dort verlangt das Gesetz die Sachkundeprüfung. Auch der Inhaber eines Bewachungsunternehmens bzw. die Geschäftsführung muss die Sachkunde nachweisen, um die Bewachungserlaubnis zu erhalten.

Die Unterrichtung ist eine Schulung mit Teilnahmebescheinigung. Die Sachkundeprüfung ist eine echte Prüfung mit schriftlichem und mündlichem Teil, die man auch nicht bestehen kann.

Wann Sachkunde Pflicht ist

§ 34a Abs. 1a GewO nennt die Tätigkeiten, für die Beschäftigte die Sachkundeprüfung brauchen:

  • Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum oder in Hausrechtsbereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr, etwa Einkaufszentren, Bahnhöfe oder eine Citystreife.
  • Schutz vor Ladendieben, zum Beispiel als Ladendetektiv oder im Kassenbereich.
  • Bewachung im Einlassbereich gastgewerblicher Diskotheken, also der klassische Doorman.
  • Bewachung von Unterkünften für Geflüchtete in leitender Funktion.
  • Bewachung zugangsgeschützter Großveranstaltungen in leitender Funktion.

Bestimmte Berufsabschlüsse ersetzen die Sachkundeprüfung, etwa die Fachkraft für Schutz und Sicherheit oder die Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft. Welche Abschlüsse anerkannt werden, regelt die Bewachungsverordnung.

Inhalt und Ablauf der Prüfung

TeilWas dazugehört
SchriftlichFragen aus allen Sachgebieten, Voraussetzung für die Zulassung zur mündlichen Prüfung
MündlichGespräch mit Schwerpunkt auf Recht und Umgang mit Menschen, mit Fallbeispielen aus der Praxis
Sachgebieteöffentliche Sicherheit und Ordnung, Gewerberecht, Datenschutz, Bürgerliches Recht, Straf- und Strafverfahrensrecht, Umgang mit Waffen, Unfallverhütung, Umgang mit Menschen und Deeskalation, Sicherheitstechnik

Die Prüfung legt man bei der IHK ab. Vorbereitungskurse sind nicht vorgeschrieben, aber üblich, weil vor allem der rechtliche Teil — Notwehr, Festnahmerecht, Hausrecht — sicher sitzen muss.

Worauf Auftraggeber achten sollten

Im Leistungsverzeichnis sollte je Posten stehen, welche Stufe gefordert ist. Wer pauschal Sachkunde für alle Posten verlangt, schränkt die Personalauswahl unnötig ein. Wer sie für einen Posten mit Kontrollgängen im öffentlichen Raum vergisst, riskiert einen Verstoß. Die Qualifikation jeder Kraft ist im Bewacherregister hinterlegt. Staffsec setzt Einsatzkräfte je nach Aufgabe mit Unterrichtung oder Sachkundeprüfung ein und ist anerkannter Ausbildungsbetrieb der IHK Schleswig-Holstein.

Häufige Fragen

Fragen zum Begriff kurz beantwortet

Wie lange gilt die Sachkundeprüfung?+

Die bestandene Prüfung gilt unbefristet. Unabhängig davon prüft die Behörde die Zuverlässigkeit der Beschäftigten regelmäßig über das Bewacherregister.

Kann man die Prüfung wiederholen?+

Ja, die Prüfung kann wiederholt werden. Die genauen Fristen und Gebühren legt die zuständige IHK fest.

Reicht die Sachkundeprüfung für jede Tätigkeit im Sicherheitsdienst?+

Gewerberechtlich ist sie die höchste Pflichtstufe für Beschäftigte. Für manche Einsätze kommen aber weitere Qualifikationen hinzu, etwa QuaSOD im Profifußball, Brandschutzhelfer- oder Ersthelferausbildung.

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