Was Objektschutz in einem Flächenland wie Thüringen bedeutet
Thüringen umfasst rund 16.200 Quadratkilometer und hat gut 2,1 Millionen Einwohner. Erfurt ist Landeshauptstadt und größte Stadt, Jena die einzige weitere Großstadt. Der Rest des Landes besteht aus Mittel- und Kleinstädten, die oft weit auseinanderliegen: im Thüringer Becken, im Thüringer Wald, in der Rhön, im Eichsfeld und im Osten an der Grenze zu Sachsen.
Für Objektschutz ist diese Verteilung entscheidend. In Erfurt und Jena geht es häufig um Empfangsdienste, Zutrittskontrolle in Verwaltungs- und Forschungsgebäuden und Nachtwachen in Bürokomplexen. In der Fläche stehen eher Gewerbehallen, Lager, stillgelegte Betriebe und Bauten im Umbau im Mittelpunkt, bei denen es um Präsenz, Kontrollgänge und das schnelle Erkennen von Einbruch, Vandalismus oder Wasserschäden geht.
Beispiele für schutzbedürftige Objekte im Land
Die folgende Aufzählung zeigt, welche Art von Gebäuden und Geländen in Thüringen typischerweise Objektschutz braucht. Genannt sind reale Orte als Beispiele, nicht als Auftraggeber von uns. Viele dieser Einrichtungen haben eigene Sicherheitskonzepte; Bedarf an Unterstützung entsteht oft bei Veranstaltungen, Umbauten, Nebengebäuden oder Mietflächen.
- Behördenstandorte in Erfurt, etwa das Bundesarbeitsgericht am Hugo-Preuß-Platz auf dem Gelände der Zitadelle Petersberg
- Universitätsklinikum Jena in Lobeda – einziger Standort der Hochschulmedizin in Thüringen und größte Klinik des Landes
- Neuer Zeiss-Standort am Westbahnhof in Jena auf einem früheren Schott-Gelände, ausgelegt für rund 2.500 Beschäftigte
- Wartburg bei Eisenach, seit 1999 UNESCO-Welterbe, mit zuletzt rund 480.000 Besuchern im Jahr
- Heidecksburg in Rudolstadt mit dem Thüringer Landesmuseum und dem Sitz der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
- egapark in Erfurt, ein 36 Hektar großes denkmalgeschütztes Gartenschaugelände mit Ausstellungshallen
- Gewerbepark auf dem Friedberg in Suhl, entstanden auf dem Gelände einer früheren Offiziershochschule
- Gewerbeflächen in Unterbreizbach und Sünna im Wartburgkreis nahe der hessischen Grenze
Stadt, Wald und Grenzregion: was das für die Bewachung heißt
In den Städten an der Mitte des Landes – Erfurt, Weimar, Jena, Gotha – sind Objekte gut erreichbar. Hier lassen sich Empfangs- und Nachtdienste mit festen Dienstplänen besetzen, und Ablösungen kommen ohne lange Fahrten aus.
Im Thüringer Wald und in Südthüringen liegen Gebäude oft in Tälern oder an Hängen, manche Gewerbehallen außerhalb der Orte. Für Leerstand und abgelegene Hallen bieten sich deshalb feste Kontrollzeiten mit Rundgangsnachweis an, ergänzt um Technik wie Alarmanlagen oder Kameras, die Sie selbst betreiben oder bereits haben.
An den Rändern – im Eichsfeld, im Altenburger Land, an der Werra – ist das Netz an Sicherheitspersonal dünner. Für einen Dauerdienst dort klären wir früh, wie Krankheit und Urlaub abgedeckt werden. Das ist bei abgelegenen Objekten der eigentliche Prüfstein, nicht die erste Woche.
Typische Einsatzformen im Objektschutz
Objektschutz ist kein einheitliches Produkt. Am häufigsten fragen Auftraggeber in Thüringen nach einer von vier Formen, die sich auch kombinieren lassen.
- Empfang und Pforte: Besucher anmelden, Ausweise ausgeben, Post und Lieferungen annehmen, Telefon bedienen
- Nachtwache: Anwesenheit im Gebäude außerhalb der Geschäftszeiten mit regelmäßigen Rundgängen
- Leerstandsschutz: Kontrolle ungenutzter Gebäude auf Einbruch, Schäden an Dach und Leitungen, Frost und Feuchtigkeit
- Sonderschutz auf Zeit: Begleitung von Umzügen, Umbauten, Inventuren oder Veranstaltungen im eigenen Haus
Gerade beim Leerstand zeigt sich, wie viel ein geschultes Auge wert ist: Ein tropfendes Rohr im Winter oder ein offenes Dachfenster wird bei einem festen Kontrollgang früh entdeckt, lange bevor ein größerer Schaden entsteht.
Vorhabenbezogene Planung: so gehen wir vor
Unsere Einsatzplanung arbeitet aus Neumünster und Berlin. Thüringen gehört nicht zu unserer Kernregion, deshalb prüfen wir jedes Objekt einzeln. Wir schauen auf Lage, Zeiten, Risiko und darauf, ob wir Personal mit passender Qualifikation gewinnen und halten können. Ergibt die Prüfung, dass ein Dienst nicht verlässlich besetzbar ist, sagen wir ab.
Kommt der Auftrag zustande, legen wir mit Ihnen fest, was das Personal tut und was nicht: Öffnen und Schließen, Kontrollgänge mit festen Punkten, Umgang mit Besuchern und Lieferanten, Schlüsselübergabe, Alarmverfolgung, Meldeweg an Sie oder Ihren Hausmeister. Die Kräfte werden vor Ort eingewiesen. Jede Schicht wird protokolliert; besondere Vorkommnisse erfahren Sie noch am selben Tag.
Personal, Zertifizierung und rechtlicher Rahmen
Im Objektschutz setzen wir Personal mit Unterrichtung nach § 34a GewO ein, für Aufgaben, bei denen das Gesetz mehr verlangt oder die Lage es erfordert, mit bestandener Sachkundeprüfung. Das Unternehmen ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Das Hausrecht bleibt bei Ihnen; unser Personal übt es in Ihrem Auftrag aus. Wie weit das geht – Taschenkontrolle, Platzverweis, Ansprache von Personen auf dem Gelände – legen wir schriftlich fest. In Kliniken, Behörden und denkmalgeschützten Bauten kommen meist eigene Hausordnungen hinzu, die wir in die Dienstanweisung übernehmen.
Kostenrahmen für Objektschutz in Thüringen
Für Objektschutz nennen wir als Richtwert 23 bis 50 € netto je Stunde. Wo Ihr Objekt in dieser Spanne liegt, hängt vor allem davon ab, wie viele Stunden besetzt werden, zu welchen Tageszeiten und mit welcher Qualifikation.
Ein Empfangsdienst werktags am Tag ist anders zu bewerten als eine durchgehende Nachtwache am Wochenende. Bei Leerstand kann eine Mischung aus festen Kontrollzeiten und Technik den Aufwand deutlich senken. Für abgelegene Objekte rechnen wir Fahrwege und Vertretung offen mit ein, statt sie später nachzuschieben. Allgemeines zur Leistung lesen Sie auf der Seite Objektschutz; für die Landeshauptstadt gibt es eine eigene Seite zum Sicherheitsdienst in Erfurt.


