Ein Register, viele Beteiligte
Seit 2019 läuft die Zuverlässigkeitsprüfung im Bewachungsgewerbe über ein bundesweites elektronisches Register. Rechtsgrundlage ist § 11b GewO, die Einzelheiten stehen in der Bewachungsverordnung. Erfasst werden drei Gruppen: der Gewerbetreibende mit seiner Bewachungserlaubnis, die Personen, die einen Betrieb oder eine Niederlassung leiten, und jede einzelne Wachperson.
Für den Alltag heißt das: Kein Mitarbeiter steht im Objekt, ohne dass sein Name, seine Qualifikation und das Ergebnis der behördlichen Prüfung im Register hinterlegt sind. Die Meldungen macht das Bewachungsunternehmen, die Prüfung macht die Gewerbebehörde, die auch die Erlaubnis nach § 34a GewO erteilt hat. Was das Register für Sie als Auftraggeber bedeutet, beschreibt unser Ratgeber Bewacherregister aus Sicht der Auftraggeber. Dieser Beitrag schaut auf die andere Seite: die Pflichten des Arbeitgebers.
Die Meldungen in zeitlicher Reihenfolge
Die Pflichten folgen dem Lebenslauf eines Beschäftigungsverhältnisses. Wer die Reihenfolge kennt, versteht auch, warum ein neuer Kollege manchmal nicht schon morgen eingesetzt werden kann.
| Zeitpunkt | Was gemeldet wird | Wer handelt |
|---|---|---|
| Vor dem ersten Einsatz | Anmeldung der Wachperson mit Personalien und vorgesehener Tätigkeit | Bewachungsunternehmen |
| Nach der Anmeldung | Zuverlässigkeitsprüfung, Abgleich mit Unterrichtung oder Sachkundeprüfung | Gewerbebehörde, Daten der IHK |
| Bei Leitungswechsel | Anmeldung neuer Betriebs- oder Niederlassungsleiter | Bewachungsunternehmen |
| Während der Beschäftigung | Wiederkehrende Überprüfung der Zuverlässigkeit | Gewerbebehörde |
| Nach dem Ausscheiden | Abmeldung der Wachperson innerhalb der gesetzlichen Frist | Bewachungsunternehmen |
Wichtig ist der erste Schritt: Die Anmeldung allein reicht nicht. Eingesetzt werden darf eine Wachperson erst, wenn die Behörde ihre Prüfung abgeschlossen hat und keine Bedenken bestehen. Je nach Behörde und Auslastung dauert das unterschiedlich lange. Seriöse Unternehmen planen diesen Vorlauf ein, statt Lücken im Dienstplan mit ungeprüften Kräften zu füllen.
Was die Behörde bei der Anmeldung prüft
Mit der Anmeldung stößt das Unternehmen die Zuverlässigkeitsprüfung an. Die Behörde holt dafür Auskünfte ein, unter anderem aus dem Bundeszentralregister und von weiteren Stellen wie Polizei und Verfassungsschutz. Wie diese Prüfung aufgebaut ist, erklärt der Ratgeber Zuverlässigkeitsprüfung und Führungszeugnis.
Gleichzeitig zeigt das Register, ob die Person die nötige Qualifikation hat. Die IHK trägt Unterrichtungen und bestandene Sachkundeprüfungen selbst ein. Das Unternehmen muss also keine Papierbescheinigung einreichen, sollte aber vor der Anmeldung klären, welche Stufe die geplante Tätigkeit verlangt. Für Streifen im öffentlichen Raum, Einlass bei Diskotheken oder Schutz von Flüchtlingsunterkünften genügt die Unterrichtung nicht, dort ist die Sachkundeprüfung Pflicht. Mehr dazu im Ratgeber Qualifikation nach § 34a GewO.
Typische Fehler im Meldealltag
In der Praxis geht selten das Gesetz schief, sondern die Organisation. Diese Punkte sehen wir bei Übernahmen von Objekten oder im Gespräch mit Kollegen aus Schleswig-Holstein und Hamburg immer wieder:
- Einsatz vor Abschluss der Prüfung: Die Anmeldung ist raus, die Rückmeldung der Behörde fehlt noch, trotzdem steht die Kraft schon im Dienstplan.
- Falsche Tätigkeit angegeben: Angemeldet als Objektschutz, eingesetzt im Einlass einer Veranstaltung mit Sachkundepflicht.
- Vergessene Abmeldung: Ausgeschiedene Mitarbeiter bleiben im Register stehen. Das verfälscht den Bestand und fällt bei Kontrollen auf.
- Leitungswechsel nicht gemeldet: Ein neuer Niederlassungsleiter übernimmt, das Register kennt ihn nicht.
- Subunternehmer ohne Blick: Der Hauptauftragnehmer prüft nicht, ob die Kräfte seines Nachunternehmers ordnungsgemäß gemeldet sind.
Jeder dieser Fehler kann die Gewerbebehörde auf den Plan rufen. Im schlimmsten Fall steht die Erlaubnis des Unternehmens selbst auf dem Prüfstand, denn wer seine Pflichten aus der Bewachungsverordnung wiederholt verletzt, gilt irgendwann selbst als unzuverlässig.
Woran Auftraggeber einen sauberen Ablauf erkennen
Sie selbst haben keinen Zugriff auf das Register. Sie können aber nachfragen und Antworten erwarten. Ein gut organisiertes Unternehmen nennt Ihnen vor Einsatzbeginn die eingeplanten Kräfte, bestätigt deren Registrierung und weiß, welche Qualifikationsstufe für Ihr Objekt nötig ist. Jede Wachperson trägt einen Dienstausweis mit der Bewacherregister-Identifikationsnummer, den sie auf Verlangen zeigt.
Auch bei kurzfristigem Ersatz, etwa wenn nachts in Kiel jemand krank ausfällt, sollte der Ablauf gleich bleiben: Es kommen nur Kräfte, die bereits geprüft und für die Tätigkeit gemeldet sind. Vereinbaren Sie im Vertrag, dass Sie über Personalwechsel informiert werden. Das ist kein Misstrauen, sondern gemeinsame Sorgfalt.
Staffsec meldet jede Einsatzkraft vor dem ersten Dienst über das Bewacherregister an und setzt sie erst nach abgeschlossener Prüfung ein. Fragen dazu beantworten wir gern über unsere Kontaktseite.


