Eine Burg, die schon einmal gebrannt hat
Die Burg Neuhaus über Neuhaus-Schierschnitz wird 1310 erstmals erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg brannte sie 1634 bis auf den Torturm nieder, erst um 1903/04 ließ der Bankier Hermann Walther sie wieder aufbauen. Heute steht die Burg leer; zum Denkmal gehören auch Schloss, Gärtnerhaus und Park. Auch Heinersdorf ging 1634 in Flammen auf, nur Kirche und Schule blieben stehen.
Solche Geschichten erklären, warum Versicherer und Denkmalpflege bei Arbeiten an alten Gebäuden genau hinsehen. Wo Dachrinnen gelötet, Blitzableiter erneuert oder Stahlteile geschweißt werden, gehört eine Brandwache dazu, die nichts anderes tut, als den Arbeitsbereich und seine Umgebung zu beobachten.
Denkmäler mit Brandwache-Bedarf
Im Gemeindegebiet stehen zahlreiche Kulturdenkmale, bei denen Heißarbeiten besondere Vorsicht verlangen:
- die Kirche St. Marien in Heinersdorf, 1493 als gotischer Bau errichtet und 1748 erhöht
- die Dreifaltigkeitskirche in Neuhaus-Schierschnitz von 1593
- die Kirche St. Nikolaus an der Alten Handelsstraße in Judenbach, heutiger Bau von 1705
- die Heilig-Geist-Kirche in Mupperg, geweiht 1722, und die Auferstehungskirche in Schierschnitz
- Schloss Mupperg mit der Jahreszahl 1750 und die benachbarte Gumpertsmühle
- die ehemalige Untere Mühle in Heubisch, ein Massiv- und Fachwerkbau
- das verschieferte Amtshaus mit alter Schule am Schloßbergring und das Pfarrhaus in Heinersdorf mit verputztem Fachwerk im Obergeschoss
Viele dieser Gebäude sind noch in Gebrauch, etwa als Kirche, Pfarrhaus oder Wohneinrichtung. Wird dort gearbeitet, während Menschen im Haus sind, achtet die Brandwache zusätzlich darauf, dass Flure und Treppen frei bleiben.
Heißarbeiten in Werk und Halle
Brandwachen werden in Föritztal nicht nur an Kirchen gebraucht. In Neuhaus-Schierschnitz werden Zündkerzen gefertigt, an der Industriestraße arbeitet ein Elektromaschinenbauer, in Heinersdorf ein Betrieb für Oberflächenveredelung. Schlossereien, eine Kunstschmiede und Dachdecker sitzen in Gefell, Judenbach und Neuhaus-Schierschnitz. Wird in einer Halle eine Anlage umgebaut, ein Dach abgedichtet oder eine Stahlkonstruktion getrennt, können Funken in Kabelkanäle, Dämmung oder Lager mit Kunststoffteilen gelangen.
Auch beim Rückbau von Maschinen, etwa wenn ein Werk verlagert wird, wird geschnitten und gebrannt. Dann ist die Brandwache oft die einzige Person im Raum, die nicht mit dem Werkzeug beschäftigt ist.
Ein eigener Fall sind Hallen aus der Zeit vor 1990. Die Halle an der Industriestraße stammt von 1959 und wurde 2024 saniert; in solchen Gebäuden liegen alte und neue Leitungen, Dämmstoffe und Deckenhohlräume oft dicht beieinander. Bevor dort geschweißt wird, sehen wir uns mit dem ausführenden Betrieb an, wohin Funken fallen können, welche Öffnungen abgedeckt werden und von wo aus die Brandwache den ganzen Bereich überblickt.
So arbeitet unsere Brandwache
Vor dem ersten Einsatz klären wir mit Ihnen den Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten, die Lage von Feuerlöschern und Wandhydranten und den Weg, über den die Feuerwehr alarmiert wird. In Föritztal gibt es elf Ortsfeuerwehren; wir halten fest, welche Wehr für den Einsatzort zuständig ist und wie sie anfährt.
- Einweisung unserer Kraft vor Ort in Gebäude, Fluchtwege und Löschmittel
- Beobachtung des Arbeitsbereichs, angrenzender Räume und darunterliegender Geschosse
- Löschmittel griffbereit am Arbeitsplatz, Eingreifen bei Entstehungsbränden
- Alarmierung der Feuerwehr nach vereinbartem Meldeweg
- Nachkontrolle im vom Erlaubnisschein vorgegebenen Zeitraum, mit Wärmebildkamera, wenn Sie eine bereitstellen
- Eintrag jeder Kontrolle mit Uhrzeit im Bericht
Vorhabenbezogen in Thüringen
Föritztal liegt außerhalb unserer Kernregion Nord, und wir haben kein Büro in Thüringen. Brandwachen übernehmen wir dort vorhabenbezogen, nachdem wir Anfahrt und Personal geprüft haben. Für geplante Sanierungen mit festem Bauzeitenplan ist das gut machbar. Unsere Kräfte haben die Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a der Gewerbeordnung, unsere Abläufe sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Mehr zur Leistung unter Brandwachen, für das ganze Land unter Brandwache in Thüringen, zur Gemeinde unter Sicherheitsdienst in Föritztal.
Kosten einer Brandwache
Der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Eine Lötarbeit an einer Kirchenrinne tagsüber mit kurzer Nachkontrolle bleibt im unteren Bereich. Teurer wird es, wenn die Nachkontrolle bis in die Nacht reicht, wenn am Wochenende gearbeitet wird oder wenn an einem großen Dach mehrere Trupps gleichzeitig schweißen und jede Stelle eine eigene Brandwache braucht. Die Nachkontrollzeit planen wir von Anfang an mit ein.


