Viel altes Holz auf wenig Raum
Im Frohburger Stadtgebiet stehen zahlreiche historische Bauten, verteilt über Kernstadt und Ortsteile. Die Stadtkirche St. Michaelis geht auf das 13. Jahrhundert zurück, die Marienkirche Nenkersdorf wurde 1187 geweiht, die Kreuzkirche St. Annen in Prießnitz entstand um 1500 und wurde 1616 umgebaut, die Kirche in Oberfrankenhain um 1200. Dazu kommen das Fachwerkhaus „Alte Farbe“ von 1682, das Umgebindehaus des Bauernrathauses Prießnitz von 1712 und die Bockwindmühle in Schönau.
In solchen Gebäuden stecken trockene Dachstühle, Holzdecken, Emporen und Altäre. Wer dort Dachrinnen lötet, Blitzschutz erneuert, Stahlträger schweißt oder Leitungen mit dem Brenner bearbeitet, muss nach den Regeln der Versicherer und der Berufsgenossenschaft eine Brandwache stellen.
Gebäude und Anlagen mit Brandwache-Bedarf
Typische Einsatzorte im Stadtgebiet sind:
- Burg Gnandstein mit Palas aus dem 13. Jahrhundert, Bergfried, Burgkapelle mit drei geschnitzten Flügelaltären und Chorgestühl aus Eiche
- Schloss Frohburg mit Schieferdächern, Steinsaal und Kassettendecke im Bildersaal
- Schloss Prießnitz von 1605 und 1606 sowie Schloss Hopfgarten
- Burgruine Kohren und die Kirche St. Gangolf in Kohren-Sahlis
- Dorfkirchen in Eschefeld, Elbisbach und Tautenhain
- Schwind-Pavillon in Rüdigsdorf, eine ehemalige Orangerie mit Wandmalereien
- Hallen von Gewerbe- und Agrarbetrieben bei Umbau, Reparatur oder Demontage
Burg Gnandstein: Bauen mit Erfahrung aus der Geschichte
Burg Gnandstein entstand im frühen 13. Jahrhundert über dem Tal der Wyhra. Der dreigeschossige Palas wurde um 1225 bis 1230 errichtet und im späten 14. Jahrhundert aufgestockt, im 15. Jahrhundert kamen Torhaus und gotischer Südflügel hinzu. Ein Blitzschlag hat den Südflügel einst in Brand gesetzt. Von 1994 bis 2004 wurde die Anlage restauriert; seit 1992 betreuen die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen das Museum.
An Bauten dieser Art laufen Pflege und Instandsetzung nie ganz aus. Bei jeder Arbeit mit offener Flamme oder Funkenflug bleibt eine Brandwache neben dem Handwerker, solange gearbeitet wird, und kontrolliert danach Hohlräume, Fugen und angrenzende Bauteile.
Ablauf einer Brandwache
Sachsen liegt außerhalb unserer Kernregion; wir übernehmen Brandwachen dort vorhabenbezogen und ohne eigenes Büro im Land. Vor dem Einsatz klären wir mit Ihnen den Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten, die Lage der Löschmittel und die Meldewege zur Feuerwehr.
Unsere Kraft wird am ersten Tag vor Ort eingewiesen und kennt danach Fluchtwege, Rauchmelderbereiche und Absperrungen.
- Beobachtung des Arbeitsbereichs und der angrenzenden Räume während der Heißarbeiten
- Bereithalten von Feuerlöscher oder Löschdecke direkt am Arbeitsplatz
- Sofortiges Eingreifen bei Entstehungsbränden und Alarmierung der Feuerwehr
- Nachkontrolle nach Ende der Arbeiten im vereinbarten Zeitraum, von Hand und mit Wärmebildkamera, wenn Sie eine bereitstellen
- Eintrag aller Kontrollen mit Uhrzeit im Bericht
Mehr über die Leistung lesen Sie auf der Seite Brandwachen und für das Land unter Brandwache in Sachsen.
Vorgaben und Qualifikation
Die Pflicht zur Brandwache ergibt sich meist aus dem Erlaubnisschein des Auftraggebers, den Vorgaben der Sachversicherer und den Regeln der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung für feuergefährliche Arbeiten. Bei denkmalgeschützten Gebäuden kommen Auflagen des Eigentümers hinzu, etwa zu Rauchmeldern oder zur Nutzung bestimmter Räume. Unsere Kräfte haben die Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a der Gewerbeordnung; die Abläufe sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Heißarbeiten außerhalb der Denkmäler
Brandwachen braucht es nicht nur an Burgen und Kirchen. In Frohburg arbeiten Handwerks-, Bau- und Agrarbetriebe mit Hallen, in denen Heu, Stroh, Dämmstoffe oder Kunststoffe lagern. Wird dort ein Hallentor geschweißt, ein Stahlträger getrennt oder eine Dachfläche mit dem Brenner abgedichtet, kann ein Funke unbemerkt in einen Hohlraum fallen und erst Stunden später ein Feuer auslösen.
Auch Vereinsheime, Sporthallen und Schulgebäude in den Ortsteilen werden regelmäßig instand gesetzt. Für alle diese Fälle gilt dasselbe: Die Brandwache bleibt, bis die Arbeit beendet ist, und kommt zur Nachkontrolle wieder, wenn der Erlaubnisschein das verlangt.
Kosten einer Brandwache
Für Brandwachen gilt ein Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Eine kurze Löt- oder Schweißarbeit an einer Kirche tagsüber mit einer Stunde Nachkontrolle liegt im unteren Bereich. Nachkontrollen in der Nacht, Wochenendarbeit oder mehrere Brandwachen gleichzeitig an einem großen Dachstuhl heben den Preis. Wir rechnen die Nachkontrollzeit ausdrücklich mit ein, damit Sie nicht im Nachhinein überrascht werden.


