Warum Langenhorn besondere Vorsicht verlangt
Ein großer Teil der Langenhorner Bausubstanz ist alt und geschützt. Die Fritz-Schumacher-Siedlung, ab 1920 als erster staatlicher Wohnungsbau Hamburgs bezogen, steht seit 2013 unter Denkmalschutz. Ihre Häuser wurden in der Not der Nachkriegszeit teils in Lehmbauweise errichtet, Hohlräume mit Hochofenschlacke gefüllt, ausgelegt auf eine Nutzungsdauer von etwa 50 Jahren. Heute werden sie saniert, Dächer erneuert, Leitungen ausgetauscht.
Dazu kommen die Schwarzwaldsiedlung mit ihren Giebelhäusern, das Gasthaus Zum Wattkorn von 1877 an der Tangstedter Landstraße und die Klinikbauten in Ochsenzoll und Heidberg. Wo in solchen Gebäuden Flammen, Funken oder heiße Metallteile entstehen, ist eine Brandwache oft Teil der Freigabe.
Typische Einsatzorte im Stadtteil
Die Aufzählung beruht auf öffentlich zugänglichen Angaben und beschreibt Gebäudearten, nicht Auftraggeber:
- Reihen- und Doppelhäuser der Fritz-Schumacher-Siedlung bei Dach- und Leitungsarbeiten
- Wasserturm von 1913 auf dem Klinikgelände Ochsenzoll, ein eingetragenes Baudenkmal
- Klinikgebäude der Asklepios Klinik Nord in Ochsenzoll und Heidberg, in Heidberg überwiegend umgebaute Kasernenbauten von 1937/38
- Gasthaus Zum Wattkorn, heute Speisewirtschaft und Hotel
- Flughafenhotels und Säle wie das Bürgerhaus Langenhorn
- Kirchen wie die Ansgarkirche an der Langenhorner Chaussee
Was die Brandwache bei Heißarbeiten tut
Vor Beginn prüft unsere Kraft gemeinsam mit dem Ausführenden den Arbeitsbereich: brennbare Stoffe entfernt oder abgedeckt, Fugen und Öffnungen zu Nachbarräumen geschlossen, Feuerlöscher griffbereit, Rauchmelder je nach Absprache mit dem Betreiber abgedeckt. Während der Arbeit beobachtet sie Funkenflug und Wärmeentwicklung, auch hinter Wänden und unter Dielen.
Nach Ende der Heißarbeit bleibt die Brandwache vor Ort und geht die Nachkontrolle ab, so lange, wie es die Freigabe vorschreibt. Gerade in Lehm- und Holzkonstruktionen können Glutnester lange unbemerkt schwelen. Erst wenn keine Auffälligkeit mehr besteht, wird der Bereich übergeben und die Abschaltung rückgängig gemacht.
Jede Brandwache wird dokumentiert: Beginn, Ende, Kontrollzeiten, Temperaturauffälligkeiten und Übergabe. So haben Bauherr, Betreiber und Versicherer einen nachvollziehbaren Nachweis.
Auf Wunsch übernehmen wir auch die Abstimmung vor Ort: Wir klären mit der Haustechnik, welche Melder abgeschaltet werden, in welchem Zeitfenster gearbeitet wird und wer die Anlage danach wieder scharf schaltet. Bei Reihenhäusern mit gemeinsamen Dachräumen, wie sie in den Langenhorner Siedlungen häufig vorkommen, prüfen wir zusätzlich die Nachbareinheiten, denn Funken und Wärme können sich unter der Dachhaut seitlich ausbreiten. Den Bewohnern nebenan sagen wir vorher Bescheid, damit niemand von der Kontrolle überrascht wird.
Arbeiten in Kliniken und Hotels
In der Asklepios Klinik Nord liegen Bereiche, die nicht einfach geräumt werden können: psychiatrische Stationen, eine Forensik, Notaufnahme und Kinderheilkunde. Werden dort Brandmelder für Bauarbeiten abgeschaltet, muss der Schutz anders sichergestellt sein. Eine Brandwache übernimmt diese Lücke, kennt Fluchtwege und Sammelstellen und arbeitet eng mit der Haustechnik und der Stationsleitung zusammen.
In Hotels an der Flughafenstraße finden Arbeiten oft nachts statt, wenn Gäste schlafen. Unsere Kräfte achten darauf, dass Flure frei bleiben, Brandschutztüren nicht verkeilt werden und nach Abschluss alle Meldeanlagen wieder aktiv sind.
Brandsicherheitswache bei Veranstaltungen
Für Veranstaltungen in Sälen ohne eigene Werkfeuerwehr kann der Veranstalter eine Brandsicherheitswache vorsehen. Unsere Kräfte überwachen dann Fluchtwege, Notbeleuchtung und Dekoration, halten Feuerlöscher bereit und alarmieren im Ernstfall die Feuerwehr. Die Pflicht zu einer Brandsicherheitswache der Feuerwehr selbst bleibt davon unberührt.
Mehr über alle Leistungen im Stadtteil steht auf der Seite Sicherheitsdienst Hamburg-Langenhorn; für Einsätze im übrigen Bezirk siehe Hamburg-Nord.
Ausbildung und Kosten
Unsere Brandwachen sind in Brandschutz und im Umgang mit Feuerlöschern unterwiesen und haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO. Vor jedem Einsatz werden sie in das Gebäude, die Abschaltungen und die Meldewege eingewiesen.
Brandwachen werden meist kurzfristig und für einzelne Tage gebucht. Der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde; höher fällt er aus, wenn die Nachkontrolle in die Nacht reicht oder auf Wochenenden fällt. Planen Sie die Zeit nach dem letzten Schweißpunkt mit ein, denn sie macht oft einen großen Teil der Einsatzdauer aus.


