Warum Heißarbeiten in Niendorf besondere Vorsicht brauchen
Niendorf wurde 1343 erstmals urkundlich erwähnt und blieb lange ein Dorf im Kreis Pinneberg, bevor es 1937 zu Hamburg kam. Aus dieser Zeit und aus den Jahrzehnten danach stehen noch zahlreiche Bauten mit Holzkonstruktionen, alten Dachstühlen und verwinkelten Hohlräumen. Dazu kommen Landhäuser und Sommerhäuser, die zwischen 1875 und 1914 am Rand des heutigen Stadtwalds entstanden.
Wenn an solchen Gebäuden gelötet, geschweißt, mit der Flex getrennt oder mit dem Gasbrenner abgedichtet wird, reicht ein einzelner Funke in einer Fuge, um Stunden später einen Brand auszulösen. Deshalb fordern Versicherer und Bauherren bei feuergefährlichen Arbeiten in der Regel einen Erlaubnisschein und eine Brandwache, die den Arbeitsbereich überwacht.
Gebäude, bei denen ein Posten sinnvoll ist
Aus der Denkmalliste und der Ortsgeschichte ergeben sich in Niendorf unter anderem diese Gebäude mit erhöhtem Risiko bei Heißarbeiten:
- Die achteckige Barockkirche am Niendorfer Marktplatz, 1769/70 errichtet und Teil des Eimsbütteler Bezirkswappens
- Das ehemalige Werk- und Armenhaus an der Friedrich-Ebert-Straße 14 aus dem Jahr 1866
- Die Sommerhäuser Niendorfer Gehege 32 und 34 von 1875 und 1881 sowie das Sommerhaus Niendorfer Gehege 14
- Die Villa Bondenwald von 1913/14 und die Villa Mutzenbecher im Gehege
- Das Künstlerhaus Sootbörn, ein Bau im Bauhausstil von 1927 bis 1929
- Die Kirche St. Ansgar am Niendorfer Kirchenweg und die Verheißungskirche am Sachsenweg
Dach, Turm und Orgel: Arbeiten in Kirchen
Kirchen sind ein besonderer Fall. Der Dachstuhl liegt hoch und ist schwer zu erreichen, Holz und Staub sind über Jahrzehnte ausgetrocknet, und im Inneren stehen Orgel, Emporen und Bänke, die sich nicht ausräumen lassen. Die Niendorfer Kirche am Markt wurde zuletzt von 1977 bis 1986 renoviert, jede weitere Arbeit an Dach, Rinnen oder Leitungen muss dort mit großer Vorsicht geplant werden.
Unser Posten steht bei der Arbeit am Dach in Sichtweite des Handwerkers, kennt den Weg zum nächsten Löscher und die Fluchtwege aus dem Turm. Nach Abschluss tastet er Bauteile ab, kontrolliert darunterliegende Bereiche im Kirchenschiff und geht in festen Abständen erneut nach oben, bis die vereinbarte Nachlaufzeit vorbei ist.
Villen und Sommerhäuser am Stadtwald
Am Niendorfer Gehege, einem Stadtwald von rund 142 Hektar, liegen mehrere historische Häuser direkt am Waldrand. Hier kommt zu den Risiken im Gebäude der Wald selbst: Laub, trockenes Holz und Gras in unmittelbarer Nähe. Bei Dacharbeiten fallen Funken leicht über die Traufe in Beete und Unterholz.
Unser Brandsicherheitsposten prüft deshalb vor Beginn auch das Umfeld außerhalb des Hauses, deckt brennbare Flächen ab oder lässt sie anfeuchten und hält einen Löscher am Boden und einen auf dem Gerüst bereit. Bei länger laufenden Sanierungen wie an der Villa Bondenwald stimmen wir die Posten mit dem Bauzeitenplan der Gewerke ab.
Was der Posten konkret tut
Vor Arbeitsbeginn liest der Posten den Erlaubnisschein, klärt mit dem Handwerker den Arbeitsbereich und prüft, ob brennbare Stoffe entfernt oder abgedeckt sind. Er stellt Feuerlöscher und gegebenenfalls Löschdecken bereit und kennt den Standort des nächsten Telefons oder Feuermelders. Während der Arbeit beobachtet er Funkenflug, auch in angrenzende Räume und Geschosse, und greift sofort ein.
Nach der Heißarbeit beginnt die Nachkontrolle. Sie dauert so lange, wie es im Erlaubnisschein festgelegt ist, und umfasst Kontrollgänge, das Abtasten von Bauteilen und den Blick in Hohlräume. Erst dann wird der Bereich freigegeben. Alles wird im Bericht mit Uhrzeiten festgehalten.
Qualifikation, Planung und Richtwert
Unsere Brandsicherheitsposten verfügen über die Unterrichtung nach § 34a GewO. Gearbeitet wird nach ISO 9001 und DIN 77200, eingeplant werden die Kräfte von unserem Hauptsitz in Neumünster aus, Hamburg gehört zu unserer Kernregion Nord. Kurzfristige Anfragen nimmt die Leitstelle rund um die Uhr unter +49 4321 78 33 590 entgegen.
Der Richtwert für eine Brandwache in Niendorf beträgt 23 bis 50 € netto je Stunde. Neben der eigentlichen Arbeitszeit fließt die Nachkontrolle ein, die bei Dacharbeiten oft in den Abend reicht, sodass Nachtanteile entstehen können. Auch Wochenendtermine, wie sie in Kirchen außerhalb der Gottesdienste häufig sind, beeinflussen den Wert. Weitere Hinweise bietet unsere Seite zur Brandwache in Hamburg.


