Eine Stadt mit Brandgeschichte und alten Dachstühlen
Lippstadt hat erlebt, was Feuer in einer dicht bebauten Stadt anrichten kann: In der damaligen Festung brachen 1656 und 1676 zwei Großbrände aus. Die Altstadt ist bis heute eng bebaut, und ihre großen Kirchen haben weite Dachräume, die bei jeder Sanierung besondere Sorgfalt verlangen.
Wer in solchen Gebäuden saniert, aber auch in Werkhallen der Zulieferer oder auf Großbaustellen schweißt, trennt oder flext, braucht häufig eine Brandwache. Versicherer und Erlaubnisscheine für Heißarbeiten verlangen sie, wenn sich Brandgefahren im Umfeld nicht vollständig beseitigen lassen.
Gebäude und Anlagen mit Brandwache-Bedarf
In Lippstadt kommen vor allem diese Orte in Frage:
- Große Marienkirche, Jakobikirche an der Langen Straße und Nicolaikirche, dazu die Stiftsruine der Kleinen Marienkirche
- Schloss Overhagen, heute Gymnasium, sowie Schloss Herringhausen und das Wasserschloss Schwarzenraben
- Das Stadttheater von 1973 mit 787 Plätzen und Studiobühne
- Werkhallen der Licht- und Elektroniktechnik und der Metallverarbeitung, etwa in den Gewerbegebieten Am Wasserturm oder Roßfeld
- Großbaustellen wie das neue Stadthaus im Quartier Südliche Altstadt und die Aufstockung der Drost-Rose-Realschule
Auch die Thomas-Valentin-Stadtbücherei in einem Gebäude von 1897 und das Stadtarchiv im Alten Steinwerk gehören zu den Häusern, in denen bei Bauarbeiten besondere Vorsicht gilt, weil dort Papier und Bestände lagern.
Heißarbeiten im Denkmal und in der Produktion
In Kirchen und Schlössern sind Holz, Staub und versteckte Hohlräume das Problem. Ein Funke kann in einer Fuge oder hinter einer Verkleidung über Stunden glimmen, bevor er sichtbar wird. Unsere Kräfte beobachten den Arbeitsbereich während der Arbeiten, achten auf Funkenflug und kontrollieren nach dem Ende die Umgebung, angrenzende Räume und darunterliegende Geschosse.
In Werkhallen kommen Kunststoffe, Verpackungen, Öle und Lackreste hinzu. Hier halten wir Abstände zu brennbaren Materialien im Blick, prüfen, ob Abdeckungen liegen, und achten darauf, dass Fluchtwege und Feuerlöscher frei zugänglich bleiben. Wo Brandmelder für die Dauer der Arbeiten abgeschaltet wurden, übernimmt die Brandwache deren Aufgabe, bis sie wieder aktiv sind. Eine Wärmebildkamera setzen wir ein, wenn Sie eine bereitstellen.
Dacharbeiten an Schulen und öffentlichen Bauten
Ein großer Teil der Brandwachen fällt auf Dächern an. An der Drost-Rose-Realschule erhält ein Anbau von 1984 ein zusätzliches Geschoss und ein neues Satteldach anstelle des bisherigen Flachdachs, während daneben unterrichtet wird. In Dedinghausen werden ab September 2026 Fassaden und Innenräume von Lehrschwimmbecken und Sporthalle energetisch saniert. Bei Abdichtungen, Anschlüssen an Blech oder dem Trennen alter Bauteile entstehen Hitze und Funken direkt neben Dämmstoffen.
Wo Schüler, Lehrkräfte oder Vereine das Gebäude weiter nutzen, achten wir zusätzlich darauf, dass Rauch nicht unbemerkt in belegte Bereiche zieht und Fluchtwege aus dem Bestand frei bleiben. Die Nachkontrolle reicht dann bis in Räume unter dem Arbeitsbereich, die vom Dach aus nicht einsehbar sind.
Ablauf einer Brandwache
Vor Beginn lassen sich unsere Kräfte vor Ort einweisen: Wo liegen Löschmittel, Meldestellen und Fluchtwege, wer ist Ansprechpartner, wie lautet die Erlaubnis für die Heißarbeiten? Während der Arbeiten bleiben sie im Bereich und greifen bei Gefahr mit dem bereitgestellten Löschmittel ein und alarmieren die Feuerwehr.
Nach dem Ende der Arbeiten folgt die Nachkontrolle, deren Dauer Ihr Erlaubnisschein oder Ihr Versicherer vorgibt. Alle Zeiten und Beobachtungen stehen im Bericht, den Sie für Ihre Unterlagen erhalten. Mehr zur Leistung finden Sie unter Brandwachen.
Planung außerhalb der Kernregion
Lippstadt gehört nicht zu den Ländern, in denen wir aus eigenem Personalstamm planen; in Nordrhein-Westfalen haben wir kein Büro. Brandwachen lassen sich trotzdem gut vorhabenbezogen umsetzen, wenn Termin und Dauer der Arbeiten bekannt sind. Wir klären vor der Zusage Personal und Anreise und stimmen den Ablauf mit Ihrer Bauleitung oder Fachkraft für Arbeitssicherheit ab.
Unsere Kräfte haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO und werden vor jedem Einsatz eingewiesen. Wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Zur Stadt: Sicherheitsdienst Lippstadt; zum Land: Brandwache in Nordrhein-Westfalen.
Was eine Brandwache in Lippstadt kostet
Brandwachen rechnen wir nach Stunden ab, der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Den Ausschlag geben Nacht- und Wochenendanteile, denn viele Heißarbeiten in Produktion und Kirchen finden außerhalb der normalen Betriebszeiten statt. Außerdem zählen die Länge der Nachkontrolle, die Zahl der Arbeitsbereiche und ob mehrere Tage hintereinander gearbeitet wird. Sie erhalten vorab eine klare Aufstellung.


