Eine Altstadt, die schon einmal gebrannt hat
Im Jahr 1605 zerstörte ein großes Feuer einen großen Teil der Moerser Altstadt. Was danach wieder aufgebaut wurde und was ältere Zeiten überstand, prägt bis heute das Zentrum, allen voran das Schloss, dessen älteste Teile aus der Zeit um 1200 stammen. Rundherum liegen Kirchen, Bürgerhäuser und Verwaltungsbauten aus mehreren Jahrhunderten. Im Schloss sind das Grafschafter Museum und das Schlosstheater untergebracht, eines der kleinsten Stadttheater Deutschlands.
In solchen Gebäuden reicht ein Funke in einer Dachkonstruktion aus trockenem Holz, um großen Schaden anzurichten. Deshalb verlangen Bauherren, Denkmalbehörden und Versicherer bei Schweiß-, Löt- und Trennarbeiten in alter Substanz meist eine Brandwache, die während und nach den Arbeiten aufpasst.
Bauten mit besonderem Brandrisiko
Beispiele für Gebäude in Moers, bei denen Heißarbeiten besondere Vorsicht verlangen:
- Schloss Moers mit Museum und Theater im Schlosspark
- Das Weiße Haus am Kastellplatz aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, seit 1991 Denkmal, und das benachbarte Terheydenhaus, die für das neue Schlosstheater umgebaut werden sollen
- Die Evangelische Stadtkirche, deren Ursprung auf 1363 zurückgeht, und die Repelener Kirche mit einer Vorgeschichte, die vielleicht bis ins 7. Jahrhundert reicht
- Die katholische Kirche St. Josef, geweiht 1871, und die Bonifatiuskirche
- Der Vinner Wasserturm von 1901
- Das denkmalgeschützte Fördergerüst von Schacht IV der Zeche Rheinpreußen in Hochstraß mit Maschinenhaus und Fördermaschine von 1908
Industrie: Lösemittel, Papier und Holz
Auch in der Industrie fallen in Moers Heißarbeiten an. Im Werk von INEOS in Meerbeck entstehen Lösemittel wie Isopropylalkohol und Methylethylketon, also leicht entzündliche Stoffe. Bei Instandhaltung und Stillständen gelten dort strenge Freigaben, und eine Brandwache gehört oft zu den Auflagen. In Betrieben, die Wellpappe herstellen oder Holz verarbeiten, liegen Staub und brennbares Material nah an Arbeitsplätzen.
Unsere Aufgabe ist es, die Auflagen aus dem Erlaubnisschein umzusetzen: brennbare Stoffe aus der Umgebung entfernen oder abdecken lassen, Löschmittel bereithalten, Funkenflug beobachten und Öffnungen in benachbarte Räume im Blick behalten. Stellen wir eine Gefahr fest, stoppen wir die Arbeiten und alarmieren nach Ihrem Meldeplan. Bei Stillständen arbeiten oft mehrere Firmen zugleich an verschiedenen Stellen, dann bekommt jeder Arbeitsbereich einen eigenen Beobachter.
Hallen, Kliniken und Versammlungsräume
Die Festivalhalle am Solimare mit der Eissporthalle und die ENNI Eventhalle sind Räume, in denen bei Umbauten, Messebau oder Arbeiten an Bühnentechnik geschweißt oder geflext wird. Auch in den beiden Krankenhäusern der Stadt, Bethanien und St. Josef, laufen Bau- und Technikarbeiten oft im laufenden Betrieb. Dort zählt zusätzlich, dass Fluchtwege und Brandabschnitte für Patienten und Personal frei bleiben.
Für solche Einsätze stimmen wir uns mit Haustechnik und Bauleitung ab. Vor dem ersten Einsatz werden unsere Kräfte vor Ort in Feuerlöscher, Wandhydranten und Meldewege eingewiesen, damit jeder Handgriff sitzt. Die Feuerwehr Moers mit ihrer Feuer- und Rettungswache Am Jostenhof ist im Ernstfall die erste Adresse. Wir alarmieren sie ohne Umweg, halten die Zufahrt frei und empfangen die Einsatzkräfte am vereinbarten Treffpunkt, damit sie ohne Suchen zum Brandort kommen.
Nachkontrolle und Organisation
Gefährlich wird es oft erst, wenn die Arbeiten beendet sind und alle gehen. Glutnester in Fugen, Dämmung oder Holz können noch Stunden später aufflammen. Deshalb bleibt die Brandwache nach Arbeitsende vor Ort und kontrolliert den Bereich in den vereinbarten Abständen, mit der Hand und mit Wärmebildkamera, wenn Sie eine bereitstellen. Jede Kontrolle steht mit Uhrzeit im Bericht.
Moers liegt außerhalb unserer Kernregion Nord, ein Büro in Nordrhein-Westfalen haben wir nicht. Wir übernehmen Brandwachen hier vorhabenbezogen und prüfen vorher Personal und Anreise. Allgemeines zur Leistung finden Sie unter Brandwachen, zur Stadt unter Sicherheitsdienst Moers.
Was eine Brandwache in Moers kostet
Für Brandwachen rechnen wir nach Einsatzstunden, der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Den Ausschlag geben die Zeiten: Arbeiten in der Nacht oder am Wochenende, wie sie bei Stillständen in der Industrie üblich sind, liegen höher als Tagesarbeiten an einem Werktag. Hinzu kommen die Dauer der Nachkontrolle und die Zahl der gleichzeitig zu beobachtenden Bereiche. Nach Ihrer Beschreibung der Arbeiten erhalten Sie ein Angebot. Mehr zur Lage im Land: Brandwache in Nordrhein-Westfalen.


