Eine Stadt, die das Feuer geprägt hat
Die heutige Gestalt Neuruppins geht auf den Sommer 1787 zurück. Damals vernichtete ein Großfeuer 401 Bürgerhäuser, dazu das Rathaus und die Pfarrkirche St. Marien. Beim Wiederaufbau, der bis 1803 dauerte, entstand die klassizistische Stadtanlage mit breiten Straßen und weiten Plätzen, für die Neuruppin heute bekannt ist. Die Stadt hat also früh gelernt, was ein Funke in dicht bebauten Quartieren anrichten kann.
Eine zweite Verbindung zum Brandschutz ist industriell: Seit 1905 werden in Neuruppin Feuerlöscher gefertigt, zu DDR-Zeiten im VEB Feuerlöschgerätewerk, dem Stammbetrieb eines ganzen Kombinats. Für eine Brandwache sind beide Geschichten ein guter Hinweis darauf, worauf es ankommt: auf Aufmerksamkeit dort, wo alte Holzkonstruktionen und neue Technik zusammentreffen.
Wo in Neuruppin Heißarbeiten anfallen
Die folgenden Orte stehen beispielhaft für Gebäude und Betriebe, in denen bei Bau-, Reparatur- oder Wartungsarbeiten eine Brandwache sinnvoll sein kann. Es sind keine Referenzen:
- Klosterkirche St. Trinitatis am Ufer des Ruppiner Sees, deren Turmdächer und Teile des Dachstuhls 2011 und 2012 erneuert wurden
- die Kulturkirche in der früheren Pfarrkirche St. Marien mit rund 600 Plätzen
- das Kulturhaus Stadtgarten mit etwa 550 Plätzen
- Bürgerhäuser der Altstadt, die über das Programm „Lebendige Zentren“ saniert werden
- Werkhallen im Gewerbegebiet Treskow I, wo industrielle Nutzung vorgesehen ist
- das Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg an der Fehrbelliner Straße, in dem auch bei Umbauten der Betrieb weiterläuft
Auch denkmalgeschützte Einzelbauten in den Ortsteilen gehören dazu, etwa die frühere Kita in der Gutsstraße in Gnewikow, deren Kerngebäude unter Denkmalschutz steht.
Dachstühle, Türme und Säle
In alten Dachwerken liegt trockenes Holz, oft mit Staub, Vogelnestern und alten Dämmstoffen dazwischen. Ein Schweißfunke oder ein heißes Rohrstück kann dort lange unbemerkt schwelen. Bei der Klosterkirche zeigen die Sanierungen der letzten Jahrzehnte, wie viel an Dach und Mauerwerk solcher Bauten gearbeitet wird: In den 1970er Jahren wurde eine Zwischenetage eingezogen, später wurden Turmdächer neu gedeckt und der Chor mit Ringankern gesichert.
In Sälen wie der Kulturkirche oder dem Kulturhaus Stadtgarten fallen Heißarbeiten häufig zwischen zwei Veranstaltungen an, etwa an Lüftung, Heizung oder Bühnentechnik. Dann muss alles wieder sicher sein, bevor Gäste kommen. Unsere Brandwache bleibt so lange vor Ort, wie es der Erlaubnisschein des Betreibers verlangt, und gibt den Bereich erst nach der letzten Kontrolle zurück.
Gewerbe und Klinik
Die Stadt nennt Kunststoffe, Holzverarbeitung und Papier als Schwerpunkte ihrer Wirtschaft. In all diesen Branchen liegen brennbare Stoffe nah an Maschinen: Granulat, Späne, Stäube, Rollen und Verpackung. Wer dort Rohrleitungen trennt, Halterungen anschweißt oder ein Hallendach repariert, braucht jemanden, der ausschließlich auf Funkenflug und Glut achtet.
Im Universitätsklinikum gelten zusätzliche Regeln. Stationen, Technikräume und Fluchtwege bleiben in Betrieb, während Handwerker arbeiten. Unsere Kräfte stimmen sich mit der Haustechnik ab, kennen die Wege zum nächsten Melder und wissen, wen sie im Haus ansprechen. Ist eine Brandmeldeanlage für den Arbeitsbereich abgeschaltet, achten wir besonders darauf, dass sie nach Ende der Arbeiten wieder in Betrieb geht.
So arbeiten wir
Die Brandwache beginnt vor dem ersten Funken. Gemeinsam mit dem ausführenden Betrieb prüfen wir, ob brennbares Material entfernt oder abgedeckt ist, wo Löschmittel bereitstehen und wie im Ernstfall die Feuerwehr gerufen wird. Unsere Kräfte werden vor Ort eingewiesen. Während der Arbeiten beobachten sie Funkenflug, Nachbarräume, Hohlräume und darunterliegende Geschosse.
Nach dem Ende der Heißarbeiten folgt die Nachkontrolle. Wir gehen den Bereich wiederholt ab, tasten Oberflächen ab und schauen in Fugen und Durchbrüche. Eine Wärmebildkamera setzen wir ein, wenn Sie eine bereitstellen. Jede Kontrolle steht mit Uhrzeit im Bericht.
Brandenburg gehört zu unserer Kernregion Nord. Die Einsätze plant die Zweigniederlassung Berlin in der Aroser Allee 81, ein Büro in Neuruppin haben wir nicht. Unsere Kräfte haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO, wir arbeiten nach DIN 77200 und ISO 9001. Mehr zur Stadt: Sicherheitsdienst Neuruppin, für den Nachbarort Wittstock/Dosse planen wir ebenso.
Was eine Brandwache kostet
Als Richtwert nennen wir 23 bis 50 € netto je Stunde. Bei der Brandwache entscheidet vor allem, wann gearbeitet wird: Heißarbeiten in einem Saal, der tagsüber genutzt wird, fallen oft in den Abend oder in die Nacht, und die Nachkontrolle verlängert den Einsatz über das Ende der Arbeiten hinaus.
Lassen sich mehrere Arbeitsschritte an einem Tag bündeln, sinkt der Aufwand für Anfahrt und Einweisung. Für längere Sanierungen planen wir mit Ihnen einen festen Wochenablauf. Mehr über das Land lesen Sie auf Brandwache Brandenburg.


